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Arbeitsgruppe

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Woher kommt die Sprache? Theorien zum Sprach-

ursprung von der Antike bis zur Gegenwart

Woher kommt die Sprache? Die Sprachursprungsdebatte ist in den letzten Jahren in der

Sprachwissenschaft und in der Sprachphilosophie wieder zu einem intensiv diskutier-

ten Thema geworden. Nicht allein wegen der Entdeckung des vermeintlichen Sprachgens

(FOX-P2), sondern auch wegen neuerer Ergebnisse der Evolutionsanthropologie.

Die Frage nach dem Wesen der Sprache und nach dem Sprachursprung ist nicht neu. Von

der Antike bis heute wurden unterschiedliche Erklärungen gegeben. In der Arbeitsgruppe

wird ein historischer Bogen gespannt, der von Platons

Kratylos

bis zu den aktuellen Ansät-

zen der Genetik und der Evolutionsanthropologie reicht. Wichtige Fragen, die die Sprachur-

sprungstheorien dabei behandeln, sind beispielsweise: Welche Funktionen hat die mensch-

liche Sprache? In welchem Verhältnis stehen Sprache und Denken? Gibt es Denken ohne

Sprache? Gibt es ein Sprachorgan? Gibt es eine Universalgrammatik? Ist Sprache genetisch

codiert (Sprachgen)? Was ist an der Sprache oder am Sprachvermögen angeboren und was

nicht? Ist Sprache eher zu verstehen als ein kulturelles Werkzeug, das sich aus allgemeinen

kognitiven Fähigkeiten heraus erklären lässt? Verfügen nur Menschen über Sprache oder

auch Tiere? Welche kognitiven Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich Sprache

überhaupt entwickeln kann?

In der Arbeitsgruppe werden wir uns mit zentralen Texten zum Sprachursprung beschäfti-

gen (von Autoren wie Platon, Aristoteles, Étienne Bonnot de Condillac, Denis Diderot, Jean-

Jacques Rousseau, Johann Peter Süßmilch, Johann Gottfried Herder, Jacob Grimm, Hey-

mann Steinthal, James R. Hurford, Terrence W. Deacon, Michael Tomasello).

Prof. Dr. Markus Hundt

Professur für Deutsche Sprachwissenschaft, Universität Kiel

Dr. Saskia Schröder

Germanistisches Seminar, Universität Kiel

Studierende der Geisteswissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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14. bis 26. August 2017

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