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23/01/2014

Meereswürmer vor Elba, antike Vasen und ein Regulierungskonzept für Staatsfonds:

Studienstiftung zeichnet herausragende Doktorarbeiten aus


Bonn, 23. Januar 2014. Die Studienstiftung des deutschen Volkes zeichnet mit dem Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis für Natur- und Ingenieurwissenschaften und dem Johannes Zilkens-Promotionspreis für Geistes- und Gesellschaftswissenschaften erstmals herausragende Dissertationen ehemaliger Promotionsstipendiaten aus. Die Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Eine hochrangig besetzte Jury hat die drei ersten Preisträger nun bekannt gegeben: Dr. Manuel Kleiner erhält den Friederich Hirzebruch-Promotionspreis für seine Doktorarbeit im Fach Biologie. Der Archäologe Dr. Wolfgang Filser und der Jurist Dr. Maximilian Preisser teilen sich den Johannes Zilkens-Promotionspreis für Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Alle drei Nachwuchswissenschaftler haben ihre Doktorarbeit im Jahr 2012 mit „summa cum laude“ abgeschlossen.

„Mit den neuen Promotionspreisen wollen wir die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten anerkennen und sichtbarer machen“, sagte die Generalsekretärin der Studienstiftung, Dr. Annette Julius, bei der Bekanntgabe der Preisträger. Alleiniges Kriterium für die Auszeichnung war die wissenschaftliche Qualität der Doktorarbeit, die einen wesentlichen und innovativen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt in ihrem Fachgebiet leisten und höchsten methodischen Ansprüchen genügen muss.

Jährlich fördert das älteste und größte Begabtenförderungswerk rund 250 Promotionen, von denen etwa die Hälfte mit der Bestnote „Summa cum laude“ oder Auszeichnung abgeschlossen wird. Die Jury für jeden der beiden Preise setzte sich zusammen aus namhaften Wissenschaftlern, darunter zahlreichen Leibniz-Preisträgern und dem Nobelpreis-Träger Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Erwin Neher, ebenfalls ehemaliger Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Die Preisträger im Überblick:

Dr. Manuel Kleiner wird für seine Dissertation „Metabolism and evolutionary ecology of chemosynthetic symbionts from marine invertebrates“ im Fach Biologie am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen ausgezeichnet. Manuel Kleiner hat in seiner Doktorarbeit einen neuen biochemischen Mechanismus entdeckt, durch den Meereswürmer in Zusammenarbeit mit Kommensalbakterien Energie aus dem toxischen Gas Kohlenmonoxid gewinnen können. „Besonders gut gefallen hat der Kommission, dass Herr Kleiner mit großem Engagement verschiedene Techniken aus unterschiedlichen Forschungsgebieten eigenständig kombiniert hat, um bislang unlösbare Fragen zu beantworten. Er hat eine fundamentale grundlagenwissenschaftliche Entdeckung gemacht, die auch für unsere Energiegewinnung, z.B. bei der Biokraftstoffgewinnung, nützlich sein könnte.“ begründet der Juror Prof. Christian Kurts die Wahl. Dr. Manuel Kleiner forscht inzwischen an der University of Texas im Southwestern Medical Center zu menschlichen Symbionten.

Dr. Maximilian Preisser erhält den Johannes Zilkens-Promotionspreis für seine Arbeit „Sovereign Wealth Funds – Entwicklung eines umfassenden Konzepts für die Regulierung von Staatsfonds“ an der Bucerius Law School Hamburg. Maximilian Preisser erstellt in seiner Dissertation ein detailliert ausgearbeitetes Regulierungskonzept, das sich in die jüngst geschaffene Kapitalmarktaufsichtsstruktur der EU einfügt und deren Regelungsmechanismen nutzt. Obwohl Staatsfonds mehr als das dreifache Volumen aller Hedge-Fonds verwalten, blieben sie bislang rechtlich weitgehend unerforscht. Jury-Mitglied Prof. Dr. Barbara Grunewald zu der Wahl: „Maximilian Preissers Dissertation zeichnet sich in zweifacher Hinsicht aus: Einerseits behandelt sie eine hochaktuelle Fragestellung. Dabei wird der komplexe Zusammenhang auf dem Hintergrund politischer und ökonomischer Überlegungen verständlich dargestellt. Zugleich entwickelt der Verfasser einen konkreten Handlungsvorschlag.“

Dr. Wolfgang Filser widmet sich in seiner Dissertation „Die Elite Athens auf der attischen Luxuskeramik“ im Fach Klassische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München der bemalten Luxuskeramik des archaischen und klassischen Athens. Die Analyse der Werke verbindet sich mit einer sozio- und kulturhistorischen Interpretation der Darstellungen auf den Keramiken selbst. Untersucht wird u.a., inwieweit die Luxuskeramik als Resultat und Ziel einer Selbstvergewisserung der Elite Athens in den Zeiten eines gesellschaftlichen und politischen Wandels fungiert. „Die Arbeit erhält den Johannes Zilkens-Promotionspreis für die herausragende Qualität der Fragestellung, für die beeindruckende Bandbreite des methodischen Ansatzes und weil ihre Methodik und ihre Ergebnisse weit über die Fächergrenzen der Altertumswissenschaften hinaus interessant sind.“, begründet Prof. Dr. Alexander Markschies die Entscheidung.

Alle Preise werden im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. Mai 2014 in Berlin verliehen.