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05/06/2008

Jahresbericht 2007 erschienen:

Die Studienstiftung fördert Migranten

Bonn, 5. Juni 2008. Im Mai ist der Jahresbericht 2007 der Studienstiftung des deutschen Volkes erschienen. Im umfangreichsten Kapitel „Grundsatzfragen“ kommen die Stipendiatinnen und Stipendiaten mit Migrationshintergrund zu Wort: Wie verlief die Integration einer vietnamesischen Familie, die als boat people nach Deutschland kam? Welche Probleme hatten die Eltern bei der beruflichen Integration? Wie kommt man als 10-Jährige in der Schule zurecht, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen?

Die Lebensläufe der Stipendiatinnen und Stipendiaten liefern Antworten auf diese Fragen. Dabei wird schnell deutlich, dass „die“ Migranten eine ziemlich heterogene Gruppe sind: Die Tochter einer türkischen Gastarbeiterfamilie hat auf den ersten Blick wenig gemein mit dem Sohn russischer Kontingentflüchtlinge oder der Tochter chinesischer Akademiker. Einige Themen tauchen jedoch in sehr vielen Lebensläufen auf: die schulische Integration, der hohe Stellenwert des Spracherwerbs und der eigene Bildungshunger. „Uns ist bewusst, dass die Texte unserer Stipendiaten nur einen Ausschnitt der gesellschaftlichen Wirklichkeit zeigen. Diese Lebensläufe sind Erfolgsgeschichten – auch wenn manche Erfolge mühsam errungen werden mussten“, sagt Dr. Gerhard Teufel, Generalsekretär der Studienstiftung.

Die Studienstiftung fördert zurzeit mehr als 9.000 besonders begabte Studierende und Doktoranden – darunter befinden sich rund 23 Prozent mit „Migrationshintergrund“. Die hier verwendete Definition des Begriffs im Sinne des Statistischen Bundesamtes ist relativ breit und berücksichtigt nicht nur die Herkunft der Studierenden, sondern auch die der Eltern. Legt man die engere Definition der 18. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerks zugrunde, haben rund 9 Prozent der Studienstiftler einen Migrationshintergrund (bundesweit liegt der Schnitt nur bei 8 Prozent). Diese engere Definition umfasst eingebürgerte Studierende, Studierende mit einer weiteren Staatsangehörigkeit neben der deutschen und sogenannte „Bildungsinländer“ (Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangs­berechtigung in Deutschland erworben haben). Darüber hinaus fördert die Studienstiftung 1 Prozent „Bildungsausländer“, die aus den EU-Mitgliedsstaaten stammen.

Für begabte Migranten stehen nach dem Abitur übrigens zwei Wege in die Auswahlseminare der Studienstiftung offen: Zum einen können die Stipendiaten der START-Stiftung gesondert für die Studienstiftung vorgeschlagen werden. Zum anderen werden alle Schulleiter in Deutschland gebeten, bei den Vorschlägen der besten Abiturienten auch diejenigen mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen.