Kompositionsresidenz

Die Studienstiftung des deutschen Volkes vergibt seit 2013 in Kooperation mit dem Beethoven-Haus fünfwöchige Residenzstipendien für junge Komponistinnen und Komponisten. 

Jährlich stehen in der Regel zwei Stipendien zur Verfügung.

Mit diesem Förderformat unterstützt die Studienstiftung Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Jungalumnae und -alumni aus der Musikerförderung, in einer ebenso konzentrierten wie inspirierenden Arbeitsumgebung zu komponieren und sich über individuelle Frage- und Problemstellungen mit einer Mentorin oder einem Mentor auszutauschen.

Als Mentorinnen und Mentoren der jungen Komponistinnen und Komponisten konnten von 2013 bis 2014 Manfred Trojahn, von 2015 bis 2017 Jan Müller-Wieland und ab 2018 Charlotte Seither gewonnen werden.

Zum Programm gehört ein öffentliches Abschlusskonzert. Hier werden die neu entstandenen Werke uraufgeführt und vorgestellt.

9. Kompositionsresidenz mit Abschlusskonzert am 25. September 2021 in Bonn

Vom 22. August bis 25. September findet die neunte Kompositionsresidenz der Studienstiftung in Kooperation mit dem Beethoven-Haus Bonn mit den Komponisten Valentin Ruckebier und Dustin Zorn statt. Während der fünfwöchigen Residenz komponieren sie ihre Stücke und werden dabei von Charlotte Seither, Komponistin und Mitglied im GEMA-Aufsichtsrat und im Präsidium des Deutschen Musikrats, als Mentorin bei ihrer Arbeit begleitet.

Am 25. September um 19 Uhr werden ihre Werke beim Abschlusskonzert im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses Bonn uraufgeführt – gemeinsam mit einem neuen Werk von Lina Posėčnaitė, einer von zwei Residenzstipendiaten des Vorjahres, deren Abschlusskonzert damals aufgrund der Pandemie nur auf digitalem Wege stattfinden konnte. Der Eintritt zum diesjährigen Abschlusskonzert ist kostenlos möglich bei vorheriger Anmeldung an avenarius(at)studienstiftung(dot)de unter dem Betreff „Konzert Kompositionsresidenz 2021“.

Valentin Ruckebier
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Valentin Ruckebier

© Susanne Diesner

Valentin Ruckebier wurde 1997 in Wuppertal geboren. Neben Violin- und Klavierunterricht an der Musik- und Kunstschule Remscheid erhielt er von 2007 bis 2009 Kompositionsunterricht bei Prof. Thomas Holland-Moritz; von dort aus wechselte er 2009 in die Kompositionsklasse von David P. Graham an der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf. 2014 nahm er ein Jungstudium der Komposition an der Robert-Schumann-Hochschule (RSH) Düsseldorf bei Prof. Manfred Trojahn auf, auf welches ein Bachelorstudium ebenda folgte. Im Sommersemester 2019 absolvierte er seinen Bachelorabschluss mit Bestnote und ist seitdem für den Exzellenzstudiengang Komposition an der RSH Düsseldorf eingeschrieben, mittlerweile bei Trojahns Nachfolger Prof. Oliver Schneller.

Valentin Ruckebiers Kompositionen wurden bei zahlreichen internationalen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet; Kooperationen und Uraufführungen, unter anderem für renommierte Festivals und Konzertreihen, erfolgten z. B. mit dem Ensemble Musikfabrik Köln, den Augsburger Philharmonikern, dem Ensemble notabu Düsseldorf, der Rheinischen Philharmonie Koblenz, dem E-Mex-Ensemble und dem Tanzhaus NRW. 2021 wird seine Oper The Flight To Egypt  im Rahmen des CrossOpera-Projektes der EU am Teatro Comunale Luciano Pavarotti in Modena / Italien, am Landestheater Linz / Österreich, und am Serbian National Theatre in Novi Sad / Serbien aufgeführt.

Im Wintersemester 2017/18 nahm Ruckebier an der RSH Düsseldorf zusätzlich ein Gesangsstudium bei Prof. Konrad Jarnot auf. Er tritt regelmäßig sowohl im Lied- und Konzertfach als auch in Vokalensembles und auf der Opernbühne in Erscheinung.

Seit 2017 produziert Ruckebier auch Musikvideos zu eigenen und fremden Kompositionen. Hierbei arbeitet er vor allem als Produzent, aber auch als Skriptautor und im Regieteam.

Dustin Zorn
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Dustin Zorn

© Lena Krenz

Dustin Zorn ist ein in Berlin lebender Komponist. Seine Werke erklingen bei Festivals wie Ultraschall, Mehrlichtmusik, Klangwerkstatt, Crescendo und den Neuköllner Originaltönen und werden im Deutschlandfunk und im Rbb Kulturradio übertragen. Ensembles wie Mosaik, LUX:NM, das Trio Noir und das Echo Ensemble führen seine Kompositionen auf. Derzeit studiert Dustin Zorn im Master an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Professorin Eun-Hwa Cho Komposition und bei Professor Wolfgang Heiniger elektronische Musik. Des Weiteren studierte er am Konservatorium in Paris bei Stefano Gervasoni und erhielt Unterricht von Hanspeter Kyburz, Malte Giesen, Eres Holz und Helmut Zapf. Er ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Lina Posėčnaitė
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Lina Posėčnaitė

© Veronica Bremer

Lina Posėčnaitė wurde 1995 in Klaipėda/Litauen geboren, wo sie ihre erste musikalische Ausbildung an der Jeronimas Kačinskas Musikschule und nach dem Abschluss zunächst am Stasys Šimkus Konservatorium mit dem Hauptfach Geige erhielt. Von 2014 bis 2019 folgte ein Bachelorstudium in Komposition an der Hochschule für Künste Bremen in der Klasse von Prof. Jörg Birkenkotter (Kompositionsunterricht weiterhin bei Daniel Smutny, darüber hinaus Unterricht in elektroakustischer Komposition bei Prof. Kilian Schwoon). Ab Herbst 2019 setzte Frau Posėčnaitė ihr Studium an der Hochschule für Musik FHNW in Basel in der Klasse von Prof. Caspar Johannes Walter fort.

Ihre Kompositionen wurden in verschiedenen Konzerten und auf Festivals in Deutschland, Schweiz und Litauen aufgeführt, auf CDs veröffentlicht (drop the beat von DEGEM – Deutscher Gesellschaft fur Elektroakustische Musik e.V., Martynas Švėgžda von Bekker: Lithuanian XXI Cent. Expressions for Violin) und im Rundfunk gesendet (CKCU FM 93.1, nordwestradio, Radio Angrezi). Sie ist Preisträgerin des 13. Internationalen Kompositionswettbewerbs Citta di Udine 2020 (Italien). Sie hat an diversen Meisterkursen und Workshops, wie impuls.11. Internationale Ensemble- und Komponistenakademie fur zeitgenössische Musik | 2019, Darmstädter Ferienkurse, Next Generation von Donaueschinger Musiktage, Labor von Wittener Tage für neue Kammermusik teilgenommen und Kompositionsunterricht von Enno Poppe, Fredrick Gifford, Clara Iannotta, Alberto Posadas, Mark Andre, Lisa Lim, Isabel Mundry, Pierluigi Billone, Karlheinz Essl sowie Ansgar Beste erhalten. Lina Posėčnaitė ist Mitglied der projektgruppe neue musik bremen (pgnm).

In ihrer kompositorischen Arbeit ist es ihr wichtig, jedem Klang und jedem musikalischen Gestus Raum zu lassen, sich zu entfalten und wahrgenommen zu werden. Das Innere des Klangs, aber auch räumliche Aspekte sind gleichermaßen ihre Interessen. Für ihre Musik ist ein gewisser Minimalismus im Sinne von strenger Selektion und Abgrenzung in der Auswahl des Klangmaterials charakteristisch.

Jakob Raab
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Jakob Raab

© Jakob Raab

Jakob Raab (*1995) studierte Komposition, Klavier und Musiktheorie in Karlsruhe und Saarbrücken. Von seinen Lehrern Arnulf Herrmann und Wolfgang Rihm erhält er seit 2014 wichtige Impulse zum zeitgenössischen Komponieren; als Konzertpianist und Musiktheoretiker widmet er sich zudem intensiv historischer Musik. Er ist Preisträger des Re:compose Wettbewerbs des Bayerischen Rundfunks und des Förderpreises der Stadt Saarbrücken. Elektronische und instrumentale Kompositionen wurden im SWR und BR Radio ausgestrahlt. Jakob Raab hat u. a. in MusikTexte publiziert und lehrt Musiktheorie an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Er studiert zudem Mathematik und beschäftigt sich mit Möglichkeiten der algorithmischen Komposition.

Die bisherigen Residenzstipendien im Überblick

8. Residenzstipendium vom 23. August bis 27. September 2020

Lina Posėčnaitė und Jakob Raab waren die Komponistin und der Komponist des 8. Residenzstipendiums vom 23. August bis 27. September 2020. Das Abschlusskonzert fand pandemiebedingt am 26. September 2019 auf digitalem Wege statt. Mattia Bonafini und Andraž Malgaj präsentierten „Mühe(los)“ von Lina Posėčnaitė für Helmholtz’sches Lochsirenenfahrrad und Akkordeon; das rein elektronische Werk „Ambulance“ von Jakob Raab wurde von einer Videoinstallation von Samuel Cho begleitet.

Weitere Informationen finden Sie hier.

7. Residenzstipendium vom 25. August bis 29. September 2019

Eric M. Domènech und Franz Ferdinand August Rieks waren die Komponisten des 7. Residenzstipendiums vom 25. August bis 29. September 2019. Das Abschlusskonzert mit Uraufführungen der beiden Komponisten für Streichquartett bzw. die Triobesetzung Violine-Klavier-Schlagwerk fand am 28. September 2019 im Woelfl-Haus Bonn statt.

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6. Residenzstipendium vom 2. September bis 6. Oktober 2018

Matthias Krüger bearbeitete sein Werk K. P. und sein Engel für Akkordeon. Philipp Christoph Mayer komponierte Haus für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello.

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5. Residenzstipendium vom 3. September bis 7. Oktober 2017

Stefan Beyer komponierte Bleib hier. Schau zu. Mach kein Geräusch für Mezzosopran und Klavier. Samuel Walther komponierte Duo IV für Charles Koechlin für Flöte und Klarinette.

Weitere Informationen finden Sie hier.

4. Residenzstipendium vom 4. September bis 7. Oktober 2016

Benjamin Scheuer komponierte Monstrationen, 4 kleine Szenen für Bariton, Bassklarinette, Zuspielung und Licht. Josep Planells Schiaffino komponierte Drei Stücke für Cello und Klavier. Beide Werke wurden am 7. Oktober 2016 uraufgeführt.

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3. Residenzstipendium vom 6. September bis 10. Oktober 2015

Konstantin Heuer (Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart) komponierte Aria für Cello und Klavier. Julian Lembke (Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse, Paris) komponierte flux.flous für zwei Violinen. Beide Werke wurden am 10. Oktober 2015 uraufgeführt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

2. Residenzstipendium vom 30. August bis 4.Oktober 2014

Antoine Daurat (Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin) komponierte Dove sei? Récitatif pour trio à cordes et électronique. Damian Scholl (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) komponierte Intimacy für Violine und Klavier. Beide Werke wurden am 4. Oktober 2014 uraufgeführt.

Weitere Infos finden Sie hier.

1. Residenzstipendium vom 7. September bis 4. Oktober 2013

Sven Daigger (Hochschule für Musik Karlsruhe) und Alexander Müller (Hochschule für Künste Bremen) komponierten kammermusikalische Werke für Gesang, Klarinette, Cello, Klavier und für Oboe, Cello und Klavier.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

"Young Stars"-Konzerte

Die Studienstiftung bietet Stipendiatinnen und Stipendiaten die Möglichkeit, ein eigenes Konzert im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauseszu bestreiten.» Mehr erfahren