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Porträts
Margareta Hellmann

Biologie
Universität MünsterDen Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis der Studienstiftung 2026 erhält Dr. Margareta J. Hellmann für ihre Dissertation in Biologie an der Universität Münster. Mithilfe neuester Analysemethoden widmet sie sich in ihrer Arbeit der Rolle von Chitosanen in der Infektionsstrategie des weltweit verbreiteten Pilzes Cryptococcus neoformans und eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen.
Die Forschungsfrage
Infektionen mit Pilzen nehmen weltweit zu und sind oft schwer zu behandeln. Ein besonders gefährlicher Erreger ist Cryptococcus neoformans, der sich mithilfe einer Hülle aus speziellen Zuckern, sogenannten Chitosanen, vor dem menschlichen Immunsystem verbergen kann. In meiner Doktorarbeit habe ich untersucht, wie diese Chitosane aufgebaut sind, wie der Pilz sie produziert und wie es ihm dadurch gelingt, im menschlichen Körper lange unentdeckt zu bleiben.
Die Methode
Um diese komplexe Interaktion zu verstehen, habe ich sowohl die Seite des Pilzes als auch die des menschlichen Immunsystems analysiert. Dabei standen auf pilzlicher Seite insbesondere Enzyme und Chitosane im Fokus, auf menschlicher Seite Enzyme und Immunrezeptoren. Für die Untersuchung nutzte ich eine Kombination aus molekularbiologischen, biochemischen und bioinformatischen Methoden, die ich teilweise neu entwickeln musste. Das war herausfordernd, eröffnete aber zugleich die Möglichkeit, ein bislang wenig verstandenes Zusammenspiel systematisch zu untersuchen.
Die Ergebnisse
Mit den neu entwickelten Methoden konnte ich zunächst die analytischen Möglichkeiten zur Untersuchung von Chitosanen deutlich erweitern und dabei auch neue Erkenntnisse über chemisch hergestellte Chitosane gewinnen. Anschließend gelang es mir, die pilzlichen Enzyme und ihre Produkte genauer zu charakterisieren und zu zeigen, wie menschliche Enzyme Chitin und Chitosane spalten und wie die entstehenden Fragmente von Immunrezeptoren erkannt werden.
Meine Ergebnisse deuten darauf hin, dass Pflanzen und Menschen ähnliche Strategien nutzen, um Pilze anhand ihres Chitins zu erkennen – und dass einige Pilze dieser Erkennung entgehen, indem sie Chitin in Chitosane umwandeln. Diese Erkenntnisse tragen zum besseren Verständnis von Pilzinfektionen bei und könnten langfristig neue Ansätze für Impfstoffe, Therapien und auch den Pflanzenschutz liefern.
Zur Person
Dr. Margareta Hellmann studierte Biowissenschaften im Bachelor sowie Biotechnologie im Master an der Universität Münster. Während ihrer Promotion absolvierte sie einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an der Duke University in den USA. Von 2017 bis 2020 wurde sie im Studium und von 2021 bis 2024 im Rahmen ihrer Promotion von der Studienstiftung gefördert. Heute arbeitet die 31-jährige Postdoktorandin am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen an der Universität Münster und setzt ihre Forschung dort im Rahmen eines eigenen DFGProjekts fort.

