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02/09/2008

Deutsch-jüdische Geschichte im Mittelpunkt:

BMBF übernimmt Finanzierung des „Leo Baeck Fellowship Programme“ der Studienstiftung

Bonn, 2. September 2008. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird ab 2009 die Finanzierung des „Leo Baeck Fellowship Programme“ der Studienstiftung des deutschen Volkes in Kooperation mit dem Leo Baeck Institut London übernehmen. Mit der Fördersumme von über einer Million Euro sind für eine Laufzeit von fünf Jahren jährlich zwölf Stipendien gesichert, die an herausragende Nachwuchswissenschaftler im Forschungsfeld der deutsch-jüdischen Geschichte vergeben werden.

Das „Leo Baeck Fellowship Programme“ fördert weltweit exzellente Dissertationspro­jekte für ein Jahr, in bestimmten Fällen auch für drei Jahre. Neben den Lebenshal­tungsstipendien werden Recherchereisen und Auslandsaufenthalte unterstützt. In zweimal jährlich stattfindenden Workshops – bisher in Frankfurt am Main, Sussex und Prag sowie 2009 in Berlin – werden die Stipendiaten zusammengeführt. Sie treffen dabei auf fachlich einschlägige Wissenschaftler und diskutieren die Dissertationspro­jekte über mehrere Tage.

Das „Leo Baeck Fellowship Programme“ knüpft an den großen Gelehrten Leo Baeck (1873-1956) an. Baeck war als Rektor der „Hochschule für die Wissenschaft des Ju­dentums“ prominenter Vertreter der letzten Generation jüdischer Wissenschaftler in Deutschland vor dem Holocaust, die die jüdische Geschichte und Kultur zum Ge­genstand ihrer Forschung machten. Doch zugleich steht Baeck für das Überleben des deutschen Judentums und seiner Geschichte im Ausland: Nach Baecks Emigration gründeten sich 1955 die Leo Baeck Institute in London, New York und Jerusalem. In diese Zentren deutsch-jüdischen Erbes und deutsch-jüdischer Wissenschaft trug Baeck den Auftrag, die Geschichte des deutschen Judentums zu schreiben.

Mit dem „Leo Baeck Fellowship Programme“ kommt dieser mit Baeck verbundene Auftrag in Form einer gezielten Nachwuchsförderung wieder in Deutschland an. Seit 2006 führt die Studienstiftung das Programm durch. Angestoßen wurde das Programm von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Wegen seines großen Erfolgs ist nunmehr eine dauerhafte Finanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zugesagt worden. „Als größtem Begabtenförderungswerk in Deutschland ist uns die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Feld der deutsch-jüdischen Geschichte ein besonderes Anliegen. Die Finanzierung des Programms durch das BMBF freut uns besonders, da wir darin die offizielle Anerkennung der Arbeit in diesem zentralen Bereich deutscher Geschichte sehen“, so Dr. Gerhard Teufel, Generalsekretär der Studienstiftung.

Bewerben können sich Doktoranden weltweit. Nächster Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2009. Weitere Informationen unter www.studienstiftung.de/leo-baeck.html.

Eine englische Version der Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.