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Berichte

Christina Ottemeier: „Im durchgeplanten Medizinstudium erinnere ich mich gerne an das Lebensgefühl und die Gelassenheit der Portugiesen.“

Christina Ottemeier studiert an der Universität Würzburg Humanmedizin. Im Rahmen der Kooperation der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung und der Studienstiftung besuchte sie im Sommer 2024 einen dreiwöchigen A1-Portugiesisch-Sprachkurs in Lissabon.

Bereits seit 2022 kooperiert die Studienstiftung mit der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) im Rahmen einer wechselseitigen Öffnung von Programmplätzen für die Geförderten des jeweils anderen Werkes. Durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) konnte diese Zusammenarbeit 2024 ausgebaut werden. Für die Geförderten der SBB können so beispielsweise bis 2026 jährlich jeweils 150 Plätze in dem Sprachkursprogramm der Studienstiftung bereitgestellt werden. Nach den ersten Sprachkursteilnahmen im Rahmen dieser Kooperation konnten wir mit Geförderten der SBB über ihre Erfahrungen sprechen.

Mit welcher Motivation haben Sie an dem Sprachkurs teilgenommen?

Ich habe durch eine langjährige Freundin aus Portugal das Land und die Menschen schätzen gelernt und bin mindestens einmal im Jahr dort zu Besuch. Da mir eine enorme Gastfreundschaft und Herzlichkeit entgegengebracht wird, ist es mir wichtig, Dankbarkeit und Freude mittels der Landesprache auszudrücken. Mit dem Lernen der Sprache wollte ich Land und Leute noch besser kennenlernen.

Wie war Ihre Erfahrung?

Der Sprachkurs war für mich, als jemand, der sich weder aus dem Spanischen oder Italienischen etwas herleiten konnte, eine Herausforderung. Jedoch kam ich mit kontinuierlichem Wiederholen der Vokabeln und den Regeln der Aussprache schnell weiter. Insbesondere unsere Dozentin war sehr motiviert, offen für Fragen und dabei sehr herzlich. Es hat außerdem geholfen, die Sprache im Alltag direkt anwenden zu können, wie etwa beim Einkaufen oder der Kaffeebestellung. 

Konnten Sie das Gelernte schon außerhalb Ihres Sprachkurses nutzen?

Aufgrund der optimalen Wohnlage während des Sprachkurses in der Nähe eines Parks konnte man beim Frühstück, Einkauf und Essengehen, beim Museumbesuch und vielem mehr immer wieder die neu erworbenen Sprachkenntnisse anwenden. Genauso kann ich nun die meisten portugiesischen Beiträge auf Social Media von meiner langjährigen Freundin verstehen. 

Was ist Ihnen von der Zeit des Sprachkurses besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders gut ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich viele liebe Menschen kennengelernt habe, mit denen ich Ausflüge unternommen habe, gerne traditionell portugiesisch essen  oder einen Kaffee trinken gegangen bin. Ich erinnere mich gut an die schöne Kaffee- und Frühstückskultur der Portugiesen, die schon oft morgens um 7 Uhr zum Frühstück im Café saßen. Genauso hat auch der Sprachkurs diese Frühstückspause in den Stundenplan integriert, sodass wir diese meistens bei pasteis de nata und cafe (meint in Portugal einen Espresso) verbrachten. Das Angebot der Supermärkte mit viel frischem Obst, Gemüse und Meeresfrüchten sowie die sehr günstigen Tickets der öffentlichen Verkehrsmittel sind beeindruckend. Genauso finde ich die Sportlichkeit der Portugiesen bewundernswert, die zum Teil nachts um 24Uhr ihre Laufrouten absolvieren, da es im Sommer tagsüber zu warm dafür ist. Es lohnt sich, zum Sonnenuntergang einen der vielen Aussichtsspots in Lissabon zu besuchen, an denen viele Menschen den Tag bei Musik, Tanz und dem ein oder anderen netten Getränk ausklingen lassen. Sowohl der Sonnenuntergang am Rio Tejo als auch über den Dächern von Lissabon sind mir in besonders schöner Erinnerung geblieben.

Was haben Sie außer den neuen Sprachkenntnissen noch aus dem Sprachkurs mitgenommen?

Das Lebensgefühl in Portugal hat mich inspiriert. Neben der Freude an Bewegung und Tanz geben mir das Land und die Menschen das Gefühl, einfach sein zu können und das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Im durchgeplanten Medizinstudium erinnere ich mich gerne an das Lebensgefühl und die Gelassenheit der Portugiesen und freue mich immer wieder darauf, mir davon etwas mitzunehmen, es mir zu bewahren oder es zu teilen.