Background Image
Previous Page  72 / 324 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 72 / 324 Next Page
Page Background

Arbeitsgruppe

1

(Bio-)Medizinische Ethik

Wissenschaft und Forschung etablieren seit geraumer Zeit neue medizinische Verfahren

in schneller Folge. In der Regel werfen diese Verfahren nicht nur rechtliche, sondern auch

gravierende ethische Fragen auf. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Ethik und Moral

stellten rein subjektive, wissenschaftlich nicht zugängliche persönliche Überzeugungen dar,

vermag Ethik als analytische Prüfung moralischer Ansprüche durchaus methodisch gesi-

cherte und intersubjektiv überprüfbare Ergebnisse hinsichtlich der Legitimität neuer wissen-

schaftsbasierter Handlungsoptionen zu erbringen.

In der Arbeitsgruppe geht es anhand von Beispielen aktueller Forschung (Stammzellenfor-

schung), neuer Diagnostiken (Gendiagnostik), etablierter Therapieverfahren (Organtrans-

plantation) und Verfahren nicht-kurativer Medizin (Palliativmedizin) darum, die Legitimität

der Zielsetzungen, die Rechtfertigungsmöglichkeit des Mitteleinsatzes und die Tragbarkeit

der (vorhersehbaren) Folgen derartiger Innovationen analytisch-argumentativ zu überprü-

fen. Dabei werden einschlägige Fundamentalnormen ebenso zu diskutieren sein wie mög-

licherweise auftretende Normenkonflikte. Ziel ist der Nachweis, dass die ethische Analyse

moralischer Ansprüche den Einzelnen wie die Gesellschaft als Ganzes hinsichtlich normativ

komplexer Sachverhalte aufklären und ihnen zu einem tragfähigen Urteil verhelfen kann.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan P. Beckmann

Institut für Philosophie, FernUniversität in Hagen

Studierende der Humanmedizin und der Biowissenschaften; Interessierte aus den

Gesundheitswissenschaften sind willkommen.

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

|

6. bis 12. August 2017

72