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Arbeitsgruppe

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Kalkül der Form

Die Arbeitsgruppe diskutiert die Bedeutung von Ludwig Wittgensteins Wahrheitsfunktion und

George Spencer-Browns Kalkül der Form einer Unterscheidung für die Modellierung sozialer

Systeme. Eine vermittelnde Rolle spielen dabei Niklas Luhmanns Sinnbegriff (als Medium

wahr-falscher Verweisungen) und sein Hinweis auf die fundierende Rolle einer reflexiv gene-

ralisierenden Negation. Davon ausgehend soll in einem ersten Schritt erarbeitet werden, ob

und wie sich Spencer-Browns Kalkül dazu eignet, soziale Systeme zu modellieren. In einem

zweiten Schritt soll untersucht werden, ob und wie die gegenwärtige Informatik Formalisie-

rungen anzubieten hat, mit denen diese Modelle auch programmiert werden können.

Die Arbeitsgruppe setzt außer Geduld im Umgang mit schwierigen Texten nichts voraus. Wir

lesen Auszüge aus dem

Tractatus

und den

Philosophischen Untersuchungen

von Wittgen-

stein, gewinnen einen ersten Zugang zu Spencer-Browns Formkalkül, lesen auch Luhmann

in Auszügen und üben erste Modelle an eigenen Beispielen. Daran anschließend diskutieren

wir die Möglichkeiten einer Übersetzung von Spencer-Browns Formgleichungen in Program-

miersprachen der Informatik. Eine wichtige Rolle wird bei all dem die Frage spielen, mit wel-

chem Typ von empirischen Daten eine Modellierung sozialer Systeme rechnen kann.

Prof. Dr. Dirk Baecker

Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management, Universität Witten / Herdecke

Prof. Dr. Sven Kosub

Fachbereich Informatik und Informationswissenschaft, Universität Konstanz

Studierende aller Fächer, insbesondere der Kulturwissenschaften, Philosophie, So-

zialwissenschaften und Informatik

Akademien

Akademie Ftan im Max Weber-Programm

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