Preisträger:innen der Engagementpreise 2026

Mit Ideen, Mut und Einsatz übernehmen sie Verantwortung für die Gesellschaft: Die Preisträger:innen der Engagementpreise 2026.

Zum dreizehnten Mal zeichnet die Studienstiftung Geförderte aus, die sich mit außergewöhnlichem Engagement für andere einsetzen. Die Engagementpreise würdigen Projekte, die zeigen, wie vielfältig, kreativ und wirkungsvoll gesellschaftliches Engagement sein kann – getragen von Geförderten der Studienstiftung. 

Die Preisgelder stiftet der Verein Alumni der Studienstiftung e. V.

Hauptpreisträgerin 2026 ist Emma Stremplat, Initiatorin, Geschäftsführerin und Gesellschafterin von Roots – Die Umweltrechtsklinik gUG, der ersten und bislang einzigen Umweltrechtsklinik in Deutschland, die konkrete Fallberatung durch Studierende im Bereich Umwelt- und Klimaschutz anbietet.

Drei Studierende werden als Finalist:innen geehrt, fünf weitere Geförderte erhalten den Starterpreis, mit dem die Studienstiftung Initiativen in ihrer Aufbauphase fördert.

Engagementpreisträgerin 2026: Emma Stremplat, Roots – Die Umweltrechtsklink gUG
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Engagementpreisträgerin 2026: Emma Stremplat, Roots – Die Umweltrechtsklink gUG

Stipendiatin Emma Stremplat (li.), Beitrag bei der Tagung „Demokratie in der Klimakrise - Kommunikation in der Klimakrise als Herausforderung für Demokratie und Rechtsstaat“ (re.) © Anne Kiermeir (li.), Jonas Filfil (re.)

„Die Klimakrise ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Ich sehe es daher als unausweichlich, mich für Klimaschutz einzusetzen. Das Recht ist eines der effektivsten Optionen, dies zu tun. Unabhängig von politischer Willensbildung und wirtschaftlichen Machtpositionen gibt es auch Personen mit geringeren Einflussmöglichkeiten die Werkzeuge, sich für ihre Rechte und die Natur einzusetzen.“

Finalist 2026: Bela Brandwein, Leselernhelfer Mannheim e.V.
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Finalist 2026: Bela Brandwein, Leselernhelfer Mannheim e.V.

Stipendiat Bela Brandwein (li.), digitale Citylight-Kampagne in Mannheim: Spendenaufruf und Appell für mehr Leseförderung (rechts) © Privat (li.), WallGmbH (re.)

„Ich engagiere mich für Leseförderung, weil ich selbst sehr privilegiert aufgewachsen bin: Meine Eltern haben mir täglich vorgelesen, Sprache war nie ein Hindernis. Vielen Kindern fehlt genau dieser Zugang – und damit oft der Startpunkt für Bildung. Leseförderung ist eine der wenigen Möglichkeiten, Bildungsungleichheit wirklich an der Wurzel zu packen. Die Arbeit mit meinem Lesepatenkind und im Vereinsvorstand ist eine willkommene Abwechslung vom Uni-Alltag, erdet mich und stiftet Sinn.“

Finalist 2026: Sebastian Christaller, Copenhagen Electronics Repair Project
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Finalist 2026: Sebastian Christaller, Copenhagen Electronics Repair Project

Stipendiat Sebastian Christaller (li.), eines der ersten Reparaturtreffen des Copenhagen Electronics Repair Project (re.) © Sebastian Christaller

„Mein Ziel ist es, die Masse an Elektroschrott zu reduzieren. Die lokale Reparatur von Elektrogeräten ist um ein Vielfaches nachhaltiger als das Recycling und die Neuproduktion. Häufig ist eine Reparatur sogar ohne Ersatzteile und mit minimalem Materialaufwand möglich. Gleichzeitig werden durch den kostenfreien Zugang zu reparierten Geräten soziale Ungleichheiten reduziert. Neben der reinen Reparatur erhebe ich Daten zu häufigen Defekten sowie Verbesserungspotentialen im Produktdesign. Somit ist das Projekt eine Win-Win-Win-Situation, von der Umwelt, Teilnehmende und Wissenschaft profitieren.“

Finalistin 2026: Orkide Taghawi, MediNetz Hannover e.V.
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Finalistin 2026: Orkide Taghawi, MediNetz Hannover e.V.

Stipendiatin Orkide Taghawi (li.), MediNetz erhält den Studentenwerkspreis des Studentenwerks Hannover (re.) © Privat (li.), Nico Herzog/Studentenwerk Hannover (re.)

„Meine persönlichen Erfahrungen sind ein großer Motivator meiner Arbeit. Ich erwerbe und verwende Fähigkeiten, die mir in meinen Umständen als Asylantin oft gefehlt haben. Ich möchte Hilfesuchenden einen sicheren Ort geben, an dem sie Kraft sammeln und sich organisieren können, weil das verständlicherweise in den etablierten Strukturen aus unzähligen Gründen oft nicht möglich ist. Durch gesellschaftliche und politische Arbeit möchte ich Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeit der Umstände, mit denen Schutzsuchende zu kämpfen haben, lenken und Lücken schließen.“

Starterpreisträgerin 2026: Angelica Adriana Di Giustili, MafiaMetamorphosis: Autobiographies of Redemption
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Starterpreisträgerin 2026: Angelica Adriana Di Giustili, MafiaMetamorphosis: Autobiographies of Redemption

Stipendiatin Angelica Adriana Di Giustili (li.), Inhaftierte der Hochsicherheitstheatergruppe im Rebibbia-Gefängnis in Rom, kurz vor einer Theateraufführung (re.) © Angelica Adriana Di Giustili

„My commitment stems from five years of working alongside people serving long sentences, often marked by lives of violence and poverty. In prison, many of them begin studying—from primary school to university. Learning and writing help them reinterpret the past and imagine a future. I believe that culture and knowledge can break cycles of exclusion. For me, it is also a source of human and methodological growth, valuable for my future academic research.“

Starterpreisträgerin 2026: Sonja Marschall, Kinderhospiz Haus Leo
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Starterpreisträgerin 2026: Sonja Marschall, Kinderhospiz Haus Leo

Stipendiatin Sonja Marschall (li.), Symbolbild: zwei Kinder beim gemeinsamen Lesen (re.) © Anne Simon (li.)

„Als ein mir nahestehendes Kind an Krebs erkrankte, begann ich, mich intensiv mit schweren Erkrankungen im Kindesalter zu beschäftigen – nicht vorrangig medizinisch, sondern im Hinblick auf das emotionale Erleben der betroffenen Familien. In vielen Begegnungen, auch mit palliativen Schicksalen, habe ich dabei viel Wärme und Verbundenheit erlebt. Mein Wunsch ist, dass jede Familie ihre verbleibende Zeit bewusst und gestützt gestalten kann. Dafür möchte ich langfristig tragfähige Strukturen schaffen – nach dem Motto: ,Den Tagen mehr Leben geben‘.“

Starterpreisträgerin 2026: Lea Maschotta, PMDS Hilfe e.V.
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Starterpreisträgerin 2026: Lea Maschotta, PMDS Hilfe e.V.

Stipendiatin Lea Maschotta (li.), der aktuelle Vorstand von PMDS Hilfe (re.) © Theresa Schwörer (li.), PMDS Hilfe e. V. (re.)

„Mein Engagement ist für mich eine Herzensangelegenheit: Ich möchte dazu beitragen, dass PMDS gesehen und als ernstzunehmende Erkrankung gesellschaftlich wie medizinisch anerkannt wird. PMDS hat eine Erkrankungsprävalenz von 3 bis 5 % und ist in Deutschland noch immer kaum bekannt. Dadurch erhalten viele Betroffene falsche Diagnosen oder werden nicht ernst genommen. Ich kenne diesen harten Weg aus eigener Erfahrung und engagiere ich mich daher für Sichtbarkeit, bessere Aufklärung im Gesundheitswesen und sicheren Austausch unter Betroffenen. Niemand soll mit dieser Erkrankung allein gelassen werden.“

Starterpreisträger 2026: Marvin Petersen, Therapieplatzhilfe e. V.
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Starterpreisträger 2026: Marvin Petersen, Therapieplatzhilfe e. V.

Stipendiat Marvin Petersen (li.), das Gründungsteam des Vereins Therapieplatzhilfe (re.) © Therapieplatzhilfe e. V.

„Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch das Anrecht auf einen zeitnahen, barrierearmen Zugang zu jeder erforderlichen und geeigneten Leistung des Gesundheitswesens hat, unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Insbesondere im Hinblick auf Psychotherapie gibt es zahlreiche Hürden, welche jedoch gerade mit einer psychischen Erkrankung schwer zu überwinden sind und den Zugang erschweren. Diese Paradoxität und die resultierenden Folgen, wie Ungerechtigkeit, zusätzliche psychische Belastung und wiederholte vermeidbare stationäre Aufenthalte motivieren mich, Betroffene unmittelbar zu unterstützen.“

Starterpreisträger 2026: Matteo Ramin, Share - Offene Infrastruktur für die Sharing Economy
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Starterpreisträger 2026: Matteo Ramin, Share - Offene Infrastruktur für die Sharing Economy

Stipendiat Matteo Ramin (li.), Verleih einer Bohrmaschine im Leihladen leila.wien (re) © Privat (li.), : 3Sat/ARD (re.)

„Ich will nicht tatenlos zusehen, während ökologische und soziale Krisen gepaart mit den vielfältigen internationalen Herausforderungen unseren Frieden und unseren Wohlstand gefährden. Und ich bin frustriert von den Business-as-usual-Problemlösungen, die glauben, man könnte mit rein technologischen Ansätzen alles beheben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nachhaltige systemische Lösungen für systemische Probleme benötigen. Dazu sehe ich in der Organisierung der Sharing Economy einen großen Hebel, und deswegen will ich mich mit Nachdruck dafür einsetzen.“

Engagementpreisträgerin 2026

Emma Stremplat, Roots – Die Umweltrechtsklink gUG

Emma Stremplat studiert Rechtswissenschaften an der LMU München. Zuvor schloss sie den Bachelorstudiengang im englischen und deutschen Recht an der Universität Köln und dem University College London ab. Seit 2024 ist sie Stipendiatin der Studienstiftung. Durch ihr Engagement bei Refugee Law Clinics entstand die Idee zu der Umweltrechtsklinik Roots, die sie 2022 gründete und deren Geschäftsführerin sie ist.

Roots – Die Umweltrechtsklinik gUG (haftungsbeschränkt) ist die erste und bislang einzige Umweltrechtsklinik in Deutschland, die konkrete Fallberatung zu umwelt- und klimarechtlichen Themen anbietet. Als studentisch organisierte Vereinigung ermöglicht Roots Studierenden eine Kurzausbildung, um unter der Betreuung von Volljurist:innen kostenfreie Rechtsberatung in ganz Deutschland zu erteilen. Das Ziel von Roots ist es, den Zugang zum Recht zu erleichtern, insbesondere für Personen und Organisationen, die sich keine anwaltliche Beratung leisten können. 

Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Umweltschutzverbände, NGOs und andere Organisationen. Neben der Rechtsberatung bietet Roots jährliche Workshops zu klimarechtlichen Themen an und ist Gründungsmitglied eines Roundtable Klima und Recht als Zusammenschluss mehrerer studentischer Initiativen – etwa der Climate Clinic e. V. und der Klimakommission der Bundesfachschaft Jura und Climate Law in International Context –, mit dem Ziel, die Vernetzung zu stärken und Anlaufstelle für neue Projekte im Bereich Umwelt- und Klimarecht zu sein.“

„Die Klimakrise ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Ich sehe es daher als unausweichlich, mich für Klimaschutz einzusetzen. Das Recht ist eines der effektivsten Optionen, dies zu tun. Unabhängig von politischer Willensbildung und wirtschaftlichen Machtpositionen gibt es auch Personen mit geringeren Einflussmöglichkeiten die Werkzeuge, sich für ihre Rechte und die Natur einzusetzen.“

Weitere Informationen

Finalist:innen des Engagementpreises 2026

Neben dem Hauptpreis prämierte die Jury drei weitere Geförderte als Finalist:innen in der Kategorie Engagementpreis. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 Euro stiftet der Verein Alumni der Studienstiftung e. V.

Bela Brandwein, Leselernhelfer Mannheim e.V.

Bela Brandwein studiert Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und wird seit 2023 von der Studienstiftung gefördert. Seit zwei Jahren engagiert er sich als Leselernhelfer beim Leselernhelfer Mannheim e. V., seit Mai 2024 als Vereinsvorstand.

Der 2012 gegründete Verein Leselernhelfer Mannheim e. V. ist eine studentische Initiative, die Mannheimer Grundschulkinder mit Förderbedarf durch 1:1-Lesepatenschaften direkt und individuell unterstützt, Lesen zu lernen. Jedes Kind erhält eine:n feste:n Leselernhelfer:in, das Tandem trifft sich einmal pro Woche für eine Stunde in der Schule. Durch die individuelle Förderung auf Augenhöhe werden Lesekompetenz, Sprachgefühl und Selbstvertrauen aufgebaut. Für die Studierenden ist das niederschwellige Angebot oft der erste Kontakt mit ehrenamtlichem Engagement. Kooperationen bestehen derzeit mit neun Grundschulen und einer Geflüchtetenunterkunft, 129 Kinder nehmen wöchentlich an der 1:1-Leseförderung teil.

„Ich engagiere mich für Leseförderung, weil ich selbst sehr privilegiert aufgewachsen bin: Meine Eltern haben mir täglich vorgelesen, Sprache war nie ein Hindernis. Vielen Kindern fehlt genau dieser Zugang – und damit oft der Startpunkt für Bildung. Leseförderung ist eine der wenigen Möglichkeiten, Bildungsungleichheit wirklich an der Wurzel zu packen. Die Arbeit mit meinem Lesepatenkind und im Vereinsvorstand ist eine willkommene Abwechslung vom Uni-Alltag, erdet mich und stiftet Sinn.“

Weitere Informationen: www.leselernhelfer-mannheim.de, @leselernhelfer_mannheim

Sebastian Christaller, Copenhagen Electronics Repair Project

Sebastian Christaller studiert den Masterstudiengang Industrial Engeneering and Managment an der Technical University of Denmark/Lyngby. Er wird seit 2019 von der Studienstiftung gefördert, aktuell im Haniel-Stipendienprogramm. Im September 2024 initiierte er das Copenhagen Electronics Repair Project, dessen Organisator er seitdem ist.

Das Copenhagen Electronics Repair Project verfolgt das Ziel, defekte ­elektronische Gerätevor ihrer Verschrottung in Recyclingstationen abzufangen, zu reparieren und einem erneuten Gebrauch zuzuführen. Neben dem positiven Umwelteffekt dient das Projekt zugleich als Reallabor, um praxisnahe Daten über Defekte, Reparaturfreundlichkeit und wirtschaftliche Machbarkeit zu erheben sowie nutzbar zu machen. Mithilfe von Plakaten an den Recyclinghöfen wird kommuniziert, dass nicht funktionsfähige Elektronik nicht nur zur Verschrottung, sondern auch zur Reparatur abgeliefert werden kann. In wöchentlichen Nachmittagstreffen werden die Geräte von Freiwilligen repariert und anschließend über die Tausch- bzw. Mitnahmeregale an den Recyclingstationen kostenlos weitergegeben.

„Mein Ziel ist es, die Masse an Elektroschrott zu reduzieren. Die lokale Reparatur von Elektrogeräten ist um ein Vielfaches nachhaltiger als das Recycling und die Neuproduktion. Häufig ist eine Reparatur sogar ohne Ersatzteile und mit minimalem Materialaufwand möglich. Gleichzeitig werden durch den kostenfreien Zugang zu reparierten Geräten soziale Ungleichheiten reduziert. Neben der reinen Reparatur erhebe ich Daten zu häufigen Defekten sowie Verbesserungspotentialen im Produktdesign. Somit ist das Projekt eine Win-Win-Win-Situation, von der Umwelt, Teilnehmende und Wissenschaft profitieren.“

Orkide Taghawi, MediNetz Hannover e.V.

Orkide Taghawi studiert seit 2020 Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und wurde Anfang 2021 in die Studienstiftung aufgenommen. Seit 2021 engagiert sie sich bei MediNetz Hannover e. V., von 2022 bis 2025 als Vorstandsmitglied.

Der MediNetz Hannover e. V. wurde 1998 gegründet, um gesundheitliche Versorgungslücken für marginalisierte Gruppen, zum Beispiel Menschen ohne Papiere, zu schließen. Der Verein betreibt – finanziert durch Spenden und Fördermittel – ein Netzwerk aus Ärzt:innen, an die Ratsuchende für eine medizinische Versorgung vermittelt werden. Das ehrenamtliche Helferteam bietet einen 24/7-Bereitschaftsdienst an und begleitet und übersetzt bei Bedarf auch bei Arzt- und Behördenterminen. Zudem setzt sich der Verein für eine höhere politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die medizinische Versorgung Geflüchteter und deren Finanzierung ein, engagiert sich in der Hochschularbeit und der Weiterbildung.

„Meine persönlichen Erfahrungen sind ein großer Motivator meiner Arbeit. Ich erwerbe und verwende Fähigkeiten, die mir in meinen Umständen als Asylsuchende oft gefehlt haben. Ich möchte Hilfesuchenden einen sicheren Ort geben, an dem sie Kraft sammeln und sich organisieren können, weil das verständlicherweise in den etablierten Strukturen aus unzähligen Gründen oft nicht möglich ist. Durch gesellschaftliche und politische Arbeit möchte ich Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeit der Umstände, mit denen Schutzsuchende zu kämpfen haben, lenken und Lücken schließen.“

Weitere Informationen: www.medinetz-hannover.de, @medinetzhannover

Preisträger:innen des Starterpreises 2026

In der Kategorie Starterpreise konnten fünf Geförderte mit ihren Projektideen in besonderer Weise überzeugen, die mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro, gestiftet vom Verein Alumni der Studienstiftun e. V., unterstützt werden.

Angelica Adriana Di Giustili, MafiaMetamorphosis: Autobiographies of Redemption

Angelica Adriana Di Giustili promoviert seit 2024 in Italianistik an der Universität Bonn und erhält ein Promotionsstipendium der Studienstiftung. 2024 entwickelte sie das Projekt Mafia/Metamorphosis: Autobiographies of Redemption, das sie seitdem koordiniert.

Das Schreiblabor entstand aus Di Giustilis Engagement als Tutorin für inhaftierte Studierende im Studiengang Theaterwissenschaft an der Universität Rom. Es lädt im Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia Inhaftierte, die wegen Mafia- oder organisierter Kriminalität verurteilt wurden, dazu ein, ihre Lebensgeschichte zu erzählen – sowohl die Ursachen als auch die Folgen der von ihnen begangenen Taten. Der autobiografische Schreibprozess wird durch kontinuierliche Betreuung und redaktionelle Rückmeldungen begleitet. 

Der vertrauensvolle Austausch fördert die Reflexion, Ausdrucksfähigkeit und das Selbstverständnis der Schreibenden, schafft Verbindungen und eröffnet neue Lebensmöglichkeiten. Jährlich findet ein Workshop mit allen Beteiligten statt. Das Projekt wird in Sprach- und Übersetzungskursen der Universität Bonn aufgegriffen, es ist zudem ein Schreibworkshop in einer deutschen Justizvollzugsanstalt in Kooperation mit Theater FreiBlick geplant.

„My commitment stems from five years of working alongside people serving long sentences, often marked by lives of violence and poverty. In prison, many of them begin studying—from primary school to university. Learning and writing help them reinterpret the past and imagine a future. I believe that culture and knowledge can break cycles of exclusion. For me, it is also a source of human and methodological growth, valuable for my future academic research.“

Sonja Marschall, Kinderhospiz Haus Leo

Sonja Marschall studiert die beiden Bachelorstudiengänge Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Psychologie an der Universität Leipzig und wird seit 2021 von der Studienstiftung gefördert. Derzeit konzipiert sie – nach einer Bedarfsanalyse in Deutschland und Österreich – die Gründung eines stationären Kinderhospizes in Österreich und erhält seit Oktober 2025 bis März 2026 ein aus privaten Mitteln der Studienstiftung finanziertes Engagementstipendium.

Während es in Deutschland etablierte stationäre Kinderhospize gibt, besteht in Österreich derzeit ein begrenztes, meist ambulantes Angebot für die unterschiedlichen Bedarfe schwerkranker Kinder. Ziel der Initiative Kinderhospiz Haus Leo (Arbeitstitel) ist es, ein stationäres, multiprofessionelles Versorgungsmodell in Westösterreich für unheilbar erkrankte Kinder und deren Familien zu entwickeln, das medizinische, psychosoziale und emotionale Begleitung in einem geschützten Raum vereint. Das Projekt befindet sich aktuell in einer frühen Phase. Die nächsten Schritte sind die Gründung eines gemeinnützigen Trägervereins, die Entwicklung eines Konzeptpapiers und Gespräche mit potenziellen Partner:innen, Fachstellen und politischen Akteur:innen.

„Als ein mir nahestehendes Kind an Krebs erkrankte, begann ich, mich intensiv mit schweren Erkrankungen im Kindesalter zu beschäftigen – nicht vorrangig medizinisch, sondern im Hinblick auf das emotionale Erleben der betroffenen Familien. In vielen Begegnungen, auch mit palliativen Schicksalen, habe ich dabei viel Wärme und Verbundenheit erlebt. Mein Wunsch ist, dass jede Familie ihre verbleibende Zeit bewusst und gestützt gestalten kann. Dafür möchte ich langfristig tragfähige Strukturen schaffen – nach dem Motto: ,Den Tagen mehr Leben geben‘.“

Lea Maschotta, PMDS Hilfe e.V.

Lea Maschotta studiert derzeit Management mit Schwerpunkt Innovationsmanagement im Master an der Universität Mannheim. Seit 2019 wird sie von der Studienstiftung gefördert. Im Juli 2024 wurde sie Mitglied des PMDS Hilfe e. V., im Mai 2025 in den Vorstand berufen.

Der PMDS Hilfe e. V. wurde 2021 von einer Person, die von prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS) betroffen ist, als Informationsseite gegründet. 2022 entstand eine Online-Selbsthilfegruppe, seit 2024 ist der Verein als gemeinnützig anerkannt. Die PMDS Hilfe ist die bislang einzige unabhängige und gemeinnützige Anlaufstelle für PMDS in der deutschsprachigen Gesundheitslandschaft. Ziel der Vereinsarbeit ist es, Informationen bereitzustellen, Selbsthilfeangebote zu schaffen, die medizinische Versorgung zu verbessern, die Forschung zu fördern und die gesellschaftliche Sichtbarkeit von PMDS zu erhöhen. Dazu bietet der Verein Workshops, Fachinformationen sowie ein Verzeichnis von Behandelnden an und nimmt an gesundheitspolitischen Veranstaltungen teil.

„Mein Engagement ist für mich eine Herzensangelegenheit: Ich möchte dazu beitragen, dass PMDS gesehen und als ernstzunehmende Erkrankung gesellschaftlich wie medizinisch anerkannt wird. PMDS hat eine Erkrankungsprävalenz von 3 bis 5 % und ist in Deutschland noch immer kaum bekannt. Dadurch erhalten viele Betroffene falsche Diagnosen oder werden nicht ernst genommen. Ich kenne diesen harten Weg aus eigener Erfahrung und engagiere ich mich daher für Sichtbarkeit, bessere Aufklärung im Gesundheitswesen und sicheren Austausch unter Betroffenen. Niemand soll mit dieser Erkrankung allein gelassen werden.“

Weitere Informationen: www.pmds-hilfe.de, @pmds_hilfe

Marvin Petersen, Therapieplatzhilfe e. V.

Marvin Petersen absolviert seit 2023 die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten am Institut für Psychotherapie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und wird dabei von der Studienstiftung gefördert. Von Oktober 2024 bis März 2025 erhielt er ein aus privaten Mitteln der Studienstiftung finanziertes Engagementstipendium. 2024 gründete er mit sieben Mitstudierenden den Therapieplatzhilfe e. V., dessen Vorstandsvorsitzender er ist.

Der Therapieplatzhilfe e. V. setzt sich für einen leichteren und gerechteren Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung ein, indem er Betroffenen nach einer Krankenhausbehandlung eine niedrigschwellige Begleitung durch Ehrenamtliche anbietet und damit eine Schnittstelle zwischen ambulantem und stationärem Gesundheitssektor schafft. Behandelnde und Betroffene können durch den Verein Unterstützung bei der Suche, Beantragung und Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Versorgungsangeboten erhalten. Es werden vor allem Personen begleitet, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung und den damit einhergehenden Einschränkungen Schwierigkeiten haben, sich wiederholt selbstständig um einen Psychotherapieplatz zu kümmern.

„Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch das Anrecht auf einen zeitnahen, barrierearmen Zugang zu jeder erforderlichen und geeigneten Leistung des Gesundheitswesens hat, unabhängig von der Schwere der Erkrankung. Insbesondere im Hinblick auf Psychotherapie gibt es zahlreiche Hürden, welche jedoch gerade mit einer psychischen Erkrankung schwer zu überwinden sind und den Zugang erschweren. Diese Paradoxität und die resultierenden Folgen wie Ungerechtigkeit, zusätzliche psychische Belastung und wiederholte vermeidbare stationäre Aufenthalte motivieren mich, Betroffene unmittelbar zu unterstützen.“

Matteo Ramin, Share - Offene Infrastruktur für die Sharing Economy

Matteo Ramin studiert im Masterstudiengang Sozialökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien und wird seit 2023 von der Studienstiftung gefördert. Die Idee zu share – Offene Infrastruktur für die Sharing Economy (Arbeitstitel) erfolgte 2025 aus seinem eigenen mehrjährigen Ehrenamt im Wiener Leihladen leila.

Ziel der Initiative ist es, Leihläden in Deutschland und Österreich um eine vernetzende digitale Infrastruktur zu erweitern und bessere strukturelle Voraussetzungen für ihren Betrieb und ihre Sichtbarkeit zu schaffen. Im Austausch mit anderen Leihläden entsteht eine digitale Plattform, die das gesamte Angebot der alltäglichen Sharing Economy bündelt. Sie bietet drei Hauptfunktionen: eine allgemeine Suche, einen Verleih zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer) und ein Modul für Leihläden, um ihr Inventar zu verwalten und anzubieten. Suchtreffer werden über alle Anbieter hinweg aggregiert. Damit bekommen neue Leihläden einen direkten Reichweitenbonus, ohne dass Nutzer:innen erst die Seiten der einzelnen Leihläden finden müssen.

„Ich will nicht tatenlos zusehen, während ökologische und soziale Krisen gepaart mit den vielfältigen internationalen Herausforderungen unseren Frieden und unseren Wohlstand gefährden. Und ich bin frustriert von den Business-as-usual-Problemlösungen, die glauben, man könnte mit rein technologischen Ansätzen alles beheben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nachhaltige systemische Lösungen für systemische Probleme benötigen. Dazu sehe ich in der Organisierung der Sharing Economy einen großen Hebel, und deswegen will ich mich mit Nachdruck dafür einsetzen.“

Jurymitglieder der Engagementpreise 2026

  • Beate Ditzen, Vorstandsmitglied der Studienstiftung
  • Florinda Brands, Program Managerin, Movers of Tomorrow Award der Allianz Foundation
  • Joseph Oertel, Engagementpreisträger 2025
  • Leonie Allinger, stipendiatisches Mitglied
  • Igor Ryabinin, Geschäftsführer, Alba Berlin Stiftung für Sport und Entwicklung
  • Marion Schulte zu Bergen, Generalsekretärin, Wiss. Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

Preisverleihung

Die Engagement- und Starterpreise 2026 werden am 1. Juni 2026 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin verliehen.

Kontakt

Medienanfragen

Studienstiftung
Team Kommunikation | Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Miriam Lormes
Telefon: +49 228 82096 358
E-Mail: presse(at)studienstiftung(dot)de

Rückfragen zum Programm

Studienstiftung
Team Kommunikation | Engagementförderung
Dr. Svenja Ludwig und Philipp Tybus
E-Mail: engagement(at)studienstiftung(dot)de

Rückblick: Preisträger:innen der Engagementpreise seit 2014