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25/01/2016

weitergeben – Engagementpreis der Studienstiftung 2016: Bildungsprojekt für junge Frauen in Indien ausgezeichnet


Bonn, 25. Januar 2016. Dominic Ponattu erhält den Engagementpreis 2016 der Studienstiftung. Mit dem Preis würdigt die Studienstiftung des deutschen Volkes das Engagement ihrer Geförderten in von ihnen initiierten oder maßgeblich getragenen gemeinnützigen Projekten. 25 Initiativen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen lagen der Jury diesmal vor. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird im Rahmen einer Festveranstaltung am 6. Juni 2016 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen.

Der diesjährige Engagementpreisträger ist Mitbegründer und Geschäftsführer des Vereins Bildungschancen für Frauen in Indien e.V. Der Verein vergibt Stipendien für die Ausbildung von jungen Frauen aus sozial schwachen Familien; derzeit fördert er 35 angehende Krankenpflegerinnen in entlegenen Gebieten Südindiens. Durch die Ausbildung erhalten die Frauen, oft Waisen oder aus Haushalten mit erkrankten Elternteilen, nicht nur eine Zukunftsperspektive, sie tragen ihrerseits auch zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in ihrer Region bei. Die so Geförderten sollen als Multiplikatoren und positive Vorbilder für andere Mädchen und Frauen wirken.

„Der Engagementpreis ist eine große Anerkennung für unsere Stipendiatinnen in Indien und für die Arbeit unseres noch jungen Vereins“, sagt Dominic Ponattu, dessen Eltern aus dem Süden Indiens stammen. „Gleichzeitig gibt er uns die Möglichkeit, unsere Projektarbeit noch nachhaltiger zu gestalten.“

Dominic Ponattu ist Promotionsstipendiat der Studienstiftung. Nach einem Bachelor der Volkswirtschaftslehre und Politik sowie einem Master der Politischen Ökonomik widmet er sich in seiner Dissertation seit 2014 den Wechselwirkungen zwischen politischen Eliten und der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens.

Die Jury, zu der Alumni, Studierende und Vorstandsmitglieder der Studienstiftung zählen, zeigte sich beeindruckt von der thematischen Bandbreite der Initiativen. Dominic Ponattus Projekt überzeugte das Auswahlgremium dadurch, dass es auf individueller wie gesellschaftlicher Ebene wirkt: So eröffnet die finanzielle Unterstützung den jungen Frauen konkrete Berufsperspektiven; darüber hinaus zielt das Förderkonzept des Vereins darauf ab, dass die Stipendiatinnen Vorbildfunktion auch für andere Frauen haben und so als Multiplikatoren in die Gesellschaft hinein wirken.

Neben Dominic Ponattu hat das Gremium fünf Bewerber als Finalisten ausgewählt. Der Preisträger und die Finalisten werden ihre Initiativen im Rahmen einer festlichen Preisverleihung am 6. Juni 2016 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften präsentieren.

Die Projekte im Einzelnen:

Preisträger

Bildungschancen für Frauen in Indien e.V.
Dominic Ponattu, Promotionsstipendiat, Politikwissenschaft/Wirtschaftswissenschaft,
Universität Mannheim

Der Verein Bildungschancen für Frauen in Indien e.V. vergibt Stipendien für die Ausbildung von jungen Frauen aus sozial schwachen Familien; derzeit fördert er 35 angehende Krankenpflegerinnen in entlegenen Gebieten Südindiens. Mit dem Bachelorstudiengang Nursing erhalten die Frauen, oft Waisen oder aus Haushalten mit erkrankten Elternteilen, nicht nur eine Zukunftsperspektive, sie tragen ihrerseits auch zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in ihrer Region bei. Die so Geförderten sollen als Multiplikatoren und positive Vorbilder für andere Mädchen und Frauen wirken.

Weitere Informationen zu Bildungschancen für Frauen in Indien e.V.:
www.bildungschancen-indien.de


Finalisten

Cador-Hilfe e.V.
Lea Engel, Stipendiatin, International Business Studies, Hochschule Hannover
Der Verein Cador-Hilfe unterstützt das Waisenhaus Cador im westafrikanischen Togo. Er hilft benachteiligten Kindern im Alltag und fördert ihre schulische und berufliche Bildung. Dabei kooperieren die Mitarbeitenden des Vereins mit den Verantwortlichen vor Ort und sichern die Grundbedürfnisse der Kinder: regelmäßige Mahlzeiten, Kleidung, Wohnraum, Betreuung und medizinische Versorgung. Die Cador-Hilfe setzt auf die gezielte Förderung jedes einzelnen Kindes. So eröffnet der Verein den Zugang zu Bildungseinrichtungen und finanziert die berufliche Ausbildung als Start in ein selbstständiges Leben. Des Weiteren unterstützt die Cador-Hilfe den Bau eines neuen Waisenhauses und sammelt zu diesem Zweck Spenden, wirbt um Mitglieder und Paten.

Weitere Informationen zu Cador-Hilfe e.V.: www.cador-hilfe.de

Kinder- und Jugendcircus Blamage e.V.
Anna Nutz, Stipendiatin, Pädagogik und Management in der Sozialen Arbeit, TH Köln
Der Kinder- und Jugendcircus Blamage e.V. fördert seit 1989 die motorischen, künstlerischen und sozialen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Dabei setzt der Circus Blamage seit 26 Jahren auf Inklusion: Hier kommen Teilnehmer und Trainer mit und ohne Behinderung aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen zusammen. In den Ferien veranstaltet der Verein jährlich rund sieben Zirkuscamps, an denen jeweils 45 Kinder ab neun Jahren teilnehmen. Sie wählen aus dem vielfältigen Angebot (Jonglage, Trapez, Clownerie usw.) zwei Bereiche für sich aus, die sie täglich trainieren. Dabei werden sie von ehrenamtlichen Trainern betreut.

Weitere Informationen zu Circus Blamage e.V.: www.circus-blamage.de

On The Move e.V.
Rick Wolthusen, Stipendiat, Medizin, Technische Universität Dresden
Das Ziel von On The Move e.V. ist es, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Afrika durch unterschiedliche Aktivitäten zu fördern: die Vermittlung von Freiwilligendiensten in 13 afrikanischen Ländern, Spendenprojekte für medizinische beziehungsweise bildungsorientierte Institutionen in Ghana und Südafrika sowie Aktivitäten im Rahmen der Brain Awareness Week (BAW). In Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School hat der Verein 2015 begonnen, die BAW in Westafrika zu etablieren, um die Bevölkerung stärker über die Funktionen des Gehirns aufzuklären und damit langfristig einer Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegen zu wirken. Die Mitarbeitenden des Vereins besuchten im Rahmen des Pilotprojektes Schulen, Gemeinden, Kirchen und Krankenhäuser, um Wissen zu vermitteln und den Austausch zu fördern. Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, hat der Verein Krankenschwestern und Lehrer mit ausgewählten Lehrmaterialien und deren Didaktik vertraut gemacht.

Weitere Informationen zu On The Move e.V.: www.on-the-move.de

Sanagua
Carolin Kröger, Stipendiatin, Volkswirtschaftslehre, Universität Mannheim
Maximilian Neef, Stipendiat, Betriebswirtschaftslehre, Universität Mannheim
Armin Satzger, Stipendiat, Betriebswirtschaftslehre, Universität Mannheim

Die ländliche Bevölkerung in Argentinien ist aus finanziellen Gründen häufig gezwungen, das durch das Schwermetall Arsen sowie durch Bakterien belastete Wasser zu trinken. Sanagua hat daher eine solarbetriebene Wasseraufbereitungsanlage entwickelt, die in Dörfern von einheimischen Mechanikern betrieben wird. Das Trinkwasser wird anschließend sehr günstig verkauft, um mit dem Erlös Reparaturkosten zu tragen sowie soziale Projekte vor Ort und weitere Aufbereitungsanlagen zu finanzieren. Zusätzlich werden die Dorfgemeinschaften von Sanagua über die Risiken von verschmutztem Trinkwasser aufgeklärt und erhalten betriebswirtschaftliche Schulungen.

Weitere Informationen zu Sanagua: www.unimannheim.enactus.de/blog/projekte/sanagua/

Sunté
Judith Lippelt, Stipendiatin, Englisch und Französisch auf Lehramt, Universität Mannheim
Sunté hat im ländlichen Afrika ein Konzept zur besseren Stromversorgung sowie medizinischen Versorgung entwickelt und dies 2014 in Togo mit einem lokalen Partner erfolgreich umgesetzt: Durch die Installation von Solarsystemen in zehn bis dato nicht elektrifizierten Krankenstationen wurde die medizinische Versorgung für ein Einzungsgebiet von mehr als 50.000 Personen verbessert. Dank des Solarstroms konnte außerdem ein Handyladeservice eingerichtet werden, der der Bevölkerung den Anreiz gibt, regelmäßig in die Krankenstation zu kommen und dadurch ihre Skepsis gegenüber en medizinischen Behandlungen zu überwinden.

Weitere Informationen zu Sunté: http://www.unimannheim.enactus.de/blog/projekte/solarcell/

Weitere Informationen zum Engagementpreis, zur Jury und zum Preisträger sowie den Finalisten finden Sie unter www.studienstiftung.de/auszeichnungen-der-studienstiftung/engagement-und-promotionspreise/engagementpreis/