Gesellschaftswissenschaftliches Kolleg (2017-2019): Stipendiatin Lisa Woytowicz teilt ihre Kolleg-Erfahrungen rund um die AG „Flucht und Menschenrechte“

Die Stipendiatin Lisa Woytowicz teilt ihre Kolleg-Erfahrungen rund um die Arbeitsgruppe „Flucht und Menschenrechte“ und gewährt Einblick in ihre persönlichen Highlights.

Ursprünglich habe ich mich für das Gesellschaftswissenschaftliche Kolleg für die Arbeitsgruppe „Flucht und Menschenrechte“ beworben, weil ich mich ehrenamtlich für Geflüchtete engagiere und mein angestrebter Beruf (Dolmetscherin) im Fluchtkontext zum Beispiel bei der Anhörung von Asylbewerber*innen im BAMF eine entscheidende Rolle spielt. Ich wollte mich mit anderen über das Thema austauschen und vielfältige Einblicke gewinnen.

In unserer Arbeitsgruppe haben wir uns zuerst mit häufigen Herkunftsländern von Geflüchteten und Migrant*innen beschäftigt sowie mit internationalen Abkommen zu Menschenrechten, Migration und Flucht. Nachdem wir uns eine bessere Informationsgrundlage erarbeitet hatten, haben wir häufige Fluchtrouten nachvollzogen und analysiert, wie außerhalb Europas, innerhalb Europas und in Deutschland mit Migrant*innen und Geflüchteten umgegangen wird und wo Menschenrechte betroffen sein könnten.

Im Verlauf des Kollegs haben wir uns innerhalb der Arbeitsgruppe in kleineren, oft interdisziplinären Gruppen zusammengefunden, um gezielter an einem Teilaspekt unseres Gesamtthemas zu forschen. Die Ergebnisse sollen später publiziert werden. In der letzten anstehenden Kollegwoche werden wir daher in erster Linie an unseren Texten arbeiten. In unserer Publikationsgruppe beschäftigen wir uns mit Patient*innengesprächen mit Geflüchteten.

Bei einem so kontroversen, aktuellen und medial stark diskutierten Thema wie Flucht gab es in unserer AG vor allem zu Beginn so manche Debatte. Jedoch haben wir insbesondere dank des Inputs durch unsere Kursleiter*innen und dank der Exkursionen eine bessere gemeinsame Diskussionsgrundlage gefunden. Es herrscht ein reger Austausch, weil wir alle aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen kommen. Im Lauf der Zeit sind wir als Gruppe immer stärker zusammengewachsen und es herrscht ein ehrliches und freundschaftliches Klima.

Zu meinen persönlichen Highlights des Kollegs zählen zum einen die Exkursionen, bei denen wir das BAMF, eine Erstaufnahmeeinrichtung und die IOM besser kennenlernen durften und zum anderen die Präsentation eines Films, der von einer Alumna der Studienstiftung gedreht wurde. Er zeigt die Geschichte zweier Männer, die als Schlepper arbeiten. Nach dem Film hatten wir sogar die Gelegenheit, der Filmemacherin Fragen zu stellen. Ich habe dank der Exkursionen und des Films Zusammenhänge besser nachvollziehen können und außergewöhnliche Einblicke erhalten.

Außerhalb der AG-Arbeit sollte man als Kollegteilnehmer*in keine Chance ungenutzt lassen, sich mit den anderen Stipendiat*innen und Kursleiter*innen beim Essen, in den Pausen und abends auszutauschen. Es wird sicherlich nie langweilig. Außerdem sollte man ein Kartenspiel, Musiknoten oder Ähnliches einstecken. Man wird sicherlich auf Gleichgesinnte stoßen.

Das Gesellschaftswissenschaftlichen Kolleg ist für mich sehr intensiv und bereichernd. Man lernt viel über sich selbst und wie man wissenschaftlich und vor allem interdisziplinär arbeitet.

Lisa Woytowicz studiert Konferenzdolmetschen an der Universität Mainz, Campus Germersheim.