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03/05/2010

Studienstiftung begrüßt Büchergelderhöhung:

300 Euro als sinnvolle Begabtenförderung

Bonn, 3. Mai 2010. Die Studienstiftung des deutschen Volkes begrüßt die Pläne der Bundesregierung, das Büchergeld für Stipendiaten der Begabtenförderwerke ab Oktober von derzeit monatlich 80 auf 300 Euro zu erhöhen.  

Das Büchergeld wurde zuletzt 1980 erhöht, damals auf 150 DM (umgerechnet etwa 80 Euro). Seit 30 Jahren ist das Büchergeld also nicht an die Inflationsrate angepasst worden. „Wir als Studienstiftung haben in den letzten Jahren bei vielen politischen Akteuren für eine Erhöhung des Büchergeldes geworben. Uns schien eine Summe von 300 Euro erstrebenswert, um den Verlust an Kaufkraft  auszugleichen und ein neues Zeichen in der Begabtenförderung zu setzen“, sagt Dr. Gerhard Teufel, Generalsekretär der Studienstiftung.  

Das BAföG, und damit auch das elternabhängig berechnete Grundstipendium der Begabtenförderwerke, ist in den letzten Jahren immer wieder erhöht worden. Das führte zu einer Zweiteilung unter den Stipendiaten der Studienstiftung: Die eine Hälfte mit Lebenshaltungsstipendium profitierte regelmäßig davon, die andere Hälfte mit Büchergeld ist seit 30 Jahren abgekoppelt von jeder Anpassung.  

„Wer lediglich das Büchergeld erhält, stammt nicht automatisch aus einem reichen Elternhaus. Viele Eltern sind weit davon entfernt, ihren Kindern sorglos Unterhalt und Studiengebühren finanzieren zu können“, betont Teufel. Die Stipendiaten der Begabtenförderwerke verdienen im Durchschnitt 300 Euro monatlich durch einen Nebenjob hinzu. Ein Büchergeld von 300 Euro bedeutet also, dass man sich Jobs, die rein der Finanzierung des Lebensunterhalts dienen, sparen und voll auf das Studium konzentrieren kann. Gerade in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen, die viel stärkere Präsenzpflichten mit sich bringen, ist dies eine große Erleichterung.  

„Unsere Stipendiaten würden das Büchergeld sinnvoll einsetzen: zum Studium an den besten Universitäten, zum Erlernen von Sprachen, zum Kauf von besonderen studienfachbezogenen Materialien, die sie sich sonst nicht leisten könnten, zum Besuch interessanter Kongresse und Tagungen usw.“, sagt Teufel. Nicht zuletzt ist es für die Studienstiftung wichtig, dass sie ihre Stipendiaten finanziell ebenso gut ausstatten kann wie die Stipendiaten im geplanten Nationalen Stipendienprogramm. Im Ausland, wie z.B. in Frankreich, liegen die „Elitestipendien“ sogar deutlich höher als 300 Euro.  

Ein besonderes Augenmerk richtet die Studienstiftung auf die Gewinnung von Stipendiaten aus bisher unterrepräsentierten Gruppen: Durch die Einführung der Selbstbewerbung mit Auswahltest gelang es, verstärkt Bewerberinnen und Bewerber aus nichtakademischen und finanziell bedürftigen Elternhäusern zu gewinnen. Zudem werden biographische Hindernisse auch in der allgemeinen Auswahl positiv gewürdigt.  

Die Studienstiftung erwartet, dass ihre Stipendiaten später im Beruf viel von ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihrer besonderen Begabung an die Gesellschaft zurückgeben.