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Arbeitsgruppe

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Recht in der Diktatur

Diktaturen kennen wir als Unrechtsstaaten. In der Analyse konzentrieren wir uns in der Regel

auf den Missbrauch staatlicher Macht und die fehlenden Rechte der Individuen. Doch kaum

eine Regierung ist so um die rechtliche Legitimation ihrer Macht und ihres Handelns bemüht

wie die diktatorische. Überregulierung, eine Flut von immer neuen Gesetzen und Erlassen

und ein uneingeschränkter Rechtspositivismus sind nur einige gemeinsame Charakteristika.

Fast blaupausenartig lassen sich viele Rechtsfragen in diktatorischen Regimen auch ohne

Kenntnis der Gesetze beantworten, denn die Mechanismen sind immer wieder gleich.

In der Arbeitsgruppe möchten wir untersuchen, welcher Instrumente sich Diktaturen be-

dienen, welche wesentlichen Prinzipien des Rechtsstaats fehlen und welches die charak-

teristischen Wege in eine Diktatur sind. Anhand konkreter Beispiele werden wir typische

Lösungen rechtlicher Fragestellungen, vor allem aus dem Bereich des Wirtschaftsrechts,

analysieren und erarbeiten, wie Diktaturen das Instrument des Rechts nutzen. Mit Texten

aus der Rechtsphilosophie und der Rechtssoziologie werden wir unsere Thesen überprüfen.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es, das Empfinden für die Grenze zwischen demokratischen und

diktatorischen Rechtssystemen zu schärfen.

Kirsten Floss

Rechtsanwältin und Galeristin, Köln

Tobias Müller-Deku

Rechtsanwalt, Berlin

Studierende aller Fächer

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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13. bis 19. August 2017

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