Finalistin des Engagementpreises 2018: Aurelia Streit, Refugee Project Maastricht

Aurelia Streit (2. v. r.) beim Tag der Offenen Tür der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Maastricht © Refugee Project MaastrichtAurelia Streit (2. v. r.) beim Tag der Offenen Tür der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Maastricht © Refugee Project Maastricht

Aurelia Streit hat das „Refugee Project Maastricht“ gegründet, die inzwischen größte Plattform der Stadt Maastricht für die Integration von Geflüchteten, an der bis zu 300 Studierende ehrenamtlich mitwirken. Dafür wurde sie als Finalistin in der Kategorie Engagementpreis prämiert. Im Interview spricht Aurelia Streit über ihre Beweggründe, bisherige Erfolge und nächste Ziele des Projekts, die sie mithilfe der Spendengelder verwirklichen möchte.

Was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Meine Mutter arbeitet schon länger regelmäßig als Übersetzerin im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Deshalb bin ich mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“ vertraut und kenne die schwierige Lebenssituation vieler Flüchtlinge. Rund um die sogenannte Flüchtlingskrise in Europa begann ich, mich inner- und außerhalb der Universität intensiv mit dem Thema zu befassen, um durch eigenes Engagement einen positiven Beitrag in meinem Umfeld zu leisten.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

Ich habe das Refugee Project Maastricht als Studenteninitiative im Januar 2015 ins Leben gerufen. Heute handelt es  sich um die größte Plattform der Stadt Maastricht für die Integration von Geflüchteten, an der bis zu 300 Studierende ehrenamtlich mitwirken und die in Spitzenzeiten bis zu 700 Menschen unterstützen. Wir haben einen Raum geschaffen für die persönliche Begegnung und den interkulturellen Austausch von Flüchtlingen, Studierenden und Bewohnern in der Stadt und in der Region – zum Beispiel in Form von Sprachkursen, Patenschaften und Sport-, Musik- oder Kulturveranstaltungen.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Eine persönliche Erfahrung, die ich in meiner Gründungs- und Führungsposition im Projekt machen durfte, ist die große Wirksamkeit, die ein Projekt entfalten kann, an dem viele mitwirken und das auch möglichst vielen eine Stimme gibt. In anderen Gremien musste ich manchmal die Erfahrung machen, das starre Regeln oder Hierarchien den kreativen Austausch verhindert haben. Beim Refugee Project setzen wir auf den Lernprozess, den die vielen Mitwirkenden selbst durchlaufen und die Ausstrahlung, die sie hierdurch in der Breite entfalten. Ich empfinde es als fundamental, so vielen Menschen wie möglich Verantwortung zu übertragen, sowohl im Team als auch unter den Geflüchteten selbst – bei einem Thema, welches die Gesellschaft als Ganzes betrifft. Daraus entsteht eine Dynamik mit einer großen gesellschaftlichen Reichweite, die viele Menschen an diesem Lernprozess teilhaben lässt.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie und wofür werden die Spendengelder eingesetzt?

Das Refugee Project Maastricht lebt von Engagement der rund 300 ehrenamtlich arbeitenden Studierenden. Spenden benötigen wir vor allem für den laufenden Betrieb, zum Beispiel für Veranstaltungsräume, Essen und Getränke. Darüber hinaus möchten wir unser Projekt zu einer grenzüberschreitenden Initiative für die Euregio Maas-Rhein ausbauen, also für den gemeinsamen Grenzraum Belgiens, Deutschlands und der Niederlande um die Städte Aachen, Lüttich und Maastricht. Das wäre einmalig.

Was sind die nächsten Ziele im Projekt?

Wir haben es geschafft, unser Projekt fest in Maastricht zu verankern, deshalb wollen wir jetzt, wie oben angedeutet, einen Schritt weitergehen. Mit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Integration von Flüchtlingen wären wir wahrscheinlich die erste Initiative dieser Art in Europa. Ziel ist es, die privaten und staatlichen Akteure zusammenzubringen, insbesondere im Bereich der Bildung.

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