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Arbeitsgruppe

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Finanzmarktarchitektur, öffentliche Finanzen und Geld:

Welcher Reparaturen bedarf die Eurozone?

Die ursprüngliche Begeisterung für die Eurozone ist mittlerweile einer tiefen Skepsis und

weitverbreiteten Verunsicherung gewichen sowie der ,überraschenden‘ Erkenntnis des Feh-

lens einer gemeinsamen Finanzmarktordnung. Die Krisen des neuen Jahrtausends enthül-

len eklatante Mängel an Widerstandsfähigkeit des europäischen Wirtschaftssystems sowie

Innovations- und Wachstumsschwächen. Sind diese Probleme unverantwortlichem Verhalten

einzelner Unternehmen im Markt geschuldet oder aber resultieren sie aus ungeeigneten und

schlecht koordinierten Wirtschaftspolitiken der Mitgliedsländer?

Die Arbeitsgruppe thematisiert das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen Optionen,

Flexibilität und kurzfristiger Optimalität einerseits und Regeln, langfristigen Commitments und

Stabilität andererseits. Typische Fragestellungen, die in der Arbeitsgruppe diskutiert werden

sollen, sind daher:

–– Tendieren Märkte zwangsläufig in Richtung Myopia, insbesondere je vollständiger sie wer-

den (Innovationen) beziehungsweise je schneller sie werden (

high-frequency trading

)? Gibt

es diesbezüglich Marktversagen?

–– Gibt es andere Gründe für Marktversagen (etwa bei der Vergütung von Managern und der

Setzung der Unternehmensziele)?

–– Wie müsste eine Wirtschaftsordnung / Finanzverfassung für einen langen Atem gestrickt

sein?

–– Wäre diese überhaupt politisch wünschenswert und gegebenenfalls auch implementierbar?

–– Welche Rolle spielen Politik, politisches Risiko und Politikversagen?

–– Wie können Banken und Staaten entflochten werden?

–– Konjunktursteuerung zwischen Aktionismus und Regelbindung

–– Schuldenreduktion und makroökonomische Stabilisierung: ein unauflösbarer Konflikt?

–– Brauchen wir nach der Finanz- und Eurokrise ein neues Paradigma der Geldpolitik?

–– Erfolgsmodell Deutschland: Vorbild oder Hemmschuh für Europa?

Prof. Thomas Gehrig, Ph.D.

Professur für Finanzwirtschaft, Universität Wien / Österreich

Prof. Dr. Oliver Landmann

Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie, Universität Freiburg

Studierende der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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20. August bis 2. September 2017

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