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Porträt

Ali Karaca

Chemie

Universität Halle-Wittenberg, Halle

Mit den Sommerakademien, Seminaren und Sprachkursen wird ein sehr großer Apparat an Möglichkeiten zur Weiterbildung und zu Netzwerken geboten. Ich selbst habe einen dreiwöchigen Sprachkurs in der Türkei absolviert, der von Seiten der Studienstiftung gut organisiert war und mir sehr gut getan hat.

Was macht die Förderung der Studienstiftung für Sie attraktiv?

Die Attraktivität der Studienstiftung ist aus meiner Sicht im Grunde genommen in ihrem eigenen Profil beschrieben. Zum einen ist es die finanzielle Förderung. Aus eigener Erfahrung und vielen Gesprächen mit verschiedenen Stipendiaten kann ich behaupten, dass die Studienstiftung ein breites Spektrum an Stipendiaten fördert, die oftmals interessante Persönlichkeiten haben und diese im Laufe der Jahre noch viel besser entfalten können. Weiterhin haben Stipendiaten der Studienstiftung oftmals den Willen das Gesellschaftliche Zusammenleben mit ihrem persönlichen fachlichen Beitrag, mit ihrer Expertise und ihren Fähigkeiten zu verbessern. Durch die finanzielle Förderung gewährleistet die Studienstiftung einen Rahmen, in dem sich der Stipendiat frei bewegen und entfalten kann, ohne sich über existenzielle Aspekte des Lebens sorgen machen zu müssen. Es bietet einem Zeit sich intensiv mit persönlichen Interessen im Studium und außerhalb des Studiums zu beschäftigen und somit die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Im Rahmen der ideellen Förderung gibt es noch viel mehr Aspekte zu benennen. Es beginnt mit der persönlichen Betreuung durch zwei Bezugspersonen, dem Mentor und dem entsprechend Zuständigen in der Studienstiftung selbst. Hier kann ich bei allen Fragen und Problemen oder auch Ideen oder persönlichen Zielen nach Rat fragen. Sei es die Beratung bezüglich eines Auslandssemesters oder der weitere Studienverlauf, die persönliche Beratung verhilft dazu aus einer Idee oder einem Problem, einen strukturierten Plan oder eine Lösung zu entwickeln. Mit den Sommerakademien, Seminaren und Sprachkursen wird ein sehr großer Apparat an Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum Netzwerken geboten. Ich selbst habe einen dreiwöchigen Sprachkurs in der Türkei absolviert, der von Seiten der Studienstiftung gut organisiert war und mir sehr gut getan hat.

Vielleicht könnten Sie uns etwas zu Ihrem Zugangsweg über den Bundesumweltpreis und Ihr Projekt erzählen?

Ich hatte im Jahr 2010 mit zwei Kollegen den Bundespreis Jugendforscht gewonnen (Preis des Bundespräsidenten, damals noch Horst Köhler). Im Rahmen einiger Messen etc stieß ich auf ein Problem, dass mit einer effektiven Klärschlammentwässerung zu tun hatte. Bis dahin gab es immer nur mechanische Ansätze. Das einzige nicht mechanische war der Zusatz von Fällungsmitteln, von denen einige sofern ich weiß zum Jahr 2013 aber von der EU verboten wurden. Also machte ich mich auf die Suche nach alternativen Ideen, die nicht viel Energie oder Zusatz von verbotenen Fällungsmitteln brauchten. Hinzu kam ein gebrochenes Schlüsselbein im Sommer und damit viel freie Zeit um theoretische Überlegungen durchzuspielen, sodass ich am Ende auf die osmotische Entwässerung von Klärschlamm gekommen bin und mit meinem Betreuer in den Monaten danach ein kontinuierlich arbeitendes System aufbaute, dass beim Landeswettbewerb Jugend forscht in Niedersachsen den Platz 3 und einige Zusatzpreise erhielt. Mein Ziel war natürlich der Bundeswettbewerb gewesen. Nach einem Tag Frustration suchte ich also nach alternativen Wettbewerben und fand den Bundesumweltwettbewerb. Aufgrund eines IT Fehlers war die Teilnahmefrist um 7 Tage nach hinten verschoben, sodass ich also noch 2 Tage Zeit hatte meine Arbeit abzugeben. Ich suchte alle meine Materialien, Messwerte, Texte etc zusammen und arbeitete etwa 1,5 Tage mit meinem Betreuer durch. Ich schrieb und er korrigierte, sodass am Ende eine 44 seitige Arbeit herauskam. Diese reichte ich beim BUW 12 Minuten vor Teilnahmeschluss online ein und wurde zur Endrunde eingeladen, wo ich vor einem Gremium aus etwa 20 Personen von allen wissenschaftlichen Fachbereichen (hauptsächlich Professoren und Doktoren) befragt wurde und meine Arbeit verteidigen musste. Das Ergebnis war der Hauptpreis. -

Wie empfinden Sie die Vernetzung mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten?

Den ersten wirklich intensiven Kontakt mit anderen Stipendiaten (3 Wochen) hatte ich im Rahmen des Sprachkurses, da ich mich vorher sehr stark auf mein Studium konzentriert hatte. Es war ein wundervolles Gefühl zu sehen, dass es Menschen gibt, die ähnlich wie ich Träume und Visionen haben, etwas zu bewegen und bereit dafür sind ihren Horizont zu erweitern zu lernen und zu lehren. Mehr als durch den Sprachkurs habe ich durch viele Gespräche und Diskussionen mit den anderen Teilnehmern des Kurses gelernt, die alle sehr viel Wissen und Fähigkeiten bezüglich ihres Studiums und darüberhinaus besitzen.

Gibt es Angebot der Studienstiftung, an denen Sie bereits teilgenommen haben / auf die Sie sich besonders freuen / die Sie besonders reizen?

Sprachkurs Türkei 3 Wochen dieses Jahr. Ab dem kommenden WS 1 Jahr an der METU in Ankara gefördert und betreut durch die Stiftung. Was ich unbedingt noch probieren möchte ist eine Sommerakademie, aber das dann erst im Master.

Darüber hinaus wäre es besonders interessant, etwas über Ihr Engagement im außerfachlichen Bereich zu erfahren – und den Rahmen, den Ihnen die Studienstiftung ggf. hierfür bietet.

Da ich mit Chemie einen besonders schwierigen und zeitintensiven Studiengang habe, bleibt leider nicht so viel Zeit. Es entwickelt sich eine unglaubliche Arbeitsmentaliltät, aber die Zeit die zur Verfügung steht, habe ich bis jetzt in eine weitere Teilnahme an einem Wettbewerb der Veolia in Leipzig genutzt, in der es um umwelttechnische Ideen ging. Weiterhin treibe ich Sport und investiere viel Zeit in der ehrenamtlichen Arbeit bei Islamischen Organisationen. Dabei liegt mein Schwerpunkt auf Public Relations. Also die Kommunikation mit anderen NGOs. Vor allem treibe ich mit meinem Team in unserer Arbeit den Kontakt mit deutschen Organisationen etc voran, um mit unserer Arbeit zu zeigen, wie viele Gemeinsamkeiten wir eigentlich haben, dass wir eine Nation sind anstatt viele verschiedene Rassen. Weiterhin nehme ich privat an Kursen oder Kongressen, wie Social Entrepreneurship (von der Studienstiftung in Aachen), Projektmanagement oder ähnlichen Themen teil.

Stand: Juni 2014