Haniel-Alumna im Porträt: Genia Kostka

© Hertie School of Governance

Genia Kostka, Professorin an der Freien Universität Berlin, war mit dem Haniel-Stipendienprogramm 2002/03 in Baltimore, Bologna und Washington.

Bereits als Schülerin zieht es sie in die Ferne: Genia Kostka ist erst 17, als sie nach Hongkong zieht und mit einem Stipendium für zwei Jahre das United World College besucht. Von dort kehrt sie nach Europa zurück und studiert International Relations an der London School of Economics, bereits mit Förderung der Studienstiftung.

Sie bewirbt sich erfolgreich für das Haniel-Stipendienprogramm; das Masterstudium mit den Schwerpunkten International Economics und International Development führt sie nach Baltimore, Bologna und schließlich Washington. Bei der Wahl ihrer Kurse verfährt sie nach dem Prinzip, Themen oder Disziplinen zu wählen, von denen sie bisher wenig erfahren hat. „Zum Beispiel habe ich in Washington Ökonometriekurse belegt, was später für meine Doktorarbeit sehr hilfreich war.“

Von der Wirtschaft in die Wissenschaft

Zu dem im Programm vorgesehenen Praktikum zieht es sie zurück nach London, zur Investmentbank Citigroup Salomon Smith Barney. Nach ihrem Masterabschluss arbeitet sie zunächst für das Beratungsunternehmen McKinsey, ehe sie in die akademische Welt zurückkehrt: In Oxford schreibt sie ihre Doktorarbeit in Development Studies über die Entwicklung des privaten Sektors in Zentralchina. Es folgt eine internationale Karriere mit Tätigkeiten bei der Entwicklungsorganisation Oxfam in Äthiopien, der Frankfurt School of Finance & Management und der World Bank Group in China.

Heute ist Genia Kostka Professorin an der Freien Universität Berlin und Fellow an der Hertie School of Governance in ihrer Geburtsstadt Berlin. „An der Universität bin ich eher durch Zufall gelandet“, sagt Genia Kostka. So hätte sie sich auch vorstellen können, weiter in der Wirtschaft aktiv zu bleiben. Entscheidend für den Wechsel waren auch ihre Promotionsbetreuer in Oxford: „Sie waren tolle Rollenvorbilder, von denen ich viel gelernt habe.

Im Fokus: Chinesische Politik und Wirtschaft

An der Freien Universität Berlin gibt sie ihr Wissen in chinesischer Politik und Wirtschaft an Studierende weiter und forscht zu den Themen Energie-Governance und Umweltpolitik. Große Beachtung findet ihre 2015 veröffentlichte Studie Großprojekte in Deutschland – Zwischen Ambition und Realität, die eine Analyse von 170 groß angelegten Bauvorhaben umfasst sowie detaillierte Fallstudien zum Berliner Flughafen, zur Elbphilharmonie und zu Offshore-Windparks.

Neben ihrer Vermittlungsarbeit an der Hochschule sucht Kostka auch weiterhin den Kontakt zur Studienstiftung: Sie engagiert sich in der Auswahlkommission des Haniel-Stipendienprogramms, ist Gesprächsgutachterin in der Promotionsförderung und festes Mitglied im Doktoranden-Auswahlausschuss der Studienstiftung. „Bei der Auswahl freue ich mich immer auf die anregenden Diskussionen mit den Studentinnen und Studenten – es macht einfach Spaß!“