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Anselm Oelze

Institut für Philosophie, University of Helsinki / Finnland

Dr. Manuel Bohn

Abteilung für vergleichende und Entwicklungspsychologie, Max-Planck-Institut für

evolutionäre Anthropologie, Universität Leipzig

Studierende aller Fächer mit der Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte

Arbeitsgruppe

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Wie erforscht man den Geist der Tiere?

Die Erforschung des Geists der Tiere ist spätestens seit der sogenannten „kognitiven Wen-

de“ der 1970er Jahre ein angesagtes wissenschaftliches Forschungsgebiet – so angesagt,

dass manche sogar behaupten, der

cognitive turn

sei mittlerweile durch einen

animal turn

abgelöst worden. Denn schon längst beschäftigen sich nicht mehr nur Psychologinnen und

Psychologen sowie Ethologinnen und Ethologen, sondern auch Philosophinnen und Philo-

sophen sowie andere Geisteswissenschaftler mit dem Geist der Tiere. Doch was heißt es

eigentlich, Tieren einen Geist zuzuschreiben? Wie lässt er sich erforschen? Woher können

wir wissen, dass nicht-menschliche Tiere wie Hunde oder Schimpansen mentale Zustände

haben? Und wie können wir herausfinden, wie diese bei ihnen aussehen?

Die Beschäftigung mit diesen und anderen Fragen soll im Mittelpunkt unserer Arbeitsgruppe

stehen. Dabei geht es nicht nur darum, einen theoretischen Blick auf den Geist der Tiere zu

werfen, sondern es geht auch und vor allem darum, die empirische Perspektive mit einzube-

ziehen und beide miteinander ins Gespräch zu bringen. Schließlich kann, wer eine ernst zu

nehmende Theorie über den Geist der Tiere entwickeln möchte, dies kaum ohne die Ergeb-

nisse der aktuellen empirischen Forschung tun.

Doch genauso wenig kommt ein empirisch arbeitender Forscher ohne eine grundsätzliche

Reflexion über die verwendeten Methoden und Begrifflichkeiten aus. Beide Perspektiven

bedingen und bedürfen also einander. Von daher eignet sich die Beschäftigung mit der Er-

forschung des Geists der Tiere hervorragend, um an einem konkreten Beispiel zu sehen, wie

Theoriebildung vonstattengeht, wie sie sich entwickelt und wo sie möglicherweise an ihre

Grenzen stößt.

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