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Arbeitsgruppe

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Molekulare und zelluläre Ursachen neurodegenerativer

Erkrankungen

Neurodegenerative Erkrankungen sind erblich oder sporadisch auftretende Erkrankungen

des Nervensystems, bei denen es zu einer fortschreitenden Rückbildung (Degeneration von

lateinisch

degenerare,

„aus-“ oder „entarten“) der Nervenzellen (griechisch

néuro-

, „Ner-

v[en]-“) kommt. Die Degeneration spezifischer Hirnzellen kann zu zahlreichen neurologi-

schen Symptomen führen, beispielsweise Demenz oder Bewegungsstörungen.

Leider kann eine eindeutige Krankheitsdiagnose erst post mortem durch pathologische Un-

tersuchung des Hirns anhand von charakteristischen histologischen Schädigungsmustern

gestellt werden. So haben alle neurodegenerativen Erkrankungen die Ablagerung von Pro-

teinen im Hirn gemeinsam, wie zum Beispiel das Amyloid-Beta-Protein, Tau oder Alpha-Syn-

uclein. Doch Vorsicht: Nicht alle sich ablagernden Proteine sind spezifisch für eine gewisse

Krankheit, stattdessen lagern sich einige Proteine bei verschiedenen neurodegenerativen

Erkrankungen ab.

Aber wie kann es sein, dass die Ablagerung desselben Proteins oft zu sehr diversen Symp-

tomen führt? Beispielsweise kann die Ablagerung von TDP-43 bei dem einen Patienten mit

Demenz verbunden sein, bei dem anderen jedoch mit einer Bewegungsstörung. Mit dieser

und ähnlichen spannenden Fragen werden wir uns in der Arbeitsgruppe beschäftigen. Da­

rüber hinaus werden wir Hypothesen diskutieren, welche molekularen Mechanismen zu syn-

aptischen Defiziten und schließlich zum Tod sehr spezifischer Zelltypen führen könnten. Wir

werden außerdem fragen, wie diese Grundlagenforschung in erfolgreiche Therapieansätze

umgesetzt werden könnte.

Diese Arbeitsgruppe wird verschiedenste Aspekte neurodegenerativer Krankheiten erör-

tern – von einzelnen Molekülen über Zellen und Netzwerke bis hin zum Gehirn und dem

Verhalten eines Organismus – sowie die Grenzen derzeitiger therapeutischer Möglichkeiten

diskutieren.

Dr. Laura Haas

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen München, LMU München

Juliane Schelle

Hertie Institut für klinische Hirnforschung und Deutsches Zentrum für Neuro-

degenerative Erkrankungen Tübingen, Universität Tübingen

Studierende aller Fächer mit naturwissenschaftlichem Interesse

Akademien

bis zum 4. Semester

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13. bis 26. August 2017

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