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Ursprünglich mit nur elf Staaten gegründet, umfasst die Europäische Währungsunion mittler-

weile 19 Mitglieder. Mit knapp 340 Millionen Einwohnern ist sie der weltgrößte Binnenmarkt.

Doch während es seit 1999 eine einheitliche Geldpolitik gibt, verfolgt jeder Mitgliedstaat bis

heute seine eigene Fiskalpolitik. Dieses Vorgehen führte in der Vergangenheit zu teils gra-

vierenden Haushaltsdefiziten, insbesondere im Falle der Mittelmeeranrainer, was als eine

der Ursachen der europäischen Staatsschuldenkrise gilt. Und Besserung scheint vorerst

keine in Sicht: Zahlreiche Mitgliedstaaten haben bereits angekündigt, ihre Haushaltsdefizite

in den kommenden Jahren ausweiten zu wollen. Durch einen die außergewöhnlich lockere

Geldpolitik flankierenden Anstieg der Staatsausgaben soll das Wirtschaftswachstum stimu-

liert werden. Denn dieses ist, mit Ausnahme einzelner Volkswirtschaften, seit geraumer Zeit

eher durch deflationäre Tendenzen und verhaltene Wachstumsraten gekennzeichnet. Doch

wie kann ein Ausbruch aus diesem Szenario gelingen?

In dieser Arbeitsgruppe werden wir der Frage nachgehen, in welchem Maße die Eurozone

infolge dieser Entwicklungen tatsächlich von einem Zerfall bedroht ist: Zerbricht womöglich

gar der Euro? Wieso sehen manche Staaten im Sparen einen Ausweg, wohingegen andere

sich für ein sogenanntes Deficit-Spending entscheiden? Neben den Folgen der unterschied-

lichen Fiskalpolitiken wird auch die Rolle der Europäischen Zentralbank kritisch zu hinter-

fragen sein. Ist die konventionelle Geldpolitik an ihre Grenzen gestoßen? Rechtfertigt das

Ziel der Preisstabilität die bisher ergriffenen unkonventionellen Maßnahmen wie ein Quan-

titative Easing? Was ist von Überlegungen wie dem Helikopter-Geld zu halten? Steht eine

Normalisierung an? Wann und zu welchem Preis? Was können wir von Lösungsansätzen

anderer Ländern lernen? Und welche politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sind

zu erwarten?

Prof. Dr. Leef H. Dierks

Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzierung und

Internationale Kapitalmärkte, FH Lübeck

Prof. Dr. Annegret Reski

Professur für Personalmanagement und Sozialkompetenz, FH Lübeck

Studierende aller Fächer

Arbeitsgruppe

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Zur Zukunft der Eurozone: ökonomische

Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts

Akademien

Akademie La Colle-sur-Loup

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