Studienstiftung Jahresbericht 2012 - page 26

Studienförderung
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Die Evaluation zeigt zudem, dass die Auswahl der Studienstiftung
in dem Sinne erfolgreich ist, als dass messbare Unterschiede zwi-
schen den aufgenommenen und abgelehnten Bewerbern existie-
ren: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung
haben bessere Abschluss- und Zwischennoten und zeigen höhere
intellektuelle Fähigkeiten, eine bessere Artikulations- und Kom-
munikationsfähigkeit sowie mehr außerfachliche Interessen; be-
zeichnenderweise sind Stipendiaten der Studienstiftung mit ihren
Studienbedingungen und -inhalten weniger zufrieden als ihre
Kommilitonen. Außerdem waren sie etwas häufiger sozial enga-
giert als abgelehnte Kandidatinnen und Kandidaten. Hinsicht-
lich der Leistungsbereitschaft und der sozialen Kompetenz lagen
keine messbaren Unterschiede vor. Die Unterschiede sind nicht
sehr groß und wurden zumeist anhand von bewährten Fragesets
zur Selbsteinschätzung erhoben. Dennoch belegen die Ergebnisse,
dass die Auswahl der Studienstiftung den gegenwärtigen An-
sprüchen an ein objektivierbares Verfahren gerecht wird.
Das bestätigt auch der Vergleich mit den Auswahlverfahren von
internationalen Hochschulen mit hohen Bewerberzahlen. Im Rah-
men der Evaluation wurde dieser Vergleich auf Basis von qualita-
tiven Interviews durchgeführt. Die Evaluatoren bescheinigen der
Studienstiftung, dass ihr Auswahlverfahren im Qualitätsvergleich
mit Hochschulen in den USA, Großbritannien und der Schweiz
gut dasteht. Dieser These schließen sich auch diejenigen Befragten
an, die die anderen Auswahlverfahren als Kandidaten oder Aus-
wählende kennengelernt haben.
Weitere Fragestellungen
Die Evaluation hat wichtige Hinweise ergeben, warum einige Stu-
dierende sich nicht um ein Stipendium der Studienstiftung be-
werben, obwohl sie vorgeschlagen werden. Die Hypothese, dass
dies an einem negativen Image der Studienstiftung liegt oder die
Vorgeschlagenen evtl. kein Interesse an einer Förderung haben,
konnte entkräftet werden. Von den Befragten werden stattdessen
zum einen organisatorische Gründe genannt (keine Zeit, Klausur-
vorbereitung, Studienfachwechsel), zum anderen wurde häufig
angegeben, dass man sich keine Chance auf ein Stipendium aus-
Messbare Unter-
schiede zu abge-
lehnten Bewerbern
Vergleich mit
internationalen
Hochschulen
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