Preisträger des Engagementpreises 2018: Lasse Paetz, Bildungsfestival

Lasse Paetz bei einer Diskussionsrunde auf dem Bildungsfestival 2017 © BildungsfestivalLasse Paetz bei einer Diskussionsrunde auf dem Bildungsfestival 2017 © Bildungsfestival

Der Engagementpreis 2018 geht an Lasse Paetz und sein Projekt „Bildungsfestival“. Das Bildungsfestival ist eine viertägige Netzwerkveranstaltung, die Projektgruppen von Jugendlichen aus strukturschwachen Regionen die Möglichkeit gibt, sich weiterzubilden. Im Interview spricht Lasse Paetz über seine Beweggründe, bisherige Erfolge und nächste Ziele des Projekts, die er mithilfe der Spendengelder verwirklichen möchte.

Herr Paetz, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Ich finde es unerträglich, dass Deutschland eines der ungerechtesten Bildungssysteme hat, wenn man sich die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anschaut. Immer noch hängt der Bildungserfolg in der Bundesrepublik in besonders hohem Maße von der Herkunft und dem sozialen Status der Eltern ab. Mit dem Bildungsfestival haben wir deshalb ein Format geschaffen, um diese große gesellschaftliche Herausforderung ursächlich anzugehen.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

In den zwei Jahren, in denen das Projekt bisher läuft, sind jeweils über 100 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland für vier Tage an einem Ort zusammengekommen: Hier haben sie sich gegenseitig fortgebildet und sind mit wichtigen gesellschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Sozialunternehmertum und Zivilgesellschaft ins Gespräch gekommen. Im Kern geht es darum, Lernprozesse nicht als Belastung, sondern als Bereicherung zu erleben. Außerdem beziehen wir jedes Jahr mehr Jugendliche in den Planungsprozess der Veranstaltung ein.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Beim Bildungsfestival trägt jede Gruppe etwas bei: einen Workshop, einen Festivalstand, Hilfe bei der Organisation. Den Effekt, den das auf viele hat, haben wir selbst unterschätzt. Fragt man unsere Jugendlichen, was sie am besten fanden, beschreiben sie oft diese kleinen oder großen Momente, in denen ihnen Verantwortung übertragen wurde und sie sich getraut haben, diese anzunehmen. Aber natürlich war es für viele auch toll, zum Beispiel die YouTube-Stars von „Bullshit TV“ persönlich kennenzulernen. Das gehört zu einem solchen Festival auch dazu.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

Das Bildungsfestival 2018 hat einen Finanzbedarf von voraussichtlich circa 36.000 Euro, von denen zum derzeitigen Planungsstand noch 25.000 Euro ungedeckt sind.

Wofür werden Sie die Spendengelder einsetzen?

Unsere größten Kostenpunkte sind Verpflegung und Raummiete. Dazu kommen Ausgaben für Lernmaterialien und Unterkunft, externe Referentinnen und Referenten sowie Bühnenauftritte. Da die Teilnahme am Bildungsfestival unabhängig von der individuellen finanziellen Situation möglich sein soll, müssen Spenden den Großteil dieser Kosten decken. Auch die Vorbereitungswochenenden, an denen unsere jugendlichen Teammitglieder ohne Unkosten auskommen sollen, sind mit größeren Ausgaben verbunden.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Zunächst einmal wollen wir mehr öffentliche Aufmerksamkeit erreichen, um das Klischee der desinteressierten und indifferenten Schülerinnen und Schüler an Schulen in sogenannten sozialen Brennpunkten aufzubrechen. Außerdem besprechen wir derzeit weitere Möglichkeiten, in Verbindung mit dem Bildungsfestival Angebote für Engagement zu schaffen. Beispielsweise arbeiten wir an einem Mentoring-Programm für Projektgruppen, die sich auf dem Bildungsfestival gründen und etwa durch Fortbildungswochenenden im Projektmanagement unterstützt werden können.

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