Nachhaltigkeit

Forschungsförderung und Engagement

Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Ehemalige der Studienstiftung engagieren sich mit ihrer Forschung in unterschiedlichen Disziplinen für Klima- und Umweltschutz. Mit ihrer Arbeit schaffen sie ein Bewusstsein für die Dringlichkeit der globalen Erderwärmung, wie der Klimaforscher Stefan Rahmstorf oder der Chemiker Michael Kathan, der im Rahmen seiner Forschung Lichtenergie einsetzt und damit langfristig neue Wege des Plastikrecyclings eröffnet.

Auch im Mercator Kolleg für internationale Aufgaben ebenso wie im Carlo Schmid Programm, die Nachwuchskräfte auf Tätigkeiten in der internationalen Zusammenarbeit vorbereiten, setzen sich die Geförderten regelmäßig mit Nachhaltigkeitsthemen aus wissenschaftlicher wie zivilgesellschaftlicher Perspektive auseinander – etwa die Alumna des Mercator Kollegs Ida Westphal (s. Jahresbericht der Studienstiftung 2019, S. 29), die sich für die gerichtliche Durchsetzung des Umweltrechts stark macht.

Des Weiteren engagieren sich unsere Geförderten und Ehemaligen vielfach gesellschaftlich für den Klimaschutz: Beispiele sind Initiativen wie Aachen unverpackt der Geförderten Anita Ni und Paul Deubner, der Einsatz von Alumna Carla Reemtsma, einer der Mitorganisatorinnen von Fridays for Future oder die öffentlichkeitswirksamen Interventionen von Autor, Kabarettist und Moderator Eckart von Hirschhausen.

Wissensvermittlung & Vernetzung

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Studienstiftung seit vielen Jahren und wird auch von den Geförderten immer stärker eingebracht. Seit 2017 werden regelmäßig stipendiatisch organisierte Nachhaltigkeitsakademien durchgeführt, aus denen zahlreiche Anregungen beispielsweise zu Mobilität und Veranstaltungsorganisation hervorgingen. In den vergangenen Jahren war Nachhaltigkeit jährliches Thema auf den Sprecher:innentagungen und im Vorstand der Studienstiftung, woraus Leitlinien für Veranstaltungsplanungen und sowie umweltverträgliche Mobilität erwuchsen. Das aktuelle Kolleg Europa hat sich Nachhaltigkeit als Kernthema gesetzt.

Im Forum Studienstiftung haben Geförderte und Ehemalige gemeinsam mit der Geschäftsstelle ein FAQ mit Hintergrundinformationen sowie Tipps zu Klima- und Umweltthemen aufgebaut. Dieses FAQ lebt von der aktiven Beteiligung aller Interessierten und kann fortlaufend erweitert werden.

Institutionelles Förderhandeln

Mobilität

Zentrales Förderziel der Studienstiftung ist es, ihren Geförderten Räume für die wissenschaftliche und künstlerische Vertiefung, den fachübergreifenden Dialog sowie die Erweiterung des geistigen Horizonts zu eröffnen – etwa durch Auslandsaufenthalte während Studium und Promotion. Auch für die Zukunft betrachten wir daher das Eintauchen in andere Kultur- und Sprachräume innerhalb wie außerhalb Europas, Studienerfahrungen an herausragenden internationalen Institutionen sowie Forschungsaufenthalte im „Feld“ als essenziell, um unseren Stipendiatinnen und Stipendiaten prägende persönliche Erfahrungen sowie eine exzellente Ausbildung und optimale Rahmenbedingungen für ihre Forschung zu ermöglichen.

Mit dem Strategiepapier „Umweltverträgliche Mobilität“ bekennt sich die Studienstiftung dazu, ihren Geförderten weiterhin mindestens genau so viel Auslandserfahrung und Teilhabe an Bildungsveranstaltungen wie bislang zu ermöglichen, jedoch mit einem deutlich reduzierten CO2 -Ausstoß pro Auslandsaufenthalts- oder Veranstaltungstag – indem

  • Flugreisen wo immer möglich vermieden werden
  • ein hoher Verbrauch fossiler Brennstoffe an entsprechend lange und substantielle Aufenthalte geknüpft wird
  • digitale Alternativen systematisch gestärkt werden.

Aufenthaltsdauer und Verkehrsmittel

Die Studienstiftung setzt für ihre Geförderten Anreize, wo immer möglich umweltschonende Verkehrsträger zu nutzen. Reisekostenpauschalen für europäische Zielländer sind in diesem Sinne nach Verkehrsmitteln differenziert und sehen für die meist teureren, umweltfreundlich gestalteten Verkehrsmittel wie Bahn, Busse oder für Fahrgemeinschaften entsprechend höhere Pauschalen als für Flüge vor. Für Ziele, die mit der Bahn in weniger als zwölf Stunden erreicht werden können, finanziert die Studienstiftung grundsätzlich keine Flugreisen.

Für Akademien im angrenzenden Ausland setzt die Studienstiftung vermehrt Busse ein, welche die Studierenden aus Deutschland und benachtbarten Ländern zum Tagungsort bringen.

Bei nicht vermeidbaren Flugreisen empfiehlt die Studienstiftung ihren Geförderten, pro 100 Flugkilometer mindestens einen Tag am Aufenthaltsort zu verbringen. Ein hoher fossiler Verbrauch wird mit einem entsprechend substanziellen Aufenthalt verknüpft, der ein möglichst umfassendes Ankommen in der Kultur und Sprache ermöglicht.

Bindende Voraussetzung für die Finanzierung von Auslandsmobilität durch die Studienstiftung ist eine Mindestaufenthaltsdauer von einem Tag pro 500 Kilometer Flugdistanz. Fossilintensive Reisen etwa für außereuropäische Kongressbesuche oder Exkursionen von nur wenigen Tagen Dauer sind somit von einer Förderung ausgeschlossen. Stipendiatinnen und Stipendiaten werden gleichzeitig ausdrücklich ermutigt, diese Art von Vorhaben mit längeren Forschungs- oder Praxisaufenthalten an den entsprechenden Zielorten zu verknüpfen.

Kompensation von nicht vermeidbaren Flugreisen

Kompensationen können durch Flugreisen verursachte Klimaschäden nicht ausgleichen – Flüge sollten daher, wo immer möglich, vermieden werden. Wenn eine Flugreise zwingend ist, legt die Studienstiftung ihren Stipendiatinnen und Stipendiaten nahe, diese nach dem Gold Standard der CO2-Kompensation auszugleichen. Sie erhalten dafür eine entsprechend erhöhte Reisekostenpauschale, mit der sie einen Teil der hierdurch anfallenden Mehrkosten decken können.

Flugreisen der haupt- und ehrenamtlich in der Studienstiftung Tätige kompensiert die Studienstiftung nach dem genannten Gold-Standard.

Veranstaltungsplanung

Die Geschäftsstelle prüft alle ihre Veranstaltungsorte danach, ob sie per Bahn oder gemeinsamer Busreise erreichbar sind. Orte, wo dies nicht der Fall ist, werden entweder mittelfristig aufgegeben oder die Veranstaltungsinhalte werden inhaltlich und mittels lokaler Referenten etc. (noch stärker) an die Orte angebunden.

Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn

Alle Teilnehmenden unserer Veranstaltungen können innerhalb Deutschlands das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn buchen, das in einigen Fällen eine preiswerte Alternative auch zu den Sparpreisen der Deutschen Bahn bietet. Zur Nutzung des Tickets reicht es, eine (digitale) Einladung der Studienstiftung (z.B. Einladungs-E-Mail) mitzuführen.

Veranstaltungen der Studienstiftung

Verpflegung

Bei allen Veranstaltungen der Studienstiftung werden die Verpflegungswünsche (vegan, vegetarisch, mit Fleisch und Fisch) gleichberechtigt abgefragt. Insgesamt bemüht sich die Studienstiftung, die Fleisch- und Fischmenge zu reduzieren und mit den Tagungshäusern möglichst ressourcenschonendere Speisepläne zu verabreden.

Des Weiteren wirkt die Studienstiftung bei den von ihr gebuchten Tagungshäusern darauf hin, grundsätzlich Trinkwasserspender oder Wasser in Karaffen zur Verfügung zu stellen. Unabhängig davon sind alle Teilnehmenden aufgefordert, zu den Veranstaltungen der Studienstiftung eigene Trinkflaschen mitzubringen, um so den Verbrauch von (Einweg- und Pfand-)Flaschen möglichst einzudämmen.

Verbrauchsmaterial

Des Weiteren wirkt die Studienstiftung darauf hin, Müll zu reduzieren: Ausgedruckte Programmhefte und Arbeitsmappen wurden weitestgehend abgeschafft, ebenso wie Namensschilder aus Plastik. Für den Versand von Unterlagen zu vielen unserer Auswahlseminare sowie zwischen den Büros in Bonn und Berlin werden wiederverwendbare Versandboxen genutzt.

Nachhaltigkeit in der Geschäftsstelle

Auch ihr eigenes Arbeitsumfeld gestaltet die Geschäftsstelle der Studienstiftung nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit um.

Druckerzeugnisse / Jahresbericht und Jahresprogramm

Die Studienstiftung nutzt in der Geschäftsstelle sowie bei Druckerzeugnissen soweit möglich Umweltpapier. Die Möglichkeit, den Jahresbericht der Studienstiftung nur noch in elektronischer Form zu beziehen, wurde seit 2019 unter den Alumni offensiv beworben – mit dem Ergebnis, dass seit 2020 über 5.500 Personen auf ihr gedrucktes Exemplar verzichten.

Aus Nachhaltigkeitsgründen wurde 2019 wurde zudem der Druck des Jahresprogramms eingestellt. Damit konnten rund 7,5 Tonnen Papier plus die mit dem Postversand verbundenen CO2-Emissionen eingespart werden. Die Informationen erhalten die Geförderten nun über einen digitalen Veranstaltungskalender sowie regelmäßige elektronische Newsletter.

Energieversorgung

Mit der Stadt Bonn wurde die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bonner Geschäftsstelle vereinbart, die von den Stadtwerken Bonn als Eigentümerin betrieben wird. Hiermit wird künftig rund ein Drittel des Strombedarfs im Haupthaus der Studienstiftung durch selbst produzierten Solarstrom gedeckt und dabei jährlich gut 13 Tonnen CO2 eingespart.

Finanzen der Studienstiftung

Die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. verfügt als eingetragener Verein über kein eigenes Vermögen. Die Arbeit der Studienstiftung wird unterstützt durch die Theodor Pfizer-Stiftung, die McCloy-Stipendienstiftung sowie das Sondervermögen Stiftung Bucerius-Jura-Programm.
Alle diese Stiftungsvermögen werden vom Deutschen Stiftungszentrum GmbH gemanagt, der Verwaltungsgesellschaft des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft.

Der Stifterverband berücksichtigt in seiner Anlagestrategie die Aspekte Sicherheit, Rendite und Liquidität und seit 2019 systematisch auch den Aspekt Nachhaltigkeit. Er orientiert sich dabei an den von der UN definierten Nachhaltigkeitszielen 2030 sowie den hieraus abgeleiteten Prinzipien. Das deutsche Stiftungszentrum nimmt am United Nations Global Compact (UNGC) teil, der weltweit größten und wichtigsten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die Details zu den Anlagestrategien sind im Forum Studienstiftung dargelegt sowie auf den Seiten des Stifterverbands.

Carbon Corporate Footprint der Studienstiftung

Die Studienstiftung plant die Treibhausgasemissionen sowohl der Auslandsaufenthalte und Veranstaltungen als auch der Arbeit in der Geschäftsstelle zukünftig zu messen und den Carbon Corporate Footprint der Studienstiftung erfassen. Dies dient als Grundlage für ein langfristiges Monitoring der Treibhausgasemissionen der Studienstiftung. Hierdurch kann entwickelt werden, welche weiteren Maßnahmen besonders geeignet sind, um die Treibhausgasemissionen zukünftig zu mindern.

Kontakt

Wenden Sie sich bei Fragen und Anregungen gerne an klimabeitrag(at)studienstiftung(dot)de.