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Arbeitsgruppe

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The Free-Energy Principle – eine umfassende Theorie

vom Gehirn?

Das Freie-Energie-Prinzip ist ein neuerer Ansatz der theoretischen Neurowissenschaften.

Er erhebt den Anspruch, mithilfe informationstheoretischer Prinzipien eine umfassende The-

orie der Funktionsweise neuronaler Systeme, beispielsweise des menschlichen Gehirns, zu

entwickeln.

In unserer Arbeitsgruppe werden wir uns zunächst mit den konzeptuellen Grundlagen dieser

Theorie befassen. Dazu diskutieren wir in einem ersten Schritt die wahrscheinlichkeitstheo-

retischen Hintergründe des Prinzips, wie die bayesianische Inferenz und generative Model-

le. In einem zweiten Schritt werden wir uns dann eingehend mit der mathematischen und

neuronalen Implementierung des Freie-Energie-Prinzips beschäftigen. Dabei betrachten wir

insbesondere grafische Wahrscheinlichkeitsmodelle, neuronale Netzwerke, approximative

Bayes-Verfahren sowie die anatomische und funktionelle Konnektivität des menschlichen

Gehirns.

Nachdem die Leitsätze des Freie-Energie-Prinzips geklärt sind, wollen wir ihre Implikationen

für die Verarbeitung von extero- und interozeptiven Reizen sowie die Handlungssteuerung,

Entscheidungsfindung und Selbstrepräsentation bis hin zum Bewusstsein diskutieren. Ab-

schließend werden wir kritisch hinterfragen, ob es sich bei dem Freie-Energie-Prinzip tat-

sächlich um eine umfassende Theorie der Funktionsweise des Gehirns handelt.

Prof. Dr. Felix Blankenburg

Arbeitsbereich Neurocomputation and Neuroimaging, FU Berlin

Prof. Dr. Dirk Ostwald

Arbeitsbereich Computational Cognitive Neuroscience, FU Berlin

Studierende der Philosophie, Sprachwissenschaften, Psychologie, Humanmedizin,

Biowissenschaften, Mathematik, Physik und Informatik

Akademien

Akademie Rot an der Rot

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