Pressemitteilungen

28/02/2022

Studienstiftung sagt für 2022 geplante Kooperationen in Russland ab

Bonn, 28. Februar 2022. Die Studienstiftung beobachtet mit Entsetzen den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. In einer Stellungnahme erklärt der Vorstand seine Solidarität mit der Ukraine und allen vom Krieg betroffenen Menschen. Alle institutionellen Kooperationen der Studienstiftung in Russland, etwa die geplante binationale Akademie in St. Petersburg im August 2022, werden ausgesetzt.

„Angesichts des Bruchs des Völkerrechts durch die russische Regierung stellen wir unsere laufenden Kooperationen mit Institutionen in Russland ein und fördern bis auf Weiteres auch keine Ausreisen nach Russland mehr. Diese Schritte sind aus unserer Sicht unumgänglich, auch wenn sie uns sehr schmerzen, da für uns der internationale Wissensaustausch und die Verständigung über Grenzen hinweg von zentraler Bedeutung sind“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Zimmermann, Präsident der Studienstiftung.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Studienstiftung Kontakt zu ihren Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Ukraine aufgenommen und diese dabei unterstützt, das Land zu verlassen. Mit ihren Geförderten, die sich derzeit in Russland aufhalten, steht die Studienstiftung in engem Austausch und empfiehlt angesichts der unberechenbaren Entwicklung und der inzwischen eingeschränkten Reisemöglichkeiten dringend die Ausreise.

Die laufende Kooperation mit einer Sprachschule in St. Petersburg setzt die Studienstiftung aus und wird Sprachkurse für die russische Sprache vorerst in Deutschland anbieten. Ebenfalls abgesagt hat sie die vom 8. bis 17. August 2022 geplante deutsch-russische Sommerakademie in St. Petersburg, die erstmals und in Kooperation mit der Sankt Petersburger Higher School of Economics hätte stattfinden sollen. Während der Akademie sollten deutsche und russische Studierende im Dialogformat verschiedene Themen rund um das heutige Russland ergründen – von der multiperspektivischen Betrachtung der Nürnberger Prozesse über die Zukunftsimplikationen eines globalen Wettbewerbs um Künstliche Intelligenz und Big Data bis hin zu Fragen russischer Wohnraumpolitik. Ungeachtet der Absage der geplanten Kooperation und des Verzichts, die Akademie vor Ort durchzuführen, plant die Studienstiftung, diese hoch relevanten Themen im Sommer im Rahmen einer Akademie zu bearbeiten.

Die Studienstiftung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet mit dem Anspruch junge Menschen zu fördern, die nach ihrer Begabung und Persönlichkeit besondere Leistungen im Dienste der Allgemeinheit erwarten lassen. In diesem Geiste unterstützt sie aktuell über 14.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten und unterhält vielzählige internationale Kooperationen wie etwa das „Metropolen in Osteuropa“-Programm.

Hinweis zur Titelzeile: In einer vorherigen Version hieß es „Studienstiftung beendet Kooperationen in Russland“. Mit der Aktualisierung verdeutlichen wir, dass hier nicht langlaufende Kooperationsverträge beendet werden, sondern für dieses Jahr geplante, gemeinsame Aktivitäten abgesagt wurden.

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