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Prof. Dr. Eva Orthmann

Abteilung für Islamwissenschaft, Universität Bonn

Prof. Dr. Alexander Pruß

Arbeitsbereich Vorderasiatische Archäologie, Universität Mainz

Studierende der Geisteswissenschaften, insbesondere der Archäologie, Geschichte,

Theologie, Sprach- und Kulturwissenschaften, der Rechts- und Regionalwissen-

schaften sowie der Kunstwissenschaften

Die Vernichtung der Buddha-Statuen von Bamiyan, die Sprengung des Baal-Tempels in

Palmyra und die Zerstörung von Moscheen und Gräbern in Timbuktu sind schockierende

Beispiele von absichtlichen Angriffen auf Kulturgüter. Seit der Haager Konvention von 1954

gilt jede Schädigung von Kulturgut, gleich welchem Volk es gehört, als Schädigung des kul-

turellen Erbes der gesamten Menschheit. Angriffe auf kulturelle Denkmäler bedrohen ins-

besondere die Identität derjenigen, für die diese Kulturgüter relevant sind. Der Schutz von

Kulturgütern hat daher sehr viel mit dem Schutz von Menschenrechten zu tun.

Die Zerstörung von Kulturgütern ist kein neues Phänomen – sie reicht weit in die Vergan-

genheit zurück, und auch schon früher hat man Zerstörungen dokumentiert und sich ihrer in

Darstellungen gerühmt. Indem man die Bilder von Göttern und Heiligen ruinierte, ihnen die

Augen auskratzte, ihre Statuen zerbrach, wollte man ihre Macht brechen. Dies ist ein Phä-

nomen, das es im christlichen Ikonoklasmus genauso gab wie im altorientalischen Kontext

oder auch bei Tempelzerstörungen in Indien. Bildnisse und Paläste von Herrschern werden

demoliert, um das Ende ihrer Macht zu demonstrieren, Bildwerke beschädigt oder beseitigt,

weil man sie gar nicht als Kunst anerkennt oder ihnen diesen Status bewusst absprechen

möchte.

Die Arbeitsgruppe möchte einen Rahmen bieten, um sich mit Beispielen von Kulturgutzer-

störung – ihren Ursachen, Rechtfertigungen, rechtlichen und religiösen Aspekten – sowie

dem medialen Umgang mit ihr auseinanderzusetzen.

Arbeitsgruppe

9

Kulturgutzerstörung

Akademien

2. bis 6. Semester

|

17. bis 30. September 2017

54