Studienstiftung Jahresbericht 2012 - page 24

Studienförderung
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Zugangswege
Um zu untersuchen, ob Abiturienten unabhängig von ihrem Ge-
schlecht und von ihrem familiären Hintergrund einen fairen Zu-
gang zu den Auswahlverfahren der Studienstiftung haben, wurden
die entsprechenden soziodemografischen Merkmale der Vorge-
schlagenen mit denen der 5% Abiturbesten verglichen. Der Ver-
gleich ergab, dass auf der Ebene des Vorschlags keine negative Dis-
kriminierung der untersuchten Gruppen stattfindet: Der Anteil
Studierender aus nicht-akademischen Elternhäusern entspricht
exakt ihrem Anteil unter den 5% besten Abiturienten (jeweils
25%); gleiches gilt für die Beteiligung von Frauen (54%). Der An-
teil von Vorgeschlagenen mit Migrationshintergrund ist mit 12%
sogar leicht höher als der unter den 5% Abiturbesten (10%).
Die Qualität der Vorschläge für die Studienstiftung wurde daran
gemessen, wie zuverlässig die Vorschlagenden die von der Studien-
stiftung in den verschiedenen Verfahren kommunizierten Krite-
rien anwenden. Das ZEM beurteilt die Qualität der Zugangswege
insgesamt mit „gut“ bis „befriedigend“: Bei der Abiturauswahl
und beim Hochschulvorschlag hält die weit überwiegende Mehr-
heit der Befragten die von der Studienstiftung kommunizierten
Kriterien für plausibel und berücksichtigt diese entsprechend. Im
Fachhochschulverfahren wird eine große Zahl von Kriterien, die
bislang von der Studienstiftung in diesem Bereich kommuniziert
wurde, dagegen nur von einer Minderheit der Vorschlagenden
vollständig aufgegriffen. Die Geschäftsstelle hat in Reaktion auf
diese Kritik ihre Informationsmaterialien entsprechend überar-
beitet und vereinheitlicht.
Auswahlverfahren
Auch auf der Ebene der Auswahlverfahren der Studienstiftung fin-
det keine negative Diskriminierung von Bewerbern aus nicht-aka-
demischen Elternhäusern statt: Bewerberinnen und Bewerber aus
akademischen und nicht-akademischen Elternhäusern reüssieren
gleich häufig in den Auswahlverfahren; die Aufnahmewahrschein-
lichkeit von Bewerberinnen und Bewerbern mit Migrationshin-
tergrund liegt sogar um 9 Prozentpunkte über der von Bewerbern
ohne Migrationshintergrund. Die Evaluation widerspricht damit
Keine Diskriminie-
rung beim Schul-
vorschlag
Plausible
Kriterien
1...,14,15,16,17,18,19,20,21,22,23 25,26,27,28,29,30,31,32,33,34,...220
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