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Arbeitsgruppe

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Über Helden und das Heroische – literatur- und

kulturwissenschaftliche Perspektiven

Helden begegnen uns allenthalben. Die Vielzahl heroischer Figuren, die unsere Alltagskultur

prägen, kündet von einem offenbar tief verwurzelten gesellschaftlichen Bedürfnis. Wie aber

lässt sich dies mit der viel zitierten These vereinbaren, wonach sich unsere Gesellschaft

gerade durch ihren postheroischen Charakter auszeichne?

Auf Grundlage einschlägiger theoretischer und literarischer Texte wollen wir uns in der Ar-

beitsgruppe mit der oftmals totgesagten Heldenfigur und ihrer dennoch offensichtlichen Kon-

tinuität auseinandersetzen. Inwiefern kann der Held als heuristischer Begriff tauglich sein?

Können wir den Helden als anthropologische Konstante begreifen, ohne in essenzialistische

Kategorien zu verfallen? Ist er eine gesellschaftliche Projektionsfigur? Wie sind seine Funkti-

onalisierungen zu beschreiben?

Verstehen wir den Helden als gesellschaftlich konstruiert, so scheint es zudem geboten,

nach den Möglichkeiten von Heroisierung – und, weitergehend, von Deheroisierung – zu

fragen. Konstitutiv für das Heroische ist demnach auch seine Medialität: Der Held und sei-

ne Heldentat sind Effekte einer kommunikativen Vermittlung. Als ‚Heldenmacher‘ fungieren

also nicht zuletzt Kunst und speziell Literatur. Literarische Verfahren der Heroisierung sol-

len deshalb im Rahmen der Arbeitsgruppe ebenfalls in den Blick genommen werden. Die

Textbeispiele entstammen der französischen Literatur, deutsche Übersetzungen werden

angeboten.

Prof. Dr. Andreas Gelz

Romanisches Seminar, Universität Freiburg

Studierende aller Fächer

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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28. August bis 7. September 2017

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