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„Die Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren.“ „Das Recht ist die Waffe des Schwa-

chen.“ „Das Recht hat eine unverzichtbare Funktion im Zusammenleben der Menschen; es

gibt Sicherheit und schützt gerade die Schwachen.“ Der Schutz Schwächerer gehört, wie

diese wenigen Aphorismen zeigen, zu den zentralen Funktionen des Rechts. Die konkrete

Ausgestaltung wirft indes komplexe Fragen auf: Welche Personen fallen in die Kategorie

„Schwächere“? Inwieweit besteht Schutzbedarf? Welche Schutzinstrumente gibt es? Inwie-

weit ist deren Einsatz – unter Berücksichtigung der Interessen der Schwächeren sowie der

Interessen Dritter – angemessen?

Der Fokus unserer Arbeitsgruppe liegt auf dem Schutz Schwächerer im Privatrecht. Den ge-

nannten grundlegenden Fragen wollen wir insbesondere anhand von drei Personengruppen

nachgehen: Minderjährigen, älteren Menschen und Verbrauchern. Berücksichtigung finden

darüber hinaus Migranten sowie Personen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

Beleuchtet werden sollen die aktuelle Rechtlage (einschließlich der Positionen von Bundes-

gerichtshof und Bundesverfassungsgericht) sowie Gestaltungsmöglichkeiten de lege feren-

da in unterschiedlichen Bereichen, etwa Geschäfts- und Verschuldensfähigkeit, Anleger-

schutz, AGB-Kontrolle, Zivilprozessrecht, internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht.

Bei der Suche nach der optimalen Ausgestaltung des Rechts kommt verhaltenswissen-

schaftlichen Analysen essenzielle Bedeutung zu (Welche Defizite weist das Verhalten von

Älteren, Verbrauchern etc. auf? Mit welchen Mitteln lässt sich ihnen entgegenwirken?).

Ebenso spielen soziologische Erkenntnisse, etwa zu den Lebensbedingungen Älterer, und

philosophische Erwägungen, zum Beispiel zum Verhältnis von Autonomie und Paternalis-

mus, eine zentrale Rolle. Wir hoffen auf einen intensiven interdisziplinären Austausch!

Prof. Dr. Frauke Wedemann

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches sowie Internationales

Handels- und Gesellschaftsrecht, Universität Münster

Prof. Dr. Bettina Heiderhoff

Institut für Deutsches und Internationales Familienrecht, Universität Münster

Studierende aller Fächer, insbesondere der Rechts-, Wirtschafts- und Sozial­

wissenschaften

Arbeitsgruppe

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Schwächerenschutz im Privatrecht

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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20. August bis 2. September 2017

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