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Arbeitsgruppe

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Archaisches Gemetzel oder strategische Gewalt?

Ethnische Bürgerkriege aus sozialwissenschaftlicher

Perspektive

Bürgerkriege und ihre Folgen dominieren die tagtäglichen Schlagzeilen. Trotz der Drucker-

schwärze, die dem Thema gewidmet wird, bleibt die Frage „Wieso?“ meist unbeantwortet.

Stattdessen wird oft auf „unerklärliche“ und „blinde“ Gewalt verwiesen, für die „raffgierige

Eliten“ oder „urtümlicher Tribalismus“ verantwortlich seien. Ein solcher Diskurs missachtet

die Interessen der beteiligten Konfliktparteien und erschwert somit die nachhaltige Befrie-

dung von Konflikten. Medial propagierte Lösungsansätze beruhen häufig auf einem fehlen-

den Verständnis tiefer liegender Konfliktursachen und können so in manchen Fällen kontra-

produktiv wirken.

Der vereinfachte Diskurs steht in starkem Kontrast zum Wissen, das die Konfliktforschung,

gespeist aus unterschiedlichsten Sozialwissenschaften, über die letzten Jahrzehnte zur

Entstehung und Logik von politischer Gewalt gesammelt hat. Die Arbeitsgruppe soll dieses

Wissen mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und Befriedung ethnischer Bürger-

kriege erschließen. Das Ziel besteht darin, möglichst schnell auf die Höhe des Forschungs-

stands zu kommen, um aktuelle Konflikte aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren und

mögliche Lösungsszenarien zu beleuchten. Neben den inhaltlichen Diskussionen wollen wir

so auch ein Interesse für empirische sozialwissenschaftliche Forschung wecken.

Das Programm der Arbeitsgruppe gliedert sich in drei Teile: Nach einer ersten Klärung

grundlegender Konzepte besprechen wir klassische Theorien sowie aktuelle Studien zum

Ausbruch von Bürgerkriegen. Im Anschluss geht es um Rekrutierungsstrategien und Ge-

waltformen, die in Bürgerkriegen instrumentell eingesetzt werden. Aus den Konfliktursachen

und -dynamiken ergeben sich schließlich Lösungsansätze, deren Realisierbarkeit wir in den

letzten Sitzungen eingehend analysieren.

Carl Müller-Crepon

International Conflict Research, ETH Zürich / Schweiz

Yannick Pengl

International Conflict Research, ETH Zürich / Schweiz

Studierende der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Akademien

bis zum 4. Semester

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13. bis 26. August 2017

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