© Johannes Haas/Studienstiftung

Komponistenresidenz

Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt seit 2013 in Kooperation mit dem Beethoven-Haus fünfwöchige Residenzstipendien für junge Komponistinnen und Komponisten. 

Jährlich stehen in der Regel zwei Stipendien zur Verfügung.

Mit diesem Förderformat unterstützt die Studienstiftung Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Jungalumnae und -alumni aus der Musikerförderung, in einer ebenso konzentrierten wie inspirierenden Arbeitsumgebung zu komponieren und sich über individuelle Frage- und Problemstellungen mit einer Mentorin oder einem Mentor auszutauschen.

Als Mentorinnen und Mentoren der jungen Komponistinnen und Komponisten konnten von 2013 bis 2014 Manfred Trojahn, von 2015 bis 2017 Jan Müller-Wieland und ab 2018 Charlotte Seither gewonnen werden.

Zum Programm gehört ein öffentliches Abschlusskonzert. Hier werden die neu entstandenen Werke uraufgeführt und vorgestellt.

7. Residenzstipendium vom 25. August bis 29. September 2019

Eric M. Domènech und Franz Ferdinand August Rieks waren die Komponisten des 7. Residenzstipendiums vom 25. August bis 29. September 2019. Das Abschlusskonzert mit Uraufführungen der beiden Komponisten für Streichquartett bzw. die Triobesetzung Violine-Klavier-Schlagwerk fand am 28. September 2019 im Woelfl-Haus Bonn statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Eric M. Domènech
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Eric M. Domènech

© K. Eisentraut

Der Deutsch-Franzose Eric Maurice Domènech (* 1991) erhielt auf eigenen Wunsch hin seinen ersten Klavierunterricht im Alter von sieben Jahren in seiner Heimatstadt Kassel. Seine ersten Kompositionen entstanden in dieser Zeit. Es folgte ab 2005 ein Jungstudium an der Musikakademie Louis Spohr Kassel in den Fächern Komposition und Klavier. Von 2011 an studierte er instrumentale Komposition zunächst bei Manfred Trojahn an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, dann bei Michael Obst und Reinhardt Wolschina an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Zusätzlich bildete er sich privat im historischen Kontrapunkt bei Winfried Michel weiter.

Von 2012 bis 2016 konnte er Erfahrungen als Dirigent mit dem Universitätsorchester Weimar, dem thüringischen Landesjugendorchester sowie der Landeskapelle Eisenach sammeln, die ihn als Komponisten prägten.

Wichtige Kompositions- und Klavierlehrer sind für ihn bis heute Diego H. Feinstein, Frank Gerhardt, Bernhardt Opitz, Joachim Kirschner, Yumiko Maruyama, Michael Arndt, Hinrich Steinhöfel sowie Balázs Szokolay.

Das intensive und praktische Studium aller Orchesterinstrumente, der rege Austausch mit Dirigentinnen und Dirigenten und vor allem seine Tätigkeit als Pianist sind für Eric M. Domènech Grundlage des eigenen, kompositorischen Handwerks. Seine Filmmusik zu dem Kurzfilm „Alacritas“ (Regie Joscha Bongard) wurde 2016 für den Deutschen Filmmusikpreis nominiert. Derzeit rundet er sein Studium im Master – weiter auf der Suche nach solidem, kompositorischem Handwerk – in den Fächern Musiktheorie und Kammermusik (Klavier) an der Hochschule für Musik Weimar ab.

Eric M. Domènech ist der intuitive Zugang zur Musik und das unmittelbare Zusammentreffen von Menschen durch Musik wichtig. Der Einsatz von traditionellen musikalischen Mitteln steht für ihn nicht im Widerspruch zur Herausbildung einer eigenen, neuen und frischen Tonsprache am Puls der Zeit.

Franz Ferdinand August Rieks
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Franz Ferdinand August Rieks

© sinusfoto | Rolf W. Stoll

Franz Ferdinand August Rieks (* 1998 in Wiesbaden) studiert Komposition bei Markus Hechtle und Wolfgang Rihm an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. Er ist unter anderem Preisträger des Steinway-Klavierspielwettbewerbs, des Internationalen Klavierpodiums München, des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert und des Mendelssohn-Wettbewerbs. Er gewann darüber hinaus den Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Preis, den Schott-Verlag-Preis und den Preis des WESPE für die Beste Interpretation eines eigenen Werks.

Als Komponist ist er unter anderem zweifacher Preisträger der Berliner Philharmoniker, Bundespreisträger von Jeunesses Musicales, Preisträger von re:compose des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und erster Preisträger des International Composition Competition New York.

Er ist Wolfgang-Rihm-Stipendiat, Sparkassen-Musikstipendiat, Stipendiat der ZIRP, des Ensemble Modern Komponistenstudios und des Deutschen Musikrats. Die Gesellschaft für Neue Musik nominierte ihn für die World Music Days Slovenia 2015.

Als Pianist des Studio Musikfabrik arbeitet Rieks unter der Leitung von Peter Veale mit namhaften zeitgenössischen Komponisten zusammen. Rieks trat beim Young Pianists Festival im Muziekgebouw Amsterdam, in der Laeiszhalle Hamburg, im Gasteig München, als Rising Star bei den Weingartner Musiktagen junger Künstler 2018, bei Steinway & Sons Frankfurt, bei den ARD Hörspieltagen/ZKM Karlsruhe, beim Festival upgrade Donaueschingen, beim ZeitGenuss Festival Karlsruhe, beim International Youth New Music Festival Chicago/Northwestern/DePaul University, im Frankfurter Hof und im Staatstheater Mainz auf.

Seine Debut-Solo-CD mit Beethovens Waldstein-Sonate, Prokofievs Sonate Nr. 7 und Rieks’ Klavierwerk Rhythmen entlang des Endes der Räume erschien bei Wergo/Schott Music International. Das Ensemble Modern spielte unter der Leitung von Franck Ollu 2014 sein Ensemblewerk Nr. 14 b ein.

Kompositionsaufträge erhält er von Studio Musikfabrik, dem Landesmusikrat/Kultusministerium RLP/Villa Musica, der Kunststiftung NRW, der Hoepfner-Stiftung und dem Festival Junger Künstler Bayreuth. Er ist Absolvent des Composer Seminar des Lucerne Festival/Academy bei Wolfgang Rihm und Olga Neuwirth und von Ink Still Wet bei Jörg Widmann und Lothar Zagrosek. Beim Grafenegg Festival dirigierte Rieks das Tonkünstler Orchester, weitere (Ur-)Aufführungen von Rieks’ Kompositionen fanden unter anderem in der Berliner Philharmonie durch Musiker der Berliner Philharmoniker, im Newcomer-Konzert der Wittener Tage für neue Kammermusik 2018 durch die Internationale Ensemble Modern Akademie, beim Lucerne Festival durch die Lucerne Festival Alumni, beim Composer Collider des Ensemble Musikfabrik, den Internationalen Ferienkursen und der Frühjahrstagung für Neue Musik Darmstadt statt. Weitere Meisterkurse absolvierte er unter anderem bei Carmen Piazzini, Alfredo Perl, Helmut Lachenmann, Mark Andre, Brian Ferneyhough, Georges Aperghis, Vito Žuraj, Rebecca Saunders, Johannes Schöllhorn, Zeynep Gedizlioğlu, Jochen Kuhn, Marcus Weiss, Dietmar Wiesner, Brett Dean, Stanley Dodds, Gerhard Stäbler, Kunsu Shim, Teodoro Anzellotti, Volker Staub, Prof. Dr. Wolfgang Rüdiger.

Rundfunkauftritte, Konzerte und Uraufführungen von Franz Ferdinand August Rieks sendeten der SWR2, Deutschlandradio Kultur, hr2, BR-Klassik, WDR3, Radio Bremen Zwei und der Deutschlandfunk. Rieks war Studiogast der Sendung Treffpunkt Klassik extra im SWR2 und wurde im Deutschlandfunk in der Reihe Atelier Neuer Musik portraitiert.

Die bisherigen Residenzstipendien im Überblick

6. Residenzstipendium vom 2. September bis 6. Oktober 2018

Matthias Krüger bearbeitete sein Werk K. P. und sein Engel für Akkordeon. Philipp Christoph Mayer komponierte Haus für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello.

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5. Residenzstipendium vom 3. September bis 7. Oktober 2017

Stefan Beyer komponierte Bleib hier. Schau zu. Mach kein Geräusch für Mezzosopran und Klavier. Samuel Walther komponierte Duo IV für Charles Koechlin für Flöte und Klarinette.

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4. Residenzstipendium vom 4. September bis 7. Oktober 2016

Benjamin Scheuer komponierte Monstrationen, 4 kleine Szenen für Bariton, Bassklarinette, Zuspielung und Licht. Josep Planells Schiaffino komponierte Drei Stücke für Cello und Klavier. Beide Werke wurden am 7. Oktober 2016 uraufgeführt.

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3. Residenzstipendium vom 6. September bis 10. Oktober 2015

Konstantin Heuer (Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart) komponierte Aria für Cello und Klavier. Julian Lembke (Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse, Paris) komponierte flux.flous für zwei Violinen. Beide Werke wurden am 10. Oktober 2015 uraufgeführt.

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2. Residenzstipendium vom 30. August bis 4.Oktober 2014

Antoine Daurat (Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin) komponierte Dove sei? Récitatif pour trio à cordes et électronique. Damian Scholl (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) komponierte Intimacy für Violine und Klavier. Beide Werke wurden am 4. Oktober 2014 uraufgeführt.

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1. Residenzstipendium vom 7. September bis 4. Oktober 2013

Sven Daigger (Hochschule für Musik Karlsruhe) und Alexander Müller (Hochschule für Künste Bremen) komponierten kammermusikalische Werke für Gesang, Klarinette, Cello, Klavier und für Oboe, Cello und Klavier.

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