Finalistin des Engagementpreises 2018: Juliane Hoss, Bridging Gaps e.V.

Juliane Hoss bei der Arbeit mit Jugendlichen auf ihrem Camp in Zeerust in Südafrika © Bridging GapsJuliane Hoss bei der Arbeit mit Jugendlichen auf ihrem Camp in Zeerust in Südafrika © Bridging Gaps

Juliane Hoss hat den Verein „Bridging Gaps“ gegründet, der sich in Deutschland und Südafrika gegen Rassismus einsetzt. Dafür wurde sie als Finalistin in der Kategorie Engagementpreis prämiert. Im Interview spricht Juliane Hoss über ihre Beweggründe, bisherige Erfolge und nächste Ziele des Projekts, die sie mithilfe der Spendengelder verwirklichen möchte.

Was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Bridging Gaps bietet mir die Möglichkeit, mich gegen Rassismus und Ungleichheiten einzusetzen –Themen, die mir besonders wichtig sind, da ich in der Kategorisierung von Menschen in Gruppen die Ursache vieler gesellschaftlicher Probleme sehe. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der sich Menschen zugehörig fühlen und teilhaben können. Mit unseren Projekten schaffen wir Plattformen, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen und setzen uns für ein gerechteres Umfeld ein.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

In Südafrika haben wir mit elf Camps mehr als 250 Jugendliche erreicht. Wir bilden Jugendliche als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus, um Aktivitäten für jüngere Teilnehmende anzuleiten. Mit Workshops begleiten wir die Jugendlichen auf ihrem Bildungsweg und in ihrer persönlichen Entwicklung. In Deutschland haben wir mit unserer Dokumentation über Alltagsrassismus, “Schenkt uns Gehör”, ca. 250 Personen erreicht. Darüber hinaus organisieren wir Vorträge, Workshops und Anti-Rassismus Trainings. 

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Als Leiterin der Jugendcamps ist es mir besonders wichtig, die Jugendlichen so gut wie möglich in die Planung und Umsetzung einzubeziehen. Meine einprägsamste Erfahrung habe ich auf einem Evaluationswochenende gemacht, auf dem die Jugendlichen das Camp reflektiert und weiterentwickelt haben. Ihre Bereitschaft, Verantwortung für das Projekt zu übernehmen, hat mich sehr beeindruckt. Es war eine gute und wichtige Erfahrung zu spüren, wie viel Respekt und welch starkes Zugehörigkeitsgefühl zu dem Projekt bei ihnen entstanden ist.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

5.000 Euro für den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Südafrika. Dieser wird grundsätzlich zu 75 Prozent von Engagement Global, einer gemeinnützigen Einrichtung der Entwicklungszusammenarbeit, finanziert, wodurch wir einen großen Teil des Eigenbetrags abdecken konnten. Um den Austausch wie geplant durchzuführen benötigen wir aber noch weitere 5.000 Euro.

Wofür werden Sie die Spendengelder einsetzen?

Wir werden die Spendengelder nutzen, um unseren ersten Jugendaustausch zu organisieren, an dem je zehn Jugendliche aus Südafrika und Deutschland teilnehmen werden. Unser Projekt richtet sich an junge Menschen, die sonst nicht genug finanzielle Ressourcen hätten, an einem solchen Austausch teilzunehmen. Daher werden wir die Gelder in erster Linie für die Flüge und die Begegnungsphase in Südafrika über Neujahr 2017/18 verwenden.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Derzeit ist es unser größtes Ziel, den Jugendaustausch so gut wie möglich umzusetzen und Gelder sicherzustellen, um daraus ein kontinuierliches Projekt zu machen. Dies ist uns besonders wichtig, da wir in Südafrika bereits mit 25 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren arbeiten und so vielen wie möglich diese einmalige Lernerfahrung ermöglichen möchten.

In Deutschland werden wir unsere Jugendarbeit ausbauen, um junge Menschen für die Themen Rassismus und Ungerechtigkeit zu sensibilisieren.

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