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20/07/2010

Zweiter Jahrgang des Mercator Kollegs startet

20 junge Deutsche arbeiten für ein Jahr in internationalen Organisationen und NGOs

Essen/Bonn, 20.07.2010 – 20 neue Stipendiaten aus Deutschland starten in diesen Tagen im Mercator Kolleg für internationale Aufgaben. Unter ihnen sind herausragende Hochschulabsolventen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie werden im Herbst mit der Arbeit in internationalen Organisationen beginnen. Ziel des Mercator Kollegs ist die Nachwuchsförderung und Qualifizierung deutschsprachigen Personals für Führungspositionen in internationalen Organisationen und Nichtregierungs-organisationen. Das Mercator Kolleg ist ein Projekt der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Stiftung Mercator in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt.  

„Mit dem Mercator Kolleg möchte die Stiftung Mercator angehende Führungskräfte für die veränderten Aufgaben in der globalen Welt des 21. Jahrhunderts qualifizieren“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. „Die Herausforderungen der globalisierten Welt verlangen nach kompetentem und engagiertem Personal an den entsprechenden Schaltstellen innerhalb und außerhalb Deutschlands. Mit dem Kolleg bereiten wir junge Hochschulabsolventen auf eine solche Karriere in internationalen Arbeitsumfeldern vor“, so Lorentz weiter. Die Stiftung Mercator fördert das Mercator Kolleg in einem Zeitraum von fünf Jahren mit 5,7 Millionen Euro.  

„Die Studienstiftung ist glücklich, mit dem Mercator Kolleg einen Personal- und Ideenbeitrag für weltweit zu lösende Probleme zu leisten“, sagt Dr. Gerhard Teufel, Generalsekretär der Studienstiftung des deutschen Volkes. „Ob Menschenhandel in Südostasien, sexuelle Gewalt in iranischen Gefängnissen oder die Pilotierung einer ‚Ein-Euro-Brille’ für Afrika: Der zweite Jahrgang des Mercator Kollegs scheut sich nicht, auch unbequeme Themen anzupacken und die internationale Staatengemeinschaft in die Pflicht zu nehmen.“

Während eines 13-monatigen Programms arbeiten die Kollegiaten in zwei bis drei internationalen Organisationen oder in global tätigen NGOs, Non-Profit-Organisationen oder Wirtschaftsunternehmen. Eine von den Kollegiaten selbstentworfene praktische Fragestellung bestimmt als Projektvorhaben die Wahl der Arbeitsstationen. Das Stipendium für die 13 Monate beträgt rund 17.000 Euro plus Reisekosten. Darüber hinaus stehen weitere Fördermittel für Auslandsaufenthalte und Sprachkurse zur Verfügung. Ergänzend finden zahlreiche Seminarphasen zu persönlichen Führungs- und Verhandlungskompetenzen statt.  

Der erste Jahrgang des Mercator Kollegs endet im September 2010 und zeigt bereits heute erste Erfolge. So konnte Mercator-Kollegiat Mirco Günther vor Ablauf des ersten Jahrgangs aus dem Kolleg heraus als Leiter der Water Management Unit auf eine Führungsaufgabe bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Tadschikistan wechseln. Er wird sich dort dem Wasserkonfliktmanagement und der Energiesicherheit in Zentralasien widmen.

Folgende neue Stipendiaten wurden in das Mercator Kolleg aufgenommen:

  • Mina Baghai Arassi (26) aus Saarbrücken, Projektvorhaben: Sexuelle Gewalt in iranischen Gefängnissen – Die internationale Staatengemeinschaft zwischen Chance und Pflicht
     
  • Jann Böddeling (27) aus Köln, Projektvorhaben: Zivilgesellschaftsprogramme: Möglichkeiten zur Frühphasenförderung für innovative Organisationen
     
  • Sebastian Boll (27) aus Kassel, Projektvorhaben: Menschenhandel in Südostasien: Eine Untersuchung zur Effektivität des regionalen Handels
     
  • Sebastian Fellhauer (27) aus Weil im Schönbuch, Projektvorhaben: Evaluierung der Produktion einer Ein-Euro-Brille für Afrika
     
  • Alexandra-Britta Jarotschkin (24) aus Bad Arolsen, Projektvorhaben: Im Spannungsfeld von Privatsektorentwicklung und Armutsbekämpfung
      
  • Konstantin Kosten (29) aus Berlin, Projektvorhaben: Integration, nicht Konfrontation: Möglichkeiten kooperativer deutscher und europäischer Iranpolitik
     
  • Annika Kovar (26) aus Böblingen, Projektvorhaben: Die Rolle traditioneller Aussöhnungsprozesse in Afrikanischen Post-Konfliktsituationen: Baustein nachhaltiger Friedenssicherung?
     
  • Christian Ksoll (29) aus Weiden, Projektvorhaben: Trade and Transport Facilitation in the Greater Mekong Subregion
     
  • Dr. Annika Kuhn (29) aus Karlsruhe, Projektvorhaben: Restitution und Mobilität von Kulturgütern: Möglichkeiten und Perspektiven einer internationalen Zusammenarbeit
     
  • Tobias März (30) aus Würzburg, Projektvorhaben: Solarenergie: Chance für Entwicklungs- und Schwellenländer und Lösung für die Klimaerwärmung?
     
  • David Maleki (26) aus Frankfurt, Projektvorhaben: Kooperation mit Schwellenländern im Klimaschutz
     
  •  Florian Neutze (28) aus Hannover, Projektvorhaben: Effektive Entwicklungspolitik? Die Transformation deutscher Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel des bilateralen zivilen Wiederaufbaus in Afghanistan
     
  • Dominik Paris (27) aus Köln, Projektvorhaben: Klimawandel Adaption: Mirgrationspotenzial in küstennahen Großstädten
     
  • Clara Rellensmann (27) aus Berlin, Projektvorhaben: Das Potenzial des Kulturerhalts zur Förderung nachhaltiger Entwicklung: Die Implementierung der Welterbekonvention in Südostasien
     
  • Lenea Reuvers (24) aus Hohen, Projektvorhaben: "Frauen stärken, Demokratie fördern": Die Rolle der Frau in der Demokratieförderung im Nahen Osten
     
  • Bastian Richter (27) aus Celle, Projektvorhaben: Ansätze zur Bewältigung von Bürgerkrieg und humanitärer Krise am Horn von Afrika
     
  • Joshua Rogers (25) aus Berlin, Projektvorhaben: Internationale Beiträge zur Stabilisierung fragiler Staaten
     
  • Juliane Sarnes (27) aus Berlin, Projektvorhaben: Wege aus der Schuldenfalle – Strategien zur Beseitigung dysfunktionaler Anreizestrukturen in der öffentlichen Wirtschaft

  • Kristoffer Tangri (28) aus Hamburg, Projektvorhaben: A Transforming EU Security Doctrine: An analysis of the EU's contribution to UN Peacekeeping
     
  • Julia Teyssen (24) aus Guntramsdorf, Projektvorhaben: Regionale Integration der europäischen Elektrizitätsmärkte

Das Mercator Kolleg nimmt jährlich 20 neue Kollegiaten aus Deutschland auf. Hochqualifizierte Hochschulabsolventen aller Fachrichtungen können sich bis zum 31. März jedes Jahres für die Aufnahme ins Mercator Kolleg für internationale Aufgaben bewerben.   Das Mercator Kolleg für internationale Aufgaben fördert nicht nur Hochschulabsolventen in Deutschland, sondern auch in der Schweiz. Dort führen die Stiftung Mercator Schweiz und die Schweizerische Studienstiftung in Kooperation mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten die Initiative durch.  

Weiterführende Links:  

www.mercator-kolleg.de und www.studienstiftung.de/mercator-kolleg.html  

Über die Stiftung Mercator:  

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen.
Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Über die Studienstiftung des deutschen Volkes:  

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist mit rund 11.000 Stipendiaten das größte und zugleich das älteste deutsche Begabtenförderungswerk. Frei von politischen, religiösen und weltanschaulichen Vorgaben fördert sie besonders begabte Studierende, die sich durch ihre Leistungsstärke, ihre tolerante Persönlichkeit und ihr gesellschaftliches Engagement auszeichnen.
Die Studienstiftung betreibt Nachwuchsförderung für Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kunst. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund, die Länder und Kommunen, eine Vielzahl von Stiftungen und Unternehmen sowie private Spender.
Seit ihrem Bestehen hat die Studienstiftung mehr als 50.000 besonders begabte Studierende und Doktoranden unterstützt. Jährlich werden rund 3.500 Stipendiaten neu in die Förderung aufgenommen.