Spendenaufruf 2018

In diesem Jahr unterstützt die Studienstiftung die ausgezeichneten Projekte der „weitergeben – Engagementpreises der Studienstiftung“ erstmals mit einem SpendenaufrufIn diesem Jahr unterstützt die Studienstiftung die ausgezeichneten Projekte der „weitergeben – Engagementpreises der Studienstiftung“ erstmals mit einem Spendenaufruf

Spendenaufruf für den Preisträger und die Finalistinnen und Finalisten des „weitergeben – Engagementpreises der Studienstiftung“ 2018.

Seit 2014 würdigt die Studienstiftung mit den „weitergeben – Engagementpreise der Studienstiftung“ herausragendes ehrenamtliches Engagement von Stipendiatinnen und Stipendiaten.

In diesem Jahr unterstützt die Studienstiftung die ausgezeichneten Projekte erstmals mit einem Spendenaufruf unter aktuell und ehemalig Geförderten sowie Vertrauensdozentinnen und -dozenten.

Mit Ihrer Spende können Sie beispielsweise den Aufbau eines Ausbildungs- und Therapiezentrums in Ghana oder die Teilnahme südafrikanischer und deutscher Jugendlicher an einem Austauschtreffen in Südafrika oder die erste Ausstellung für geflüchtete Kunststudierende ermöglichen. Auch kleine Spenden machen bereits einen spürbaren Unterschied.

In der Informationsgalerie stellen der Preisträger sowie die Finalistinnen und Finalisten des Engagementpreises 2018 sich und ihre Projekte vor. Hier erfahren Sie auch, wofür die Spendengelder in den Projekten benötigt werden.

Der Spendenaufruf knüpft an die Spendenaktion der Studienstiftung „Helfenden helfen. Flüchtlingen helfen“ von 2016 an, mit der ehrenamtliche Projekte von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung im Kontext der Flüchtlingshilfe unterstützt werden konnten und reagiert gleichzeitig auf den vielfach geäußerten Wunsch, ein breiteres Spektrum an Themen und Zielgruppen zu berücksichtigen.

Im Gespräch: Die Projekte stellen sich vor

Engagementpreisträger

Finalistinnen und Finalisten

Den Stipendiatinnen und Stipendiaten bedeutet die Unterstützung aus dem Kreise der Studienstiftung sehr viel. Wenn Sie daher ein sichtbares Zeichen setzen möchten, laden wir Sie herzlich ein, bei den Projekten, die auf der Seite betterplace.org eine Spendenseite eingerichtet haben, im Kommentarfeld „Spendenaufruf Studienstiftung“ zu vermerken. Bei den Projekten mit der Möglichkeit zur direkten Überweisung können Sie unter Verwendungszweck „Spendenaufruf Studienstiftung“ notieren.

Interviews mit dem Preisträger und den Finalistinnen und Finalisten

Der Engagementpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Finalistinnen und Finalisten der weitergeben – Engagementpreise erhalten bisher eine rein ideelle Förderung ihrer Initiativen. Preisträger wie Finalisten sind aber natürlich auf Spendengelder angewiesen, um ihre einzigartigen Projekte zu verwirklichen und weiterzuentwickeln.

In den Interviews berichten die Stipendiatinnen und Stipendiaten über ihre Projekte und ihr Engagement und erklären, wie die Spenden ihren Initiativen zugutekommen.

Preisträger: Lasse Paetz, Bildungsfestival
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Preisträger: Lasse Paetz, Bildungsfestival

Lasse Paetz bei einer Diskussionsrunde auf dem Bildungsfestival 2017 © Bildungsfestival 

Herr Paetz, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Ich finde es unerträglich, dass Deutschland eines der ungerechtesten Bildungssysteme hat, wenn man sich die Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) anschaut. Immer noch hängt der Bildungserfolg in der Bundesrepublik in besonders hohem Maße von der Herkunft und dem sozialen Status der Eltern ab. Mit dem Bildungsfestival haben wir deshalb ein Format geschaffen, um diese große gesellschaftliche Herausforderung ursächlich anzugehen.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

In den zwei Jahren, in denen das Projekt bisher läuft, sind jeweils über 100 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland für vier Tage an einem Ort zusammengekommen: Hier haben sie sich gegenseitig fortgebildet und sind mit wichtigen gesellschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Sozialunternehmertum und Zivilgesellschaft ins Gespräch gekommen. Im Kern geht es darum, Lernprozesse nicht als Belastung, sondern als Bereicherung zu erleben. Außerdem beziehen wir jedes Jahr mehr Jugendliche in den Planungsprozess der Veranstaltung ein.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Beim Bildungsfestival trägt jede Gruppe etwas bei: einen Workshop, einen Festivalstand, Hilfe bei der Organisation. Den Effekt, den das auf viele hat, haben wir selbst unterschätzt. Fragt man unsere Jugendlichen, was sie am besten fanden, beschreiben sie oft diese kleinen oder großen Momente, in denen ihnen Verantwortung übertragen wurde und sie sich getraut haben, diese anzunehmen. Aber natürlich war es für viele auch toll, zum Beispiel die YouTube-Stars von „Bullshit TV“ persönlich kennenzulernen. Das gehört zu einem solchen Festival auch dazu.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

Das Bildungsfestival 2018 hat einen Finanzbedarf von voraussichtlich circa 36.000 Euro, von denen zum derzeitigen Planungsstand noch 25.000 Euro ungedeckt sind.

Wofür werden Sie die Spendengelder einsetzen?

Unsere größten Kostenpunkte sind Verpflegung und Raummiete. Dazu kommen Ausgaben für Lernmaterialien und Unterkunft, externe Referentinnen und Referenten sowie Bühnenauftritte. Da die Teilnahme am Bildungsfestival unabhängig von der individuellen finanziellen Situation möglich sein soll, müssen Spenden den Großteil dieser Kosten decken. Auch die Vorbereitungswochenenden, an denen unsere jugendlichen Teammitglieder ohne Unkosten auskommen sollen, sind mit größeren Ausgaben verbunden.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Zunächst einmal wollen wir mehr öffentliche Aufmerksamkeit erreichen, um das Klischee der desinteressierten und indifferenten Schülerinnen und Schüler an Schulen in sogenannten sozialen Brennpunkten aufzubrechen. Außerdem besprechen wir derzeit weitere Möglichkeiten, in Verbindung mit dem Bildungsfestival Angebote für Engagement zu schaffen. Beispielsweise arbeiten wir an einem Mentoring-Programm für Projektgruppen, die sich auf dem Bildungsfestival gründen und etwa durch Fortbildungswochenenden im Projektmanagement unterstützt werden können.

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Finalistin: Anne Dietzsch, Akademie für
transkulturellen Austausch (ATA)
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Finalistin: Anne Dietzsch, Akademie für
transkulturellen Austausch (ATA)

Eine der beteiligten Studentinnen bei der Arbeit in der Handsatzwerkstatt © Johanna Terhechte 

Frau Dietzsch, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Ich habe die erschreckende Erfahrung gemacht, dass Rassismus und Vorurteile sich immer offener zeigen. Mit der Akademie für transkulturellen Austausch (ATA) an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) kann ich dem etwas entgegensetzen: Junge geflüchtete Kunst- und Designstudierende können sich hier immatrikulieren, ihr Studium fortsetzen und so eine berufliche Kontinuität sicherstellen. Die ATA gibt Gelegenheit zum Innehalten, Reflektieren, Austauschen. Es ist ein konkretes Integrationsprojekt, welches die gegenseitige Neugier auf kulturelle und ästhetische Prägungen fördert.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

Seit Gründung der ATA im Wintersemester 2016/2017 konnten wir schon 19 Geflüchtete unterstützen und eine Fortsetzung des Studiums ermöglichen. Auch verstehen wir die ATA als Aufforderung an  alle an der HGB Tätigen und Studierenden, zu reflektieren, was Lehre in Zeiten verstärkter Migration und Flucht bedeutet – und  dabei auch die Bedingungen transkultureller ästhetischer Praxis kritisch zu hinterfragen. Das heißt, unser Projekt wirkt deutlich über die Personen, die bei ATA lernen und lehren hinaus. Wir merken diesen Einfluss im alltäglichen Klima in der HGB, es schlägt sich in entsprechenden Veranstaltungen nieder und verschiebt  den öffentlichen Diskurs. Auch bewirkt ATA Veränderungen, insbesondere in der Wahrnehmung und Kommunikation von, über und mit Geflüchteten.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Die Entwicklung von der Idee zu einem komplexen Programmstudium zeigt mir, dass Produktivität, welche ausschließlich dem eigenen Antrieb und keiner bezweckten materiellen Entlohnung entspringt, eine besondere Dynamik besitzt und viel auf den Weg bringen kann. Im Dialog mit Studierenden und Lehrenden aller Studiengänge, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Alumni fordert es intensiven Austausch über den Umgang unserer integrativen Verantwortung. Ich persönlich lerne dabei jeden Tag dazu.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

Jede Spende hilft dem Projekt – wenn wir zusätzlich zu den bisherigen Spenden 5.000 Euro pro Semester einnehmen könnten, wären wir in der Lage, wirklich alle ATA-Studierenden praxisnah auszubilden.

Wofür werden Sie die Spendengelder konkret einsetzen?

Wir geben den Studierenden durch Besuche in Werkstätten, Museen und Galerien die Möglichkeit, sowohl für den Kunstbetrieb relevante Institutionen kennenzulernen als auch praxisnah an die Wissenschaftssprache herangeführt zu werden.  Bei diesen Vermittlungsangeboten fallen vorwiegend Fahrtkosten an. Den größten Posten des Sprachunterrichtes nehmen die benötigten Lehrmittel, also Lehrbücher und Hefte für die schriftliche Vorbereitung auf den TestDaF ein. Darüber hinaus wollen wir die Studierenden bei ihrer Professionalisierung unterstützen und Spenden für die Umsetzung von Ausstellungen nutzen. Solche Ausstellungsprojekte sind wichtige Gelegenheiten für die Studierenden, fokussiert zu produzieren und die eigene Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Der praxisnahe Sprachunterricht startet für die ATA-Studierenden Ende November. Ziel ist es, sie innerhalb von vier Semestern auf das gesetzlich geforderte Sprachniveau für einen Wechsel in einen Diplomstudiengang der Hochschule vorzubereiten. Ab November 2017 wird es an der Hochschule zudem ein Tandemprogramm geben, um sich auch auf persönlicher Ebene über kulturelle und ästhetische Erfahrungen auszutauschen und ganz nebenbei Freundschaften zu schließen.

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Finalistin: Juliane Hoss, Bridging Gaps e.V.
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Finalistin: Juliane Hoss, Bridging Gaps e.V.

Juliane Hoss bei der Arbeit mit Jugendlichen auf ihrem Camp in Zeerust in Südafrika © Bridging Gaps 

Frau Hoss, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Bridging Gaps bietet mir die Möglichkeit, mich gegen Rassismus und Ungleichheiten einzusetzen –Themen, die mir besonders wichtig sind, da ich in der Kategorisierung von Menschen in Gruppen die Ursache vieler gesellschaftlicher Probleme sehe. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der sich Menschen zugehörig fühlen und teilhaben können. Mit unseren Projekten schaffen wir Plattformen, gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen und setzen uns für ein gerechteres Umfeld ein.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

In Südafrika haben wir mit elf Camps mehr als 250 Jugendliche erreicht. Wir bilden Jugendliche als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus, um Aktivitäten für jüngere Teilnehmende anzuleiten. Mit Workshops begleiten wir die Jugendlichen auf ihrem Bildungsweg und in ihrer persönlichen Entwicklung. In Deutschland haben wir mit unserer Dokumentation über Alltagsrassismus, “Schenkt uns Gehör”, ca. 250 Personen erreicht. Darüber hinaus organisieren wir Vorträge, Workshops und Anti-Rassismus Trainings. 

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Als Leiterin der Jugendcamps ist es mir besonders wichtig, die Jugendlichen so gut wie möglich in die Planung und Umsetzung einzubeziehen. Meine einprägsamste Erfahrung habe ich auf einem Evaluationswochenende gemacht, auf dem die Jugendlichen das Camp reflektiert und weiterentwickelt haben. Ihre Bereitschaft, Verantwortung für das Projekt zu übernehmen, hat mich sehr beeindruckt. Es war eine gute und wichtige Erfahrung zu spüren, wie viel Respekt und welch starkes Zugehörigkeitsgefühl zu dem Projekt bei ihnen entstanden ist.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

5.000 Euro für den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Südafrika. Dieser wird grundsätzlich zu 75 Prozent von Engagement Global, einer gemeinnützigen Einrichtung der Entwicklungszusammenarbeit, finanziert, wodurch wir einen großen Teil des Eigenbetrags abdecken konnten. Um den Austausch wie geplant durchzuführen benötigen wir aber noch weitere 5.000 Euro.

Wofür werden Sie die Spendengelder einsetzen?

Wir werden die Spendengelder nutzen, um unseren ersten Jugendaustausch zu organisieren, an dem je zehn Jugendliche aus Südafrika und Deutschland teilnehmen werden. Unser Projekt richtet sich an junge Menschen, die sonst nicht genug finanzielle Ressourcen hätten, an einem solchen Austausch teilzunehmen. Daher werden wir die Gelder in erster Linie für die Flüge und die Begegnungsphase in Südafrika über Neujahr 2017/18 verwenden.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Derzeit ist es unser größtes Ziel, den Jugendaustausch so gut wie möglich umzusetzen und Gelder sicherzustellen, um daraus ein kontinuierliches Projekt zu machen. Dies ist uns besonders wichtig, da wir in Südafrika bereits mit 25 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren arbeiten und so vielen wie möglich diese einmalige Lernerfahrung ermöglichen möchten.

In Deutschland werden wir unsere Jugendarbeit ausbauen, um junge Menschen für die Themen Rassismus und Ungerechtigkeit zu sensibilisieren.

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Finalist: Rick Wolthusen On The Move e.V.
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Finalist: Rick Wolthusen On The Move e.V.

Rick Wolthusen während einer Brain Awareness-Unterrichtseinheit mit Public Health-Studenten in Kisumu © On The Move 

Herr Wolthusen, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Im Rahmen eines medizinischen Praktikums bin ich 2012 erstmals in Kontakt mit einer psychiatrischen Institution in Ghana gekommen. Dabei musste ich feststellen, dass die Patienten stigmatisiert, weggesperrt und gefoltert werden. Ziel unseres Projekts ist es, die Bedingungen so zu verbessern, dass eine menschenwürdige Behandlung möglich wird. Um das zu erreichen, möchten wir den Patienten Kenntnisse und Fähigkeiten an die Hand geben, ihre Interessen selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu verfolgen. Der Schlüssel hierfür ist Bildung.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

Mit unseren Informations- und Aufklärungsveranstaltungen, die sich an die allgemeine Bevölkerung wenden, erreichen wir zusammen mit unseren lokalen Partnern  monatlich ungefähr 500 Einwohner des Ketu South Districts im Osten Ghanas. Durch die damit verbundene Entstigmatisierung erhöht sich zum Beispiel der Anteil der psychiatrischen Konsultationen im Krankenhaus langsam aber kontinuierlich. Zudem bilden wir betroffene Patienten vor Ort aus, stellen sie anschließend in einem von uns betriebenen Geschäft für Fahrradreparaturen und andere handwerkliche Dienstleistungen an und ermöglichen ihnen so die Finanzierung ihrer Behandlung.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Nach knapp zwei Jahren können wir stolz berichten, dass dank des rehabilitativen Ansatzes kein Patient im Beobachtungszeitraum einen Rückfall erlitten hat. Außerdem ist es uns in den letzten Jahren gelungen, das Projekt inhaltlich nach und nach in die Hände unserer lokalen Partner sowie Patientinnen und Patienten zu geben. Die Selbstständigkeit der Patientinnen und Patienten zu sehen und zu erleben, wie sie wieder Anschluss in der Gesellschaft finden, motiviert uns sehr.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

Mit insgesamt 22.500 Euro könnten wir im Laufe des nächsten Jahres ein Rehabilitationszentrum realisieren und außerdem eine unterstützende Umgebung aufbauen – etwa durch die Gründung von Patientenbeiräten und -interessengruppen sowie einer breit angelegten Informations-, Awareness- und Öffentlichkeitskampagne.

Wofür werden Sie die Spendengelder konkret einsetzen?

Finanziert werden sollen die Anmietung einer Immobilie und der Kauf von Lehr- und Lernmaterialien wie Laptops und Fachbüchern, aber auch die Ausstattung einer Schneiderei, eines Cafés, einer Bibliothek sowie von Therapie- und Ruheräumen für die Patienten. Spenden benötigen wir zudem, um die laufenden Kosten für Betriebsausgaben sowie Personalkosten (Honorarkosten für Ausbilder und Gehaltskosten) für das erste Jahr zu stemmen. Die Gelder helfen uns auch bei der Kampagnenarbeit, mit der wir für das Thema mentale Gesundheit eine Öffentlichkeit schaffen und Radiokampagnen, Infomaterialien oder Ausstellungen entwickeln möchten.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Das Rehabilitationszentrum soll in zwei Jahren finanziell weitestgehend unabhängig von „On The Move e.V.“ sein. Gleichzeitig sollen die Patientinnen und Patienten im Rahmen der Anstellung verschiedene Stufen durchlaufen. Sie beginnen als Mentees, werden nach einem Jahr zu Mentoren. Unser Wunsch ist es, sie so fit zu machen, dass sie nach dem zweiten Jahr medizinisch stabil genug und inhaltlich gewappnet sind, um sich für externe Jobs zu bewerben. Gleichzeitig bleiben sie uns als Alumni erhalten und setzen sich in Interessengruppen für mentale Gesundheit ein – sowohl im Sinne eines präventiven Ansatzes als auch für die angemessene Behandlung und Integration von psychiatrisch erkrankten Patienten.

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Finalistin: Aurelia Streit, Refugee Project Maastricht
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Finalistin: Aurelia Streit, Refugee Project Maastricht

Aurelia Streit (2. v. r.) beim Tag der Offenen Tür der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Maastricht © Refugee Project Maastricht 

Frau Streit, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Meine Mutter arbeitet schon länger regelmäßig als Übersetzerin im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Deshalb bin ich mit dem Thema „Flucht und Vertreibung“ vertraut und kenne die schwierige Lebenssituation vieler Flüchtlinge. Rund um die sogenannte Flüchtlingskrise in Europa begann ich, mich inner- und außerhalb der Universität intensiv mit dem Thema zu befassen, um durch eigenes Engagement einen positiven Beitrag in meinem Umfeld zu leisten.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

Ich habe das Refugee Project Maastricht als Studenteninitiative im Januar 2015 ins Leben gerufen. Heute handelt es  sich um die größte Plattform der Stadt Maastricht für die Integration von Geflüchteten, an der bis zu 300 Studierende ehrenamtlich mitwirken und die in Spitzenzeiten bis zu 700 Menschen unterstützen. Wir haben einen Raum geschaffen für die persönliche Begegnung und den interkulturellen Austausch von Flüchtlingen, Studierenden und Bewohnern in der Stadt und in der Region – zum Beispiel in Form von Sprachkursen, Patenschaften und Sport-, Musik- oder Kulturveranstaltungen.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Eine persönliche Erfahrung, die ich in meiner Gründungs- und Führungsposition im Projekt machen durfte, ist die große Wirksamkeit, die ein Projekt entfalten kann, an dem viele mitwirken und das auch möglichst vielen eine Stimme gibt. In anderen Gremien musste ich manchmal die Erfahrung machen, das starre Regeln oder Hierarchien den kreativen Austausch verhindert haben. Beim Refugee Project setzen wir auf den Lernprozess, den die vielen Mitwirkenden selbst durchlaufen und die Ausstrahlung, die sie hierdurch in der Breite entfalten. Ich empfinde es als fundamental, so vielen Menschen wie möglich Verantwortung zu übertragen, sowohl im Team als auch unter den Geflüchteten selbst – bei einem Thema, welches die Gesellschaft als Ganzes betrifft. Daraus entsteht eine Dynamik mit einer großen gesellschaftlichen Reichweite, die viele Menschen an diesem Lernprozess teilhaben lässt.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie und wofür werden die Spendengelder eingesetzt?

Das Refugee Project Maastricht lebt von Engagement der rund 300 ehrenamtlich arbeitenden Studierenden. Spenden benötigen wir vor allem für den laufenden Betrieb, zum Beispiel für Veranstaltungsräume, Essen und Getränke. Darüber hinaus möchten wir unser Projekt zu einer grenzüberschreitenden Initiative für die Euregio Maas-Rhein ausbauen, also für den gemeinsamen Grenzraum Belgiens, Deutschlands und der Niederlande um die Städte Aachen, Lüttich und Maastricht. Das wäre einmalig.

Was sind die nächsten Ziele im Projekt?

Wir haben es geschafft, unser Projekt fest in Maastricht zu verankern, deshalb wollen wir jetzt, wie oben angedeutet, einen Schritt weitergehen. Mit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Integration von Flüchtlingen wären wir wahrscheinlich die erste Initiative dieser Art in Europa. Ziel ist es, die privaten und staatlichen Akteure zusammenzubringen, insbesondere im Bereich der Bildung.

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Finalistin: Lea Babucke, Studentisches Forum
für Strafgefangene (StuFoS)
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Finalistin: Lea Babucke, Studentisches Forum
für Strafgefangene (StuFoS)

Lea Babucke (rechts) bei einer Projektbesprechung mit anderen Studierenden © Studentisches Forum für Strafgefangene 

Frau Babucke, was hat Sie zu Ihrem Engagement für das Projekt motiviert?

Die Idee, über das Projekt einen Austausch zwischen Studierenden und jugendlichen Strafgefangenen zu ermöglichen, der neue Perspektiven öffnet, hat mich begeistert. Ich finde es großartig, dass beiderseitiges Lernen im Mittelpunkt steht – und nicht der Aspekt, dass Studierende den (häufig) nicht akademisch ausgebildeten Gefangen etwas „beibringen“ sollen. Außerdem finde ich den fachübergreifenden Ansatz spannend: Studenten aus unterschiedlichen Fachrichtungen tragen zum Austausch bei, lernen voneinander und vermitteln sich alternative Sichtweisen.

Was haben Sie bislang mit Ihrem Projekt bewirkt?

Das Projekt in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Billwerder hat sich seit seinem Beginn 2010 stetig vergrößert. Die Anzahl der Studierenden, die mitwirken, aber auch die Zahl Gefangenen, die teilnehmen, hat sich erheblich erweitert. Seit 2017 wird zusätzlich eine Gesprächsgruppe für Frauen angeboten. Das Studentische Forum für Strafgefangene (StuFoS) ist so zu einer festen Größe geworden. Unsere Arbeit wird sowohl von den Gefangenen als auch von den Studierenden sehr positiv wahrgenommen. Auch die JVA-Bediensteten schätzen unser Engagement in der JVA.

Was war Ihre bislang prägendste Erfahrung im Projekt?

Durch dieses Projekt habe ich einen neuen Blickwinkel bekommen. Bevor ich das erste Mal in die JVA gegangen bin, hatte ich eine primär theoretische, vor allem durch Lektüre und Filme geprägte Vorstellung von einem Gefängnis und seinen Insassen. Durch das Projekt habe ich „echte“ Menschen kennengelernt und tausche mich mit ihnen aus. Die Impulse, die ich in den Gesprächsgruppen bekomme, begleiten mich bis heute und helfen mir kritisch und aufmerksam zu sein.

Wie viele Spendengelder benötigen Sie?

Zur Umsetzung unserer Ideen benötigen wir Spendengelder in Höhe von 5.000 Euro. Hiervon sollen vor allem Reisekosten gezahlt sowie Informationsmaterialien erstellt und verbreitet werden.

Wofür werden Sie die Spendengelder einsetzen?

Mit den Spendengeldern möchten wir unser Projekt  an anderen Fakultäten vorstellen. Wir wollen andere Studierende und Lehrende ermutigen, die Idee einer organisierten Gesprächsgruppe von Studierenden und Gefangenen in regionalen JVAs aufzugreifen und ähnliche Projekte zu starten. Wir planen, zunächst zehn Fakultäten in Norddeutschland aufzusuchen und dort Informationsveranstaltungen zu organisieren.

Was sind nächste Ziele im Projekt?

Besondere Bedeutung für Studierende und Gefangene hat die Zuverlässigkeit. Die Gefangenen freuen sich auf den Gesprächstermin und verlassen sich auf die Studierenden. Sie haben häufig Zurückweisungen erleben müssen und reagieren daher sensibel, wenn Angekündigtes nicht eingehalten wird. Es ist deswegen wichtig, dass unser Projekt bestehen bleibt und stetig durch neue, engagierte Studierende gestärkt wird. Unser primäres Ziel ist daher, das Projekt zu erhalten und weiter eine Stütze für die JVA Billwerder zu sein.

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Engagementpreis 2018

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