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Arbeitsgruppe

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Verletzende Worte – von der Ironie bis zur Hassrede

Ausdrücke wie „verbale Aggression“, „words that wound“, „hate speech“ oder einfach „Belei-

digung“ sind Versuche unterschiedlicher Autorinnen und Autoren, sprachliche Gewalt als Teil

der Kultur zu erklären. Aktuell verschärft sich die Frage, warum diese Form der Gewalt unter

dem Einfluss der digitalen Medien eine immer größere Verbreitung findet.

Wieso kann Sprache verletzen? Wie werden sprachliche Verletzungen sichtbar? Welche

Rolle spielt Performativität? Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen Sprechen und

Handeln greifen? Gerade die Debatte um die Frage, was Satire darf, macht deutlich, dass

nicht einfach zwischen Worten und Taten zu unterscheiden ist. Dabei zeigt die Diskussion

um die Satire auch die Bedeutung der gesellschaftlichen Strukturen für die Bewertung. Ob

eine Äußerung als Beleidigung, Häme, Satire, freie Meinungsäußerung oder gar als Gewalt

aufgefasst wird, ist nicht allein eine juristische Frage, sondern immer auch eine gesellschaft-

liche. Entscheidend sind dann gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen. Was einst

eventuell als Beleidigung verstanden wurde, gehört heute selbstverständlich zur kulturellen

Praxis.

In der Arbeitsgruppe wollen wir erörtern, was ,sprachliche Gewalt‘ bedeuten kann, welche

sprachlichen Mittel dazu führen können, dass Menschen sich verletzt fühlen, und was dann

die Kennzeichen eines friedlichen Dialogs sein könnten. Erarbeitet werden soll dies im his-

torischen und aktuellen Kontext, also mit Blick auf die Geschichte der Sprachkritik (z. B. Karl

Kraus, Viktor Klemperer, Adolf J. Storfer, Dolf Sternberger, Uwe Pörksen), den philosophi-

schen Diskurs (z. B. Hannah Arendt, Judith Butler, Sybille Krämer) und die aktuellen Medien-

debatten. Deshalb geht es immer auch um die unterschiedlichen disziplinären Herangehens-

weisen etwa von Sprachkritik, Linguistik, Rhetorik und Sprachphilosophie.

Prof. Dr. Francesca Vidal

Wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums Studium und Beruf und der

Profillinie Rhetorik, Universität Koblenz-Landau

Dr. Anna Magdalena Schaupp

Institut für Philosophie, Universität Koblenz-Landau

Studierende der Geisteswissenschaften, der Rechts- und Sozialwissenschaften

sowie der Kunstwissenschaften

Akademien

ab dem 5. Semester und Doktoranden

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20. August bis 2. September 2017

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