Background Image
Previous Page  129 / 324 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 129 / 324 Next Page
Page Background

Arbeitsgruppe

6

Die kulturhistorische Bedeutung der Entstehung von

Alphabeten

In der Arbeitsgruppe gehen wir der Frage nach, wie die fundamentale Bedeutung der Ent-

stehung von Alphabeten kulturhistorisch verstanden werden kann. Ausgangspunkte sind

die griechischen, georgischen und armenischen Alphabete. Für das griechische verraten

bereits dessen semitischer Name und dessen Bezeichnung als „Phönikische Buchstaben“,

dass es Ergebnis eines Kulturtransfers war. Die Untersuchung der Entstehungsgeschichte

des georgischen Alphabets greift mitunter auf Traditionen zu König Parnabas zurück, der

als monumentale Gründerfigur kurz nach dem Tod Alexanders des Großen gezeichnet wird;

archäologische Zeugnisse sind aber deutlich jünger. Für alle drei Alphabete diskutiert die

Forschung viele Fragen noch recht kontrovers, sei es die nach der Form der Adaption, der

genauen Umstände der Entstehung oder auch die nach ihren Zwecken.

Ziel ist es zunächst, die verschiedenen Thesen kritisch zu rekonstruieren. Hier wollen wir

möglichst sachgerechte Aussagen erarbeiten. Wir fragen aber auch, wie und warum andere

Auffassungen in der Tradition und in der Forschung begründet wurden. Vergleichende Per-

spektiven, die andere Schriften und Schriftsysteme einbeziehen, sollen zu einem multiper-

spektivischen Verständnis der Bedeutung von Alphabeten und der Rolle der Verschriftung

von Traditionen in ausgewählten Kulturräumen führen.

Prof. Dr. Tassilo Schmitt

Institut für Geschichtswissenschaft, Alte Geschichte, Universität Bremen

Prof. Dr. Cornelia Horn

Lehrstuhl für Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients, Universität Halle-

Wittenberg

Studierende der Geisteswissenschaften, insbesondere der Altphilologie, Archäo-

logie, der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, der Geschichte, Theologie

und Bibliothekswissenschaften

Akademien

Akademie Krakau International

129