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Arbeitsgruppe

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Wahrnehmung und Verhalten verändern, reparieren und

ersetzen

Die elektrochemischen Signale unseres Gehirns liegen unserer Wahrnehmung und unserem

Verhalten zugrunde. In fortschreitendem Maße sind wir in der Lage, direkt in Gehirnprozesse

einzugreifen und diese zu verändern. Wir beginnen zu verstehen, wie Kontext, Belohnung,

sozialer Einfluss oder Erwartungen selbst einfache sensorische Signale und Wahrneh-

mungen verändern. Gleichzeitig wird mit elektrischer oder optogenetischer Stimulation von

Gehirnzellen in Affen und Mäusen geforscht, um die neuronalen Codes für Sehen, Hören,

Emotionen oder Entscheidungsprozesse besser zu verstehen. Ein weiteres Ziel ist es, Ge-

hörsinn, Sehsinn oder motorische Kontrolle ersetzen zu können. Die elektrische und mag-

netische Stimulation des menschlichen Gehirns wird zunehmend in der Rehabilitation von

Schlaganfallpatienten oder psychisch Kranken eingesetzt.

Wir werden verschiedene Interventionsmöglichkeiten und ihre Implikationen – von den Neu-

ronen bis zu Wahrnehmung und Verhalten – untersuchen. Was können wir über das Gehirn

durch diese Experimente und Eingriffe lernen und was sind die Voraussetzungen, um Wahr-

nehmung und Verhalten künstlich zu erzeugen? Es geht um wissenschaftliche Möglichkeiten

sowie gesellschaftliche Chancen und Risiken.

Prof. Dr. Kristine Krug

Department of Physiology, Anatomy & Genetics, Oxford University / Großbritannien

Prof. Dr. Tobias Moser

Institute for Auditory Neuroscience & InnerEarLab, Department of Otolaryngology,

University Medical Center Göttingen

Studierende der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Philosophie,

Psychologie, Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften sowie der Mathematik

und der Natur- und Ingenieurwissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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14. bis 26. August 2017

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