Haniel-Alumnus im Porträt: Jan Walliser

© Dasan Bobo

Jan Walliser ist Vizepräsident der Weltbank. Nachdem er bereits während seines Studiums von 1990 bis 1993 von der Studienstiftung gefördert wird, ermöglicht es ihm das Haniel-Stipendium anschließend an der Boston University zu forschen.

Nach seinem Studienabschluss in Volkswirtschaft an der Universität Kiel bietet sich Jan Walliser eine Gelegenheit, neue Erfahrungen zu sammeln: „Das Haniel-Stipendium war ausschlaggebend dafür, in die USA zu gehen.

„Meine ursprüngliche Bewerbung für ein Stipendium der Boston University war nicht erfolgreich gewesen, und so empfahl mein Vertrauensdozent, es doch einmal beim neuen Haniel-Stipendienprogramm zu versuchen. Das Stipendium erlaubte mir, die ursprünglich angebotene Assistentenstelle in Kiel auszuschlagen und im Sommer 1993 nach Boston zu gehen. Und es half mir dann auch, schnell die Kursarbeit abzuschließen und nach 18 Monaten von der Boston University für das weitere Doktorandenstudium als Teaching/Research Assistant gefördert zu werden“, beschreibt Jan Walliser seinen Weg.

Den prägendsten Teil seines Auslandsaufenthalts sieht er in der Entdeckung einer neuen Lebenswelt. „Sprache, Gewohnheiten und Gebräuche, Kultur, menschlicher Umgang: Alles ist neu und unbekannt, und zu Beginn vergleicht man viel mit der Heimat – gesellschaftliche Werte, neue Bürokratie, anderes Bankwesen und so weiter –, bevor sich Toleranz für einen unterschiedlichen 'way of life' einstellt und Unterschiede schließlich selbstverständlich werden.“ Sein Praktikum macht er bei der Federal Reserve Bank of Cleveland, wo er in der Forschungsabteilung Erfahrungen in der Entwicklung von großen ökonomischen Computersimulationsprogrammen sammelt.

Nach seiner Promotion zieht es ihn nach Washington: Im Congressional Budget Office berät er zwei Jahre lang Mitarbeiter, Abgeordnete und Senatoren zu Steuer- und Rentenreformvorhaben. Seine Kenntnisse aus dem Ökonomiestudium kann er hier durch Politikberatung erweitern: „Diese Erfahrungen und Kontakte haben mir den Weg in internationale Organisationen geöffnet.“

Erlangt er durch seine Zeit in den USA das methodische Rüstzeug, erweist sich ein anderer Kontinent als prägend für die erste inhaltliche Schwerpunktsetzung im Beruf: Afrika. Seine erste Reise dorthin unternimmt er 1998 für den Internationalen Währungsfonds und ist dann unter anderem in der Zentralafrikanischen Republik, im Senegal und im Jemen tätig.

Im Jahr 2002 wechselt er zur Weltbank, als Ökonom verantwortlich für Burkina Faso. Nach einer Reihe anderer Karrierestationen wird er dort 2012 zum Stellvertreter des Vizepräsidenten für Afrika ernannt und ist führend an der Umsetzung von Programmen mit jährlichen Kreditvolumen von zehn Milliarden US-Dollar für Afrika beteiligt.

Seit 2015 leitet er die Geschäfte der Weltbank als Vizepräsident; er ist zuständig für weltweit mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 100 Länderbüros, in den thematischen Bereichen Makroökonomie, Armutsmessung, Privat- und Finanzsektorberatung sowie gute Regierungsführung. „Nirgendwo anders findet man einen solchen Reichtum internationaler Erfahrungen zur Lösung von Entwicklungsproblemen“, sagt er über seinen Arbeitgeber. „Zusammenarbeit an den großen globalen Herausforderungen ist heute wichtiger denn je, und die Weltbank bietet ein ideales Forum für den Austausch zwischen unseren 189 Mitgliedsländern.“