Stipendiaten machen Programm: „Refugeeism & Asylum in Europe and Germany – Enhancing Active Citizenship!“

Um auch Geflohenen die Teilnahme am Seminar „Refugeeism & Asylum“ zu ermöglichen, warben die Initiatoren Gelder aus dem Spendenaufruf der Studienstiftung ein © PrivatUm auch Geflohenen die Teilnahme am Seminar „Refugeeism & Asylum“ zu ermöglichen, warben die Initiatoren Gelder aus dem Spendenaufruf der Studienstiftung ein © Privat

"Helfenden helfen. Flüchtlingen helfen“ – unter diesem Motto hat die Studienstiftung 2016 eine Spendenkampagne zugunsten von Flüchtlingsprojekten durchgeführt, die maßgeblich von eigenen Stipendiatinnen und Stipendiaten mitgetragen werden. Auch bei von Geförderten organisierten Seminaren spielte die Themen Flucht und Migration eine Rolle, wie der folgende Kurzbericht zeigt.

Die Themen Flucht und Migration haben viele von uns Stipendiatinnen und Stipendiaten im Jahr 2016 sehr bewegt. Aus dieser Beschäftigung heraus fanden sich schnell neun engagierte Menschen, die gemeinsam ein Konzept für ein Stipendiatenseminar entwickelten, das ein Gegenentwurf werden sollte zu der aus unserer Sicht oft paternalistisch anmutenden Herangehensweise der Flüchtlingshilfe. Deshalb entschieden wir uns früh, zu unserem Seminar „Refugeeism & Asylum in Europe and Germany – Enhancing Active Citizenship!“ nicht nur Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni und Alumnae einzuladen, sondern auch Geflüchtete.

Die auf Englisch gehaltene Veranstaltung verfolgte zwei Ziele: Zum einen wollten wir im Rahmen des Seminars versuchen, Antworten auf wichtige politische und soziale Fragen zu finden, die durch die Flucht zahlreicher Menschen nach Europa aufgeworfen wurden. Zum anderen wollten wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars stärker miteinander vernetzen, um sie noch handlungsfähiger zu machen – und auf diese Weise dazu beizutragen, dass sich die Situation der nach Deutschland flüchtenden und geflüchteten Menschen bessert.

Vom 23. bis 26. Juni 2016 trafen sich rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichster Fachrichtungen in der Jugendherberge Frankfurt, darunter rund 15 Geflüchtete. Sie alle reisten mit dem gemeinsamen Ziel an, nicht nur zu diskutieren, sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten und Projekte zu planen. Für die fachliche Arbeit in den sechs verschiedenen Arbeitsgruppen, die ein breites Themenspektrum abdeckten – von den Fluchtursachen über Fragen der Integration bis hin zum Thema Medien – war die Mitarbeit der Geflüchteten insbesondere durch deren Erfahrungsberichte von essenzieller Bedeutung.

Über die sachliche Arbeit hinaus spielten die teils sehr persönlichen Beiträge der Geflüchteten eine besondere Rolle in diesem Seminar. Besonders berührt hat uns der Moment, als sich ein Teilnehmer beim Organisationsteam dafür bedanke, durch das Seminar seit seiner Ankunft in Deutschland „auf akademische Weise erstmals wieder richtig gefordert worden“ zu sein.

Justus Zorn, Alumnus, Promovend, Physik, MPI für Kernphysik und Universität Heidelberg
Klara Sommer, Stipendiatin, Psychologie, FU Berlin

Stand: Oktober 2017

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