Background Image
Previous Page  98 / 324 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 98 / 324 Next Page
Page Background

Arbeitsgruppe

3

Die Eroberung von Wasser, Land und Luft: Bewegungen

aus evolutionsbiologischer und neurobiologischer

Perspektive

„Sich regen bringt Segen“, sagt ein Sprichwort, das, lässt man den übertragenen Sinn unbe-

rücksichtigt, auf die wichtige Rolle von „sich bewegen“ im Leben aufmerksam macht. Bewe-

gungen von Tieren und Menschen sehen für Beobachter so perfekt und effektiv aus, dass

man meinen könnte, ihre Erzeugung sei durch die Struktur eines Organismus hinreichend

erklärt, zum Beispiel beim Schwimmen eines Fischs die undulierende Bewegung der Kör-

perwand im Zusammenspiel mit den Flossen, die Bewegungen der Flügel beim Fliegen oder

die Beinbewegungen beim Laufen und verschiedenen Gangarten. Genau das Gegenteil ist

aber der Fall: Die unterschiedlichen Bewegungsarten und Körperformen sind Resultat sehr

spezifischer Anpassungen der Leistungen von evolutionsbiologisch miteinander verwandten

Körperformen und Nervensystemen, auf denen der funktionelle Einsatz der verschiedenen

Bewegungsapparate beruht.

Wir wollen in unserer Arbeitsgruppe die Grundlagen der Bewegungserzeugungen bei Tieren

evolutionsbiologisch unter besonderer Berücksichtigung der Aufgaben für das Nervensystem

mechanistisch betrachten. Dazu lernen Sie zunächst die verschiedenen Fortbewegungsar-

ten kennen – von langsamen und ‚einfachen‘ Bewegungen, wie denen der Schwämme, bis

hin zu schnellen und komplexen Bewegungen wie dem Sprung von Kleinzikaden, dem Zun-

genschlag von Salamandern, der Flucht von Insekten und dem Flug des Kolibris.

Sie werden in die wichtige Rolle der biomechanischen Eigenschaften der Muskulatur für

die einzelnen Bewegungsformen eingeführt. Für die wichtigsten Bewegungsformen werden

wir deren Evolution und neuronale Kontrolle in den Fokus nehmen, so für das Schwimmen,

das Fliegen und das Laufen. Besonders wird uns dabei die Aufgabe des Nervensystems

beschäftigen, wobei wir auch betrachten werden, wie Tiere und Menschen die Entscheidung

für eine bestimmte Bewegung in die selbige umsetzen.

Prof. Dr. Ansgar Büschges

Institut für Zoologie, Biozentrum Köln, Universität Köln

Prof. Dr. Hans-Joachim Pflüger

Institut für Neurobiologie, FU Berlin

Studierende der Humanmedizin und der Gesundheitswissenschaften sowie der Ma-

thematik und der Biowissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

|

20. August bis 2. September 2017

98