Finalistin 2025: Amelie Wendlinger, Demokratiedeckel e. V
Politische Partizipation stärken: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Leute ins Gespräch zu bringen, offene Diskussionen anzuregen, zum Perspektivwechsel einzuladen, Empathie füreinander zu entwickeln und den Zusammenhalt zu stärken.“
Der Verein möchte die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens fördern, indem Menschen über Demokratie diskutieren, dadurch Perspektivwechsel erleben und Empathie füreinander entwickeln. Dafür hat er die „Demokratiedeckel“ entwickelt – Bierdeckel, bedruckt mit unterschiedlichen Fragen rund um Demokratie und Zusammenleben. Die „Demokratiedeckel“ gibt es in mittlerweile drei Editionen: eine erste, allgemeine Version, eine Edition anlässlich der Europawahl 2024 und eine weitere in Kooperation mit neun Organisationen zu den diesjährigen Landtagswahlen. Sie sollen als Diskussionsangebot dienen und liegen in Gastronomiebetrieben im ganzen Bundesgebiet aus, um möglichst viele Menschen zu erreichen – auch die, die nur selten über Demokratie reden. Ebenso können sie kostenlos von Privatpersonen bestellt werden, werden in der Arbeit von Vereinen, politischen Institutionen und Bildungseinrichtungen genutzt und kommen regelmäßig bei Veranstaltungen zum Einsatz.
Amelie Wendlinger studiert im Masterstudiengang „Global MINDS“ Interkulturelle Psychologie an der University of Limerick und dem Instituto Universitário de Lisboa. Seit 2020 ist die 25-Jährige Stipendiatin der Studienstiftung.
Mit anderen Freiweilligen gründete sie im April 2022 den Verein Demokratiedeckel e. V., bei dem sie sich derzeit als zweiter Vorstand, im Fundraising und in der Projekt- sowie Kooperationsarbeit engagiert.
Interview mit Amelie Wendlinger
Liebe Frau Wendlinger, was ist das Ziel von Demokratiedeckel e. V.?
Wir sind eine Gruppe junger Menschen aus ganz Deutschland, die sich für die Demokratie einsetzen. Dafür haben wir die Demokratiedeckel entworfen – auffällig bunte Bierdeckel, auf denen Fragen stehen. Fragen, die Diskussionen anregen sollen. Fragen, die Austausch ermöglichen. Fragen, die die harten politischen Fronten ein bisschen aufweichen wollen. Leute ins Gespräch bringen, offene Diskussionen anregen, zum Perspektivwechsel einladen, Empathie füreinander entwickeln und den Zusammenhalt stärken: Das haben wir uns zum Ziel gesetzt. Deshalb findet man die Demokratiedeckel überall dort, wo viele Leute zusammenkommen – in Kneipen, Cafés, Restaurants, bei Veranstaltungen oder am Küchentisch.
„Ich bin überzeugt, dass die Demokratie aktuell vor zahlreichen Herausforderungen steht. Unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen müssen nicht nur gehört, sondern auch geschätzt werden. Besonders in Zeiten, in denen populistische Parolen und Hass dominieren, möchte ich deshalb die politische Partizipation stärken und Demokratie inklusiver gestalten.“
Warum engagieren Sie sich?
Ich gründete den Verein mit, weil mich die Tendenz zur Politikverdrossenheit und verhärtete Fronten im aktuellen Diskurs beunruhigt haben. Trotz unterschiedlicher Meinungen konnte auch ich mithilfe des Ansatzes des Demokratiedeckels schon mit anderen ins Gespräch auf Augenhöhe kommen – ohne Langeweile oder Argwohn. Diese wertvollen Momente motivieren mich, den Demokratiedeckel weiter zu verbreiten und alle in den politischen Diskurs mit einzubeziehen.
Was sind Ihre nächsten Projektziele?
Als Reaktion auf die Bundestagswahl 2025 planen wir eine neue Edition mit Fragen, die Menschen erreichen sollen, die sich zurück- und alleingelassen fühlen. Mit 200.000 Demokratiedeckeln möchten wir so viele Menschen wie noch nie erreichen. Dabei wollen wir mit mindestens 200 Gastronomiebetrieben und 500 Multiplikator:innen (Vereinen, Schulen, Städten) in ganz Deutschland zusammenarbeiten.
Wie können Personen den Verein unterstützen?
Wir suchen Lieblingscafés oder Stammkneipen – helfen Sie uns, indem Sie unsere Deckel dort verteilen. Oder spenden Sie: Mit bereits 20 Euro können wir 15 Sets unserer Demokratiedeckel kostenlos an Schulen oder Vereine aus der Zivilgesellschaft schicken. Wir freuen uns auch über Unterstützung durch Ihre Expertise, zum Beispiel in den Bereichen Logistik, Recht und Kommunikation.
Für ihren Einsatz zeichnet die Studienstiftung des deutschen Volkes Amelie Wendlinger als Finalistin im Rahmen des Engagementpreises 2025 aus.
Weitere Informationen, Kontakt und Spendenmöglichkeit
- Kontakt: Amelie Wendlinger, E-Mail: amelie(at)demokratiedeckel(dot)de
- Spendenkonto: Kontoinhaber: Demokratiedeckel e. V., IBAN: DE55 5019 0000 6000 1730 51, BIC: FFVBDEFFXXX (Frankfurter Volksbank Rhein-Main EG), Verwendungszweck: Unterstützungsaufruf Studienstiftung. Schreiben Sie bitte eine E-Mail an uns, wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen. Eine Nachweispflicht via Spendenbescheinigung ist beim Finanzamt erst für Spenden ab 300 Euro nötig.
- Spendenseite: https://demokratiedeckel.de/spenden
- Website: https://demokratiedeckel.de
- Social Media: Instagram, Linkedin
Stand: Mai 2025

