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Akademie

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Sensomotorische Grundlagen sozialer Kognition –

neue Einblicke in soziales Verhalten

In klassischen Theorien der Mechanismen sozialer Kognition wurde postuliert, dass han-

delnde Personen auf der Basis komplexer Modelle miteinander interagieren, die Hypothesen

bezüglich der Motive, Handlungsintentionen und Einstellungen anderer Personen enthalten

(sog. „Theory of Mind“).

In der Akademie möchten wir soziale Kognition aus einer alternativen Perspektive betrach-

ten. Diese alternative Sichtweise nimmt an, dass auch komplexe Formen der sozialen In-

teraktion auf der Basis sensomotorischer Kopplungsmuster entstehen, die eine dynamische

Wechselwirkung der Handelnden ermöglichen. Dieser Ansicht zufolge ist die interpersonale

Koordinationsdynamik von fundamentaler Bedeutung für das Erlernen sozialer Interaktion

und Kommunikation und bildet die Grundlage für komplexe soziale Phänomene wie bei-

spielsweise Empathie. In der Akademie möchten wir diesen neuen Ansatz diskutieren, mög-

liche Anwendungen betrachten und folgende Themen behandeln:

1. neuronale und kognitive Mechanismen der sensomotorischen Kopplung und der Vorher-

sage von Handlungen im sozialen Kontext;

2. Grundlagen sozialer Interaktionen zwischen Menschen sowie zwischen Robotern und

Menschen;

3. Modelle zur Koordinationsdynamik aus der Informationstheorie und Neuroinformatik;

4. Anwendungen im Bereich der Steuerung von humanoiden Robotern;

5. Anwendung im Bereich von Erkrankungen.

9. September (Anreisetag) bis

16. September 2017 (Abreisetag)

Studierende der Kognitions- und

Neurowissenschaften, Psychologie,

Biologie, Medizin, Physik, Informatik

und Philosophie

Centro Evangelico,

Magliaso / Schweiz

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Prof. Dr. Andreas Engel

Institut für Neurophysiologie und

Pathophysiologie, Universitätsklinikum

Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. Peter König

Institut für Kognitionswissenschaft,

Universität Osnabrück

Arbeitssprachen sind Deutsch und

Englisch.

Akademien

Schweizerische Studienstiftung

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