Programmheft 2014 - page 49

Akademie Olang
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Arbeitsgruppe 4
Grenzen des Strafrechts
Leitung
Prof. Dr. Wolfgang Mitsch
Juristische Fakultät, Universität Potsdam
PDDr. Jörg Scheinfeld
Juristische Fakultät, Universität Mainz
Teilnehmer
Studierende der Rechtswissenschaften mit soliden Strafrechtskennt-
nissen; Studierende nichtjuristischer Fächer, sofern sie juristische
Grundkenntnisse haben und bereit sind, sich der Situation einer
von juristischem Sachverstand dominierten Debatte auszusetzen;
ausgeprägtes Interesse für nichtjuristische Wissenschaftsgebiete
(Philosophie, Medizin, Theologie, Soziologie, Psychologie, Politik,
Geschichte, Medien-, Sport-, Wirtschaftswissenschaft) erwünscht
Die Arbeitsgruppe wird sich der fundamentalen Frage widmen, wie Sinn, Zweck, Legi-
timität und Leistungsvermögen des Strafrechts und die Grenzen all dessen zu definieren
sind. Die Teilnehmer wollen sich über nichts Geringeres als über die Vision einer ‘bes-
seren Welt’ die Köpfe zerbrechen und heißreden, zu deren Gelingen das Strafrecht (viel-
leicht) einen Beitrag leistet – oder (vielleicht) auch nicht. Wir wissen darüber nicht viel
und hoffen, nach Olang ein wenig mehr zu wissen. Ein ambitioniertes Vorhaben, aber
was kann mehr anstacheln als die Vorstellung, vor einer unlösbaren Aufgabe zu stehen!
Tatsache ist jedenfalls, dass das Strafrecht gegenwärtig ein beliebtes Instrument (Waffe?)
der Politik ist zur Reparatur (‘Bekämpfung’!) aller möglichen und vermeintlichen gesell-
schaftlichen Missstände und Fehlentwicklungen, sei es Bürgerkrieg, Klimakatastrophe,
Umweltzerstörung, Terrorismus, religiöser Fundamentalismus, Bankencrash, Eurodesa-
ster, Kindesmissbrauch, Gammelfleisch, Wissenschaftsplagiate, Transplantationsmanipu-
lationen, Piraterie usw.
Es gibt genügend Gründe, dem Strafrecht und seinem inflationären Gebrauch mit
Misstrauen zu begegnen. Anhand aktueller Beispiele soll darüber diskutiert werden, was,
warum und wie bestraft werden soll oder wovon das Strafrecht besser ferngehalten wird.
Einige der Fragen und Themen, mit denen wir uns beschäftigen wollen, sind:
– Lebensrettung mittels Folter?
– die sogenannte Auschwitzlüge
– Genitalbeschneidung bei Minderjährigen
– Geschwisterinzest
– Doping im Sport
– Kinder in den Knast?
– Braucht Gott das Strafrecht?
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