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Berichte

Wissenschatz und Begeisterung: Lebenswissenschaftliches Kolleg

Studierende der Medizin, Biologie, Biochemie und Psychologie treffen im Lebenswissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung aufeinander. Zwei Jahre lang arbeiten sie in regelmäßigen Arbeitsphasen an einem Schwerpuntkthema. Stipendiat Lukas Krone zeigt, warum sich das Durchhalten trotz der Arbeit in den Semesterferien lohnt.

Wiederholt bricht lautes Gelächter aus in dem Grüppchen, das im Foyer des Tagungshauses Stephansstift Hannover kurz nach Mitternacht noch immer auf einem Ledersofa zusammengekauert sitzt. Alle schauen gespannt auf den Laptopbildschirm, der zwischen den Weingläsern, Cola-Flaschen und Salzstangen auf dem kleinen Couchtischchen Platz gefunden hat. Dass dies nicht der feucht-fröhliche Videoabend einer Klassenfahrt ist, erkennt man erst auf den zweiten Blick an den kleinen Namensschildern mit dem Zusatz „Arbeitsgruppe 3 - Neuro- und Psychowissenschaften“, die die jungen Leute auf dem Sofa tragen. Mit viel Freude basteln die Stipendiaten gerade an ihrem Abschlussposter, mit dem sie am nächsten Morgen das eigene Wochenthema „Schmerz“ den anderen Gruppen vorstellen wollen.

In der Freizeit von Wissenschaft begeistert
Den etwa 120 Stipendiaten, die sich über zwei Jahre hinweg für jeweils eine Woche in den Semesterferien treffen, ist gemeinsam, dass sie sich nicht nur im Rahmen ihres Studiums, sondern auch in ihrer Freizeit für Wissenschaft begeistern. Hochkarätige Wissenschaftler betreuen sie dabei in Gruppen von je 15-20 Stipendiaten, deren Themen von der Systembio(techno)logie und Biophysik über die Molekularbiologie mit Immunologie/Infektiologie, „sugar code“ und Onkologie bis hin zur Neurowissenschaft mit den Gruppen Neurobiologie und Neuro-/Psychowissenschaften reichen. Die Wochen sind mit Arbeitssitzungen, Gastdozenten und Abendvorträgen voll gepackt, werden jedoch durch das abwechslungsreiche Programm mit Laborbesuchen, Klinikvisiten, Programmierworkshops und Ausflügen ins Grüne aufgelockert. Auch die schönen Tagungshäuser und die vorzügliche Verpflegung tragen stets zur angenehme Atmosphäre der Kollegwoche bei. Als inhaltliches Highlight findet am Abschlusstag eine Postersitzung statt, bei der sich die einzelnen Gruppen in freier, teils interaktiver Form, gegenseitig ihre Themen vorstellen.

Diskussionen am Seeufer
Eigeninitiative ist auch bei den Zwischentreffen gefragt, die an einem oder zwei Wochenenden unter dem Semester stattfinden. Mit einer Unterkunfts- und Fahrtkostenpauschale können die einzelnen Gruppen sich die Teilnahme an Kongressen finanzieren, eine eigene kleine Tagung auf die Beine stellen oder ein Projekttreffen organisieren. In meiner Gruppe fanden diese Wochenenden in Berlin, München, Würzburg und am Staffelsee statt. Hier konnten wir im kleinen Kreis mit unseren Gastdozenten teils bei Schneespaziergängen oder am Seeufer sitzend diskutieren und erlebten die schönsten und intensivsten Tage des Kollegs.

Was bleibt vom Kolleg?
Am wertvollsten sind mir die Freundschaften, die sich im Laufe der vergangen zwei Jahre entwickelt haben und die mein privates und wissenschaftliches Leben auch nach dem Kolleg noch bereichern. Darüber hinaus hat das Kolleg in mir erst so richtig die Wissenschaftsbegeisterung entflammt, die mir ganz neue Perspektiven auf mein Studium gibt. Schließlich bleibt auch ein Wissensschatz von Ordnern voller spannender Präsentationen zu den Themen, die mich so sehr interessieren.

Lukas Krone, Medizin, Universität Freiburg