Background Image
Previous Page  42 / 324 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 42 / 324 Next Page
Page Background

Arbeitsgruppe

7

Geschichte(n) in Architektur und Musik. Bauten, Opern

und Oratorien in Europa um 1700

Es kann in der Forschung als medientheoretischer Konsens gelten, dass jeglicher an ein

Medium als ‚Träger‘ geknüpfte Sinngehalt nicht unabhängig von diesem Medium ist. Diese

Einsicht rückt die Medien selbst und ihre Eigenlogiken ins Zentrum: Welche Rolle spielen die

Medien und ihre jeweiligen Konstitutionsbedingungen visueller, akustischer oder textlicher

Art für die Produktion von Bedeutung? Und inwiefern lassen sie sich dennoch miteinander in

Beziehung setzen, insbesondere dann, wenn sich thematische oder anlassbezogene Berüh-

rungspunkte zwischen den Kunstgattungen ergeben?

Aus dieser Perspektive heraus möchte die Arbeitsgruppe die spezifischen Darstellungsleis-

tungen zweier Medien in den Blick nehmen: Architektur und Musik. Als Gegenstandsbereich

soll dabei die europäische Residenzkultur in dem knappen Jahrhundert zwischen dem West-

fälischen Frieden (1648) und dem Tod Kaiser Karls VI. (1740) fokussiert werden, jene Epo-

che also, in der die Herausbildung eines neuen internationalen Staatensystems mit einer

stark intensivierten Konkurrenz der Höfe um Erfolg in Politik und Krieg, aber auch – untrenn-

bar damit verbunden – um kulturelles Prestige und symbolische Diskursmacht einhergeht.

Vor diesem Hintergrund lässt sich an monumentalen und ephemeren Repräsentationsarchi-

tekturen ebenso wie in Opern und Oratorien ‚um 1700‘ ein verstärktes Bemühen beobach-

ten, den Anlass ihrer jeweiligen Entstehung sowie das Image und die Historiografie des Auf-

traggebers thematisch werden zu lassen und jene Werke in besonders differenzierter Weise

zu Symbolen institutionalisierter Geltungsansprüche zu machen. Wie dies im Horizont der

jeweiligen medialen Spezifika zum Tragen kommt und inwiefern sich dabei dennoch konver-

gente Strukturen erkennen lassen, soll anhand ausgewählter Beispiele vor allem aus Paris,

Wien, Dresden, Berlin und London untersucht werden.

Dr. Jens Niebaum

Institut für Kunstgeschichte, Universität Münster

Prof. Dr. Panja Mücke

Professur für Historische Musikwissenschaft, Staatliche Hochschule für Musik und

Darstellende Kunst Mannheim

Studierende der Geistes- und Kunstwissenschaften sowie der Kunst

Akademien

2. bis 6. Semester

|

3. bis 16. September 2017

42