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Arbeitsgruppe

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Medical Humanities – zur Schnittstelle von Medizin,

Literatur, Kunst und Philosophie

Ausgehend von den Methoden der narrativen Medizin und den Medical Humanities richtet

sich diese Arbeitsgruppe an angehende Medizinerinnen und Mediziner mit einem interdis-

ziplinären Interesse an philosophischen sowie literatur- und kunstwissenschaftlichen Frage-

stellungen. Die narrativ-basierte Medizin schlägt vor, die evidenzbasierte Ausrichtung der

Medizin durch Methoden zu ergänzen, die den kranken Menschen und die medizinische Ar-

beit in ihrer Komplexität, Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit anerkennen.

Mit diesem Zugang wird Fragen Raum gegeben, auf die es keine richtigen oder falschen

Antworten gibt, zum Beispiel: Was bedeutet Empathie in der medizinischen Praxis? Wo ha-

be ich Vorurteile? In welchen Momenten bin ich nicht objektiv? Was bedeutet es, schlechte

Nachrichten zu überbringen? Was für ein Arzt möchte ich sein?

Literarische Texte und die bildende Kunst behandeln existenzielle Themen des Menschseins

und bieten eine Plattform für unterschiedliche Perspektiven und Haltungen zu zentralen Fra-

gen der medizinischen Praxis. Im Vordergrund der Arbeitsgruppe steht aber nicht die (litera-

tur- oder kunst-)historische Wissensvermittlung, sondern uns interessieren die individuelle

Dynamik und die rezeptionsästhetische Dimension zwischen einem Text oder einem Bild

und den Teilnehmenden. Wir werden ein besonderes Augenmerk auf die Verbindung von

(künstlerischer) Form und Inhalt sowie auf die Reflexion des Wahrnehmungs- und Interpre-

tationsprozesses richten. Gleichzeitig wollen wir die vorgestellten geisteswissenschaftlichen

Methoden reflektieren und auf ihre Anwendbarkeit im klinischen Alltag hin kritisch hinterfra-

gen. Auch eigene kreative Zugänge werden gefördert: Durch Schreib- und Zeichenaufga-

ben erhält die Arbeitsgruppe Anregungen, um ‚im Schatten‘ der diskutierten Kunstwerke ihre

Wahrnehmungen und Erfahrungen zu reflektieren.

Dr. Anita Wohlmann

Department of English and Linguistics, Transnational American Studies Institute,

Universität Mainz

Dr. Katharina Bahlmann

Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung, Universität Mainz

Studierende der Humanmedizin und der Gesundheitswissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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26. März bis 2. April 2017

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