Studienstiftung Jahresbericht 2012 - page 16

Einleitung
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Seit 2009 liegt nun die Zahl der von der Studienstiftung Geförderten
stabil bei rund 11.400 Studierenden und 1.200 Doktorandinnen und
Doktoranden. Konstant gestiegen ist dagegen die Zahl der Teilneh-
merinnen und Teilnehmer an den Auswahlverfahren in der Studi-
enförderung, die 2012 mit 9.245 so hoch war wie noch nie; die Er-
folgsquoten in der Grundförderung sind entsprechend wieder auf
rund 28% abgesunken und liegen damit auf einem Niveau wie es
sich seit Mitte der neunziger Jahre bis zum Einsetzen des Wachs-
tums eingependelt hatte. Einen neuen Höchststand erreichte 2012
auch der Haushalt der Studienstiftung, der dank des 2012 durchgän-
gig gezahlten erhöhten Büchergeldes rund 72,6 Mio.
Euro
umfasste.
Nach Abschluss der Wachstumsphase und aufgrund erheblicher
kritischer Anfragen mit Blick auf die soziale Zusammensetzung
der Stipendiatenschaft hat die Studienstiftung Mitte 2012 eine um-
fassende externe Evaluation der Validität, Reliabilität und Fairness
ihrer wichtigsten Auswahlverfahren vorgelegt. Die Studie beschei-
nigt uns, dass die in den Verfahren vorgegebenen Kriterien syste-
matisch angewendet werden und dass sich Studienstiftler zudem
nachweisbar von abgelehnten Bewerbern unterscheiden. Was die
Fairness der Auswahl angeht, so zeigt die Studie auf, dass Teilneh-
merinnen und Teilnehmer mit Migrationshintergrund und aus
nicht-akademischen Elternhäusern in den Vorschlags- und Aus-
wahlverfahren gleiche oder z.T. sogar leicht bessere Chancen als ihre
Mitbewerber haben. Dagegen sank der Frauenanteil bei den unter-
suchten Verfahren von 54% bei den Vorgeschlagenen auf 46% bei
den Aufgenommenen. Die Ergebnisse sind für die Studienstiftung
– ebenso wie für künftige Bewerberinnen und Bewerber – insgesamt
ermutigend, vor allem aber geben sie zahlreiche Hilfestellungen, um
die Professionalisierung der Auswahlverfahren sowie deren Öffnung
für bislang unterrepräsentierte Gruppen konsequent fortzusetzen.
Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre wird es nun
sein, die ideelle Förderung innerhalb der Studienstiftung auszu-
bauen und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne wurden die insge-
samt 14 Sommerakademien im vergangenen Jahr zum ersten Mal
durch eine einwöchige Frühjahrsakademie ergänzt. Erfreulicher-
weise konnte zudem nach siebenjähriger Pause erstmals wieder
eine deutsch-polnische Sommerakademie in Krakau stattfinden,
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