Programmheft 2014 - page 175

Schweizerische Studienstiftung
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Schweizerische Studienstiftung: Akademie iI
Demokratie und Wissenschaft
Samstag, 6. September 2014 (Anreise), bis Samstag, 13. September 2014 (Abreise)
Centro Evangelico, Magliaso (TI)
Arbeitssprachen: Deutsch und Englisch
Leitung
Prof. em. Dr. Eric Kubli
Institut für Molekulare Biologie, Universität Zürich
Prof. Dr. StaffanMüller-Wille
Department of Sociology and Philosophy, Department of History,
University of Exeter, England
Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
Hanna Wick
Wissenschaftsredaktorin Schweizer Radio SRF
Dr. Hans Widmer
Philosoph und alt-Nationalrat
Teilnehmer
Studierende aller Fachrichtungen; erwartet wird die Bereitschaft,
ein Referat zu übernehmen
Seit der Aufklärung werden Wissenschaft und Demokratie oft zusammen gedacht. Wissen-
schaft setzt auf die Bereitschaft, Meinungen jederzeit vorurteilsfrei zu diskutieren, und De-
mokratie ist auf Informations- und Meinungsfreiheit angewiesen. Es gibt aber auch Span-
nungen. Wissenschaftliches Wissen kann politische Handlungsräume einschränken, indem
es Prozesse und Verhältnisse als ‘naturgesetzlich’ darstellt, aber auch auf neue Bereiche aus-
dehnen, die eine moralische Mehrheit von willentlicher Manipulation ausgenommen se-
hen möchte. Und demokratische Entscheidungen können in der Einschränkung von For-
schungsfreiheiten resultieren oder Forschung in ungewollte Richtungen kanalisieren.
Dieses Verhältnis von Wissenschaft und Demokratie resultiert in einer Vielfalt brisanter
politischer Fragen. Unter welchen Umständen ist es erlaubt oder sogar geboten, in wis-
senschaftliche Praktiken hineinzuregieren? Wo beginnt und endet legitime Kritik an wis-
senschaftlichen Ergebnissen, die oft handlungsleitend für die Politik sein können wie das
Beispiel Klimaforschung zeigt? Kann über Wahrheit abgestimmt werden, oder ist sie ver-
handelbar? Sollte sich Forschung von gesellschaftlichen oder ökonomischen Interessen lei-
ten lassen? Solche und ähnliche Fragen sollen anhand von historischen, soziologischen und
philosophischen Texten zum Verhältnis von Politik und Wissenschaft diskutiert werden.
Vor Beginn der Akademie wird ein Reader bereitgestellt.
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