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Arbeitsgruppe

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Wandel von Materialität im digitalen Zeitalter

Wenn von Digitalisierung die Rede ist, so geht es dabei meist um Daten, Codes, Virtualität

oder geistige Eigentumsrechte – also durchweg immaterielle Aspekte. Im Unterschied dazu

– oder besser: im Wechselspiel damit – befassen wir uns in dieser Arbeitsgruppe mit den

Kabeln, Rechnern, seltenen Erden, ästhetischen Atmosphären und mithin der Materialität

des Digitalen. Unsere Prämisse ist, dass Digitalisierung als kultureller Wandel von einer spe-

zifischen Materialität ausgeht und umgekehrt diese verändert. Dem widmen wir uns in der

Arbeitsgruppe von drei Seiten:

–– Erstens geht es philosophisch und gesellschaftstheoretisch darum, das Verhältnis von

Materialität und Medialität zu denken. Klassiker wie Friedrich Kittler, aber auch aktuelle

philosophische Ansätze werden hier gemeinsam diskutiert.

–– Zweitens verfolgen wir historisch, wie Digitalisierung bestimmte Materialitäten voraus-

setzt (z. B. die unter dem Atlantik verlegten Kabel) und hervorbringt (wie ganz plastisch

mit dem 3-D-Drucker).

–– Drittens widmen wir uns schließlich gegenwartsdiagnostisch der Frage einer Distribution

von Macht über Daten entlang einer Macht über die Materialität des Digitalen.

Prof. Dr. Anna Henkel

Professur für Kultur- und Mediensoziologie, Universität Lüneburg

Dr. Sascha Dickel

Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhl für Wissenschaftssoziologie, TU München

Studierende aller Fächer

Akademien

Akademie St. Johann im Ahrntal

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